Fagus sylvatica // Rot-Buche

Familie Fagaceae, Buchengewächse
Pflanzen pro qm 10.00
Wikipedia Fagus sylvatica
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Fagus sylvatica

Die Rot-Buche ist von den Pyrenäen im Süden bis Süd-Schweden im Norden und östlich bis an das Schwarze Meer verbreitet. In Deutschland ist sie flächendeckend in allen Naturräumen vertreten und hat hier ihr Verbreitungszentrum.



Rot-Buche am Waldrand. Die Herbstfärbung gehört nicht zu ihren wirklich auffälligen Qualitäten.

Fagus sylvatica ist die in Mitteleuropa auf fast allen waldfähigen Standorten zur Herrschaft gelangende Baumart. Lediglich auf extrem trockenen und auf nassen Standorten ist ihre Dominanz gebrochen.

Nach Osten mit zunehmend kontinentalem Klima sinkt ihre Konkurrenzkraft ebenfalls, weil die Naturverjüngung unter der zunehmenden Sommertrockenheit und den kälteren Wintern leidet.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (3)  Temperatur (5)  Kontinentalität (2)  Feuchte (5)  Reaktion (-)  Stickstoff (-)



'Purpurea'-Formen treiben im Frühjahr leuchtend blut-rot aus.

Beschreibung: Fagus sylvatica ist ein bis 40 cm hoher und im Freistand bis 25 m breiter, sommergrüner Großbaum.

Die Blüte im April/Mai ist unauffälig, die Früchte (Bucheckern) sind essbar.

Das zunächst gelbe und dann rot-braune Herbstlaub bleibt lange haften. Insbesondere bei noch strauchartigen Jungbäumen verweilt das Laub bis zum Austrieb im nächsten Frühjahr.



'Purpurea' im Frühsommer in einem grünlichen Braun-Rot.

Verwendungshinweise
Fagus sylvatica kann v.a. in großen Parkanlagen als Bestandsbildner oder Solitärbaum verwendet werden. Als Solitäre werden häufig auch die rotlaubige Auslese "Purpurea" und die Hängebuche "Pendula" verwendet.

Die Rot-Buche kann auch gut als hohe Schnitthecke oder als Formschnittgehölz eingesetzt werden. Ähmlich wie bei der Hainbuche bleiben diese durch das haftende Laub den Winter über mehr oder weniger Blickdicht.



Im Hochsommer nimmt 'Purpurea' dann ein kräftiges Schwarz-Rot an.

Es gibt sehr viele Auslesen mit verschiedensten Wuchsformen und Blattfarben. Die meisten dieser Auslesen sind eher etwas für Sammler. Die schwachwüchsigen Sorten eignen sich z.B. für den Formschnitt oder für Schnitthecken.

Die bereits erwähnten Sorten 'Pendula' und 'Purpurea' sind als traditionelle Parkbaum-Solitäre dagegen eine Stück Gartenkultur. Es soll allerdings empfindsame Mitmenschen geben, die sich vom hängenden Wuchs bzw. dem dunklen Laub bedrücken lassen.



Im Winter ist die Wuchsform von 'Pendula' besonders eindrücklich wahrnehmbar.

Für die Gestaltung von Flächen unter Buchen lohnt sich ein Blick auf die natürlichen Waldgesellschaften. Die bodensauren, nährstoffarmen, oft sommertrockenen Hainsimsen-Buchenwälder sind artenarm und mit Ausnahme des Wald-Reitgrases (Calamagrostis arundinacea), oder der Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) finden sich kaum gartenwürdige Vertreter in ihrer Krautschicht.

Anders dagegen im frischen, basenreichen Waldmeister-Buchenwald, deren Krautschicht geradezu überquillt vor bekannten Gartenstauden wie Echtem Wurmfarn (Dryopteris filix-mas), Gelber Taubnessel (Lamium galeobdolon), Frühlings-Platterbse (Lathyrus vernus), Vielblütigem Salomonssiegel (Polygonatum multiflorum) oder dem Echten Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) um nur einige zu nennen.

Noch ausgeprägter gartenwürdig sind die lichten Orchideen-Buchenwälder auf durchlässigen Kalkgesteins-Hängen. Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris), Berg-Reitgras (Calamagrostis varia), Berg-Segge (Carex montana), Frauenschuh (Cypripedium calceolus), Echter Seidelbast (Daphne mezereum), Leberblümchen (Hepatica nobilis) und noch weitere prägen diesen Lebensraum.



Die schnittverträgliche Art kann sowohl als Hecke (links) als auch als Kopfbaum (rechts) entwickelt werden.

Kultur
An die Kulturbedingungen stellt die Rot-Buche nach erfolgreicher Etablierung (Bewässerungsbedarf je nach Pflanzqualität) praktisch keine Anforderungen.

Die Rot-Buche ist in der Jugend einer der schattenverträglichsten heimischen Laubbäume. An schattigen Standorten ist sie der Hainbuche als Heckenelement überlegen.

Etwas empfindlich reagiert die Buche auf Bodenauftrag im Bereich des Wurzeltellers.

Sorten: Mittel- bis Großbäume

  • Albomarginata: 20/15 m hoch/breit, gelblich-weiß gerandete Blätter
  • Ansorgei: 18/16 m hoch/breit, tief braunrote, sehr schmale Blätter
  • Asplenifolia: 20/12 m hoch/breit, unregelmäßig, tief geschlitzte, grüne Blätter
  • Atropunicea: 30/20 m hoch/breit, schwarz-rote Blätter
  • Aurea Pendula: 18/16 m hoch/breit, gelbe Blätter
  • Dawyk Gold: 18/3 m hoch/breit, gelblich bis hellgrüne Blätter
  • Dawyk Purple: 18/3 m hoch/breit, rotbraune Blätter
  • Dawyk : 30/3m hoch/breit, grüne Blätter
  • Pendula: 26/20 m hoch/breit, hängende Hauptäste, grüne Blätter
  • Purpurea Lafifolia: 30/20 m hoch/breit, braunstichig schwarz-rote Blätter
  • Quercifolia: 30/20 m hoch/breit, gelappte, grüne Blätter
  • Zlatia: 30/20 m hoch/breit, gelblich bis hellgrüne Blätter

  • Klein- bis Zwergformen
  • Horizontalis: 4/4 m hoch/breit, hängende Äste, grüne Blätter
  • Purple Fountain: 12/4 m hoch/breit, rötlich-braune Blätter
  • Purpurea Nana: 4/3 m hoch/breit, braunstichig schwarz-rote Blätter
  • Purpurea Pendula: 10/5 m hoch/breit, hängende Hauptäste, schwarz-rote Blätter
  • Rohan Gold: 8/4 m hoch/breit, gelblich bis hellgrüne Blätter
  • Rohan Obelisk: 8/4 m hoch/breit, bräunlich-rote Blätter



  • 'Dawyk Purple' ist mit seiner Säulenform und dem dunkel-roten Sommerlaub eine auch für beengtere Räume attraktive Alternative.

    Bilder









    'Horizontalis'



    'Purpurea'



    'Purpurea Lafifoli'















    'Argenteomarmorata'



    'Purpurea Lafifoli'



    'Purpurea Lafifoli'



    'Dawyk Purple'



    'Purpurea Lafifolia'



    'Horizontalis'



    'Pendula'






    'Asplenifolia'

    Attribute

    Lebensform Sträucher/Bäume Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Baum
    Kleinbäume
    Mittelgroße Bäume
    Großbäume
    säulenartig
    hängend
    gelblich-grün
    April
    Mai
    dunkel-grün
    weiß
    gelblich
    panaschiert
    rötlich
    zierende Herbstfärbung
    bräunlich
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    ungiftig
    essbar
    unbedeutend
    mäßig trocken
    frisch
    feucht
    vollsonnig
    sonnig
    halbschattig
    sommerlich schattig
    absonnig
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    kalkfrei, sauer
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    Lehm
    humos
    poröser Schotter
    starker Wurzeldruck
    keine Bodenverdichtung
    kalk-/basenreich
    stark sauer
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Wälder
    arme Böden
    mittlere Böden
    reiche Böden
    sehr reiche Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    luftfeuchte und/oder kühle Lagen
    gemäßigte Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Ozeanischer Verbreitungsschwerpunkt
    Tiefland
    Mittelgebirge (montan)
    alpin
    Nordeuropa
    Mitteleuropa
    Südeuropa
    Süd-Osteuropa
    Osteuropa/Kaukasus
    Hügelland (collin)
    gut
    Sehr gering
    strukturbildender Solitär
    verträglich
    Laubwälder
    Buchenwälder
    Moderbuchenwälder
    Flattergrasbuchenwälder
    Mull-Buchenwälder
    Trockenhang-Kalk-Buchenwälder
    Montane Buchenwälder
    Eichenwälder
    Bodensauere Eichenmischwälder
    Subkont. Kiefern-Eichenwälder
    Nadelwälder
    Kiefernwälder
    Schneeheide-Kiefernwälder, kalkreich
    Fichtenwälder
    Zwergstrauchreiche Tannen-Fichtenwälder
    Blockschutthalden-Wälder
    Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Repräsentative Gärten
    Waldgarten
    öffentliches Grün
    Grünanlagen geringer Pflegestufe
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Hecken
    Schnitthecke
    Hauptsortiment
    sommergrün
    Gehölz/Wald