Fatsia japonica // Zimmer-Aralie

Familie Araliaceae, Araliengewächse
Pflanzen pro qm 1.00
Wikipedia Fatsia japonica
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Fatsia japonica: Die Zimmer-Aralie kommt in den Tieflagen in Korea und Japan vor. Die Zimmer-Aralie wird hier seit Jahrhunderten kultiviert und neigt zur Verwilderung in einer Vielzahl von Habitaten. In Neuseeland gilt sie als eingebürgerter Neophyt.

Das Klima im Verbreitungsgebiet ist gekennzeichnet durch warme, sehr niederschlagsreiche Sommer und trockene, milde Winter. Es ist jedoch nicht ungewöhnlich, dass es zu moderaten Frostphasen kommt.

Natürliche Standorte sind luftfeuchte, halbschattige bis licht schattige Gehölzränder auf skelettreich-humosen, frischen Lehmböden. Die Substrate sind schwach alkalisch bis schwach sauer und relativ nahrhaft.



Ein vor vielen Jahren ausgepflanztes Exemplar der Zimmer-Aralie in einem geschützten Berliner Innenhof zusammen mit Gartenbambus

Beschreibung: Fatsia japonica ist ein immergrüner, trägwüchsiger Strauch mit dunkel-grünen, großen und derb-ledrigen, gefingerten Blättern. Er erreicht am Naturstandort bis zu 5 m Höhe und bildet lockere, rundliche Büsche. In Mitteleuropa wird die Art nur 2 bis 3 m hoch.

Die weißen Blüten stehen in großen Rispen aus ungewöhnlich wie kleine Bälle angeordneten Einzelblüten. Sie erscheinen nicht zuverlässig jedes Jahr und auch erst an etwas älteren Exemplaren. Die Blütezeit beginnt Anfang Oktober und zieht sich bis Ende November hin..

Die Fruchtstände mit den glänzend-schwarzen Steinfrüchten verbleiben über den Winter am Strauch.



In warmen Jahren erscheinen die Blüten sehr zuverlässig und sind im spätherbstlichen Garten eine sehr interessante Erscheinung.

Verwendungshinweise: Die Zimmer-Aralie ist ein sehr beliebtes, ausgesprochen anspruchsloses Zimmergrün, dessen Eignung für die Freilandkultur kaum bekannt zu sein scheint.

Alte, über zwei Meter hohe Freilandexemplare werden mit der Allerwelts-Zimmerpflanze kaum in Verbindung gebracht. Sie sind eine aparte, exotische Erscheinung für repräsentative, parkartige Anlagen und Innenhöfe, asiatische Ansätze oder mediterrane Gärten. V.a. in direkter Kombination mit Bambus und großen Farnen wie dem Kronenfarn (Osmunda claytoniana) entstehen ansprechende Bilder.

In Kübeln wirkt die Zimmer-Aralie auch im Freiland weniger spannend und muss zudem hell und frostfrei überwintert werden.

Kultur: Die Art ist ausgepflanzt erstaunlich winterhart und zumindest ältere Exemplare zeigen in Wind- und vor Wintersonne geschützten Lagen selbst in harten Wintern kaum Frostschäden. Da die Jungpflanzen ausschließlich aus Gewächshauskultur stammen, ist die Frühjahrspflanzung zwingend zu empfehlen. Das weiche Laub kann sich dann bis zum Herbst an die rauheren Freiland-Bedingungen akklimatisieren und übersteht die Frostphase dann meist unbeschadet.

Auf normalen Gartenböden verkraftet die Zimmer-Aralie mitteleuropäische Trockenphasen klaglos, bevorzugt aber dauerhaft frische Standorte. Staunässe ist dagegen ungünstig. Auf kalkreichen Substraten bleibt das Laub wie im Austrieb lange hell-grün, wirkt aber nicht chlorotisch.

Auf den Blütenansatz wirken sich Kompost- oder organische Düngergaben positiv bzw. initiierend aus.



Urwald-Ambiente mit dem nicht winterharten Schuppen-Bücherfarn, Hänge-Segge und Echtem Wurmfarn

An vollsonnigen Standorten neigen die Blätter zu Verbrennungen. Dagegen ist sie gut schattenverträglich. Je schattiger die Standorte werden, desto größer werden die Blätter. Standorte mit dauerhaft hoher Luftfeuchtigkeit sind der Vitalität zuträglich, sind aber nicht zwingend erforderlich. Für die Winterhärte sind ohnehin lufttrockenere Standorte günstiger, da die Blätter hier mehr Festigungsgewebe entwickeln.

Fatsia japonica erträgt unmittelbaren Wurzeldruck auch von Großbäumen recht gut und benötigt insgesamt wenig gärtnerische Aufmerksamkeit. Lediglich auf Blattlausbefall regiert sie sehr ungehalten und produziert schon bei leichtem Befall nur verkrüppelte Blätter.

Von Baumschulen wird die Art praktisch nicht angeboten, gehört aber in Baumärkten und Gartencentern zum Standardsortiment.

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'Spider'Web' ist eine attraktive, sehr selten zu sehende Variation.

Sorten:
  • Spider´s Web: attraktive Form mit zunächst grün austreibenden Blättern, die im ausgereiften Zustand creme-weißen Sprenkel/Marmorierungen auf den Blättern entwickeln. Aus der Ferne erscheint die Pflanze dadurch grau-grün.



  • Die Früchte verfärben sich im Reifeprozess schwarz und halten sich bis in den Winter.

    Bilder















    'Spider's Web'

    Attribute

    Lebensform Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung Duft
    Strauch
    Normalstrauch
    weiß
    Oktober
    November
    Dezember
    grün
    dunkel-grün
    unbedeutend
    Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit
    mäßig trocken
    frisch
    gut drainiert
    sommertrocken
    feucht
    sonnig
    halbschattig
    sommerlich schattig
    ganzjährig schattig
    absonnig
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    kalkfrei, sauer
    durchlässiger Lehm
    Lehm
    humos
    organische Böden
    poröser Schotter
    starker Wurzeldruck
    keine Bodenverdichtung
    kalk-/basenreich
    mittlere Böden
    reiche Böden
    sehr reiche Böden
    frostfreie Lage
    sehr wintermilde Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    luftfeuchte und/oder kühle Lagen
    gemäßigte Klimate
    subtropische Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
    Asien
    Japan/Korea/Sachalin/Taiwan
    gut
    Sehr gering
    strukturbildender Solitär
    verträglich
    Asiatisch-Exotischer Garten
    Mediterraner Garten
    Terrassen-/Balkongarten
    Repräsentative Gärten
    Waldgarten
    für Pflanzgefäße geeignet
    öffentliches Grün
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Nebensortiment
    winter-/immergrün
    Lebensbereich
    Gehölz/Wald
    Gehölzrand/Staudenfluren