Euphorbia cyparissias // Zypressen-Wolfsmilch

Familie Euphorbiaceae, Wolfsmilchgewächse
Pflanzen pro qm 6.00
Wikipedia Euphorbia cyparissias
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Euphorbia cyparissias

Die Zypressen-Wolfsmilch ist europaweit verbreitet und kommt von den Tiefebenen bis in alpine Höhenlagen vor. Sie fehlt lediglich in Teilen Skandinaviens und in der weiteren Karpaten-Region.

In Deutschland ist Euphorbia cyparissias praktisch in allen Naturräumen häufig. Lediglich im Westen und Nord-Osten der Norddeutschen Tiefebene dünnen die Vorkommen deutlich aus. In Schleswig-Holstein gilt sie nicht als urwüchsig, kommt aber eingebürgert vor.

In Nordamerika ist sie großräumig neophytisch eingebürgert.



Euphorbia cyparissias in einem Kalk-Magerrasen in Ost-Brandenburg

Die ausgesprochen lichtbedürftige Zypressen-Wolfsmilch wächst hochstet in basenreichen Mager- und Halbtrockenrasen.

Weitere Schwerpunktvorkommen liegen in basenreichen, halbruderalen Queckenrasen, Schneeheide-Kiefernwäldern, felsigen Mauerpfeffergesellschaften und in trockenen, bodensauren Borstgrasheiden. Zumindest im östlichen Mitteleuropa ist sie auch in basenarmen, etablierten Sandtrockenrasen oder auch noch pionierartigen Silbergrasfluren stetig anzutreffen.

Die Substrate sind stickstoffarme Sand- und Schotterböden.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (-)  Kontinentalität (4)  Feuchte (3)  Reaktion (-)  Stickstoff (3)



In einer trockenen Straßenböschung mit Frühlings-Greiskraut

Beschreibung
Euphorbia cyparissias bildet durch Wurzelausläufer locker-rasige, sommergrüne Bestände von bis zu 30 cm Höhe. Das Laub ist bläulich-grün. Im Herbst verfärbt es sich oft gelblich bis hin zu gedeckten Orangetönen.

Die gelben Hochblätter erscheinen von Mitte April bis Ende Mai, vereinzelt auch in schwacher Nachblüte bis in den Spätsommer. Im Verblühen nehmen sie oft eine orangene Färbung an. Die Blüten verströmen einen süßlichen Duft, der aber nur aus der Nähe wahrnehmbar ist.

Die Pflanze ist in allen Teilen stark giftig.

Mit der hochwüchsigeren, gartenkulturell unbedeutenden Esels-Wolfsmilch werden natürliche Hybriden gebildet.



Massenbestand in einer mageren Pferdekoppel auf Sand

Verwendungshinweise
Die Zypressen-Wolfsmilch ist eine gute Art für trocken-warme, stickstoffarme und naturnahe Steppenpflanzungen, süd-exponierte Gehölzränder und entsprechende, nicht oder extrem selten gemähte Trockenrasen.

In höheren Steppenanlagen wird sie sinnfällig im Vordergrund und in individuenreicheren Beständen eingesetzt. In niedrigen Magerrasen wird sie früher oder später die gesamte Pflanzfläche vereinnahmen und duldet keine niedrigen Hungerkünstler neben sich. Gute, naturhafte Partner sind dagegen Federgräser wie Stipa capillata, Stipa pennata oder Stipa pulcherrima, Karthäuser Nelke (Dianthus carthusianorum) oder Wiesen-Salbei (Salvia pratensis).

Die Herbstfärbung ist ein attraktives Detail im Steppenrasen und assistiert hier dem morbiden Charme von uns gegangener Carlina vulgaris:



Auf absolut stickstoffarmen Trockenstandorten kann sie auch mit niedrigen Arten der Magerrasen wie Genfer Günsel (Ajuga genevensis), Acker-Hornkraut (Cerastium arvense), Mittlerem Wegerich (Plantago media) oder Blau-Schillergras (Koeleria glauca) vergesellschaftet werden.



Das Glück, einen Wolfsmilchschwärmer als Nahrungsgast begrüßen zu dürfen, wird kaum jemandem vergönnt sein.

Das Pendant der sauren Sand-Standorten wäre eine Kombination mit Sand-Strohblume (Helichrysum arenarium), Heide-Nelke (Dianthus deltoides), Sand-Thymian (Thymus serpyllum) und Silbergras (Corynephorus canescens). Keiner dieser Akteure ist in Kultur aber wirklich auf saure Böden angewiesen, nur auf stickstoffarme.



'Fens Ruby' in Kies mit Gemeiner Kuhschelle und Großem Windröschen

Kultur
Gegenüber der Bodenreaktion ist die Art indifferent, entscheidend ist die relative Stickstoffarmut und Sommertrockenheit für eine pflegeleichte Kultur.

Auf lockeren Mineralböden aller Art entwickelt Euphorbia cyparissias einen erstaunlichen Ausbreitungsdrang, wenn sich ihr keine nennenswerte Konkurrenz entgegenstellt. Verdichtete Böden sind dagegen sehr ungünstig.

Die Zypressen-Wolfsmilch benötigt auf geeigneten Standorten kaum gärtnerische Unterstützung.

Unter Kulturbedingungen kann die Art auch mit vertretbarem Aufwand auf etwas nahrhafteren Böden eingesetzt werden. Günstiger Nährstoffverhältnisse kann die Zypressen-Wolfsmilch in üppigeres, aber nicht unnatürlich mastig wirkendes Wachstum umsetzen. Wird sie mit niedrigen bis mittelhohen Stauden und Gräsern vergesellschaftet, findet sie ihre Lücken zwischen nicht expansiven Konkurrenten und bedarf kaum gärtnerischer Unterstützung.



Im Frühsommer verfärben sich die Hochblätter rötlich.

Sorten:
  • Fens Ruby: roter Blattaustrieb, junge Blätter der Nebentriebe weinrot überlaufen, nach der Blüte vergrünend, gelbe Blüte, starker Ausbreitungsdrang
  • Rubra: wie die Art, rötliche Blüte



  • Derart infolge einer Virusinfektion verformte Exemplare sieht man regelmäßig.

    Bilder







































    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    flächendeckend
    15-30 cm Höhe
    gelblich-grün
    rot
    April
    Mai
    blau-grün
    Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
    zierend/strukturstark
    stark giftig
    vorhanden
    trocken
    mäßig trocken
    sommertrocken
    vollsonnig
    sonnig
    Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    kalkfrei, sauer
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    poröser Schotter
    starker Wurzeldruck
    keine Bodenverdichtung
    kalk-/basenreich
    sehr arme Böden
    arme Böden
    mittlere Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    gemäßigte Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Tiefland
    Mittelgebirge (montan)
    alpin
    Nordeuropa
    Mitteleuropa
    Südeuropa
    Süd-Osteuropa
    Osteuropa/Kaukasus
    Hügelland (collin)
    gut
    Gering
    Gruppen-Verbands-Pflanze
    aspektbildender Flächenfüller
    verträglich
    Trockenrasen Alpine Felsfluren Staudenfluren Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche Gebüsche
    Sandtrockenrasen
    Steppenrasen
    Bodensaure Borstgrasrasen
    Submediterrane Halbtrockenrasen
    Dünen
    Silikat
    Kalk
    Staudenfluren trockenwarmer Standorte
    Trockene Sandheiden
    Besenginsterheiden
    Wacholdergebüsche
    Wärmeliebende Trocken-Gebüsche
    Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Nadelwälder
    Schneeheide-Kiefernwälder, kalkreich
    Repräsentative Gärten
    Steingarten/Alpinum
    Heidegarten
    Steppenpflanzung
    Gründächer
    Substratstärke über 15 cm
    öffentliches Grün
    Grünanlagen geringer Pflegestufe
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Wiese/Prärie
    Hauptsortiment
    sommergrün
    Felssteppen
    Steppen
    Heiden
    Gehölzrand/Staudenfluren