Euphorbia characias / Palisaden-Wolfsmilch

Familie Euphorbiaceae, Wolfsmilchgewächse
Pflanzen pro qm 3.00
Wikipedia Euphorbia characias
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Euphorbia characias: Die Palisaden-Wolfsmilch ist eine mediterran verbreitete Art mit einem Verbreitungsgebiet von Portugal bis Kleinasien. Vereinzelt kommt sie auch in den küstennahen Gebirgen Nord-Afrikas vor.

Euphorbia characias wächst in warmen, gut drainierten und mäßig nährstoffreichen Kalk-Schotterböden in Schaftriften und ruderalisierten Standorten sowie lichten Stellen von Hartlaub-Wäldern.

Aufgrund der guten Wasserspeicherkapazität der Substrate sind die Wuchsorte im Winterhallbjahr mäßig trocken bis frisch. Im Sommer ist aber Trockenstress  der bestimmende Standortparameter.

Ökologische Zeigerwerte nach Tela Botanica  ... zur Legende
Licht (7)  Temperatur (8)  Kontinentalität (3)  Feuchte (2)  Reaktion (7)  Stickstoff (5)



Eine Euphorbia characias ssp. wulfenii muss nicht blühen, um etwas Besonderes zu sein.

Beschreibung: Euphorbia characias bildet auf stickstoffreicheren Standorten kräftige Horste von bis zu 100 (120) cm Höhe, sonst im Mittel etwa 60-80 cm hoch. In wintermilden Regionen oder geschützten Lagen ist die Art wintergrün.

Die Wolfsmilch typischen, gelblich-grünen Hochblätter erscheinen von Mai bis Juni. Die weidenartigen Blätter sind bläulich-grün.

Alle Pflanzenteile sind stark giftig.

An Standorten, die nicht die gewünschte Wintermilde und Sommerwärme mitbringen, erzielt man mit der Mandel-Wolfsmilch (Euphorbia amygdaloides var. robbiae) eine ähnlich mediterrane Anmutung. Beide Arten hybridisieren auch gerne (Euphorbia x martinii). Die ziemlich winterharte Nizza-Wolfsmilch entfaltet im Alter eine noch ähnlichere Wirkung.



Halbschattiger Standort im Schutz einer Baumkrone mit beeindruckend entwickeltem Exemplar.

Verwendungshinweise: Die Palisaden-Wolfsmilch wird bei optimaler Entwicklung mit den Jahren zu einer eindrucksvollen Erscheinung und ist sicherlich eine der ansprechendsten Wolfsmilchvertreter. Die Blütenstände erinnern dann tatsächlich an die Säulen antiker Tempel und entfalten ein ganz eigenständiges Erscheinungsbild unter den vielen mehr oder weniger ähnlichen Euphorbien.

Sie verbreitet ein mediterranes Ambiente und ist entsprechend eine gute Art für mediterrane Anlagen und sommerwarme Fels- und Schottersteppen.

Auch in unseren Breiten wirkt sie unter lichten Baumbeständen erstaunlich stimmig. Soweit der Wärmehaushalt günstig ist, werden halbschattige Lagen gut toleriert. Der Wurzeldruck von Großbäumen sorgt für kompakten, aber keineswegs kümmerlich anmutenden Wuchs. Es scheint sogar, dass an solchen Standorten die Winterhärte begünstigt wird. Hilfreich könnten dabei die Reduktion von Wind und Wäremeabstrahlung durch die Baumkrone und die winterliche Wärmeproduktion des Wurzeltellers sein.

Die Art lässt sich sowohl was die eindrucksvolle Wuchsform angeht als auch hinsichtlich der Blütenfarbe nahezu unbegrenzt mit allen möglichen Partnern kombinieren. Eine Einbindung in niedrige, mittelhohe oder hohe Ziergräser funktioniert gleichermaßen wie die Kombination mit allen mediterranen (Halb-)Sträuchern oder die Verbindung mit üppigen Rabattenstauden. Letzteres wird  in Süd-England, wo sich die Art vorbildlich entwickelt, leidenschaftlich gerne praktiziert.

Genausogut kann man die Palisaden-Wolfsmilch aber auch als solitären Blickfang verwenden. Egal ob im Umfeld minimalistischer Architektur oder im romantischen Landhausambiente.

In größeren Kübeln können ebenfalls stilvolle Wirkungen erzielt werden, das Durchfrieren des Wurzelballens ist aber unbedingt zu vermeiden.



Das bläuliche, satte Laub ist ein herrlicher Aspekt im herbstlichen Garten.

Kultur: Frische, nahrhafte Böden in wärmebegünstigten Situationen in vollsonnigen bis licht halbschattigen Lagen sorgen für üppiges Wachstum. Allerdings sind solche Exemplare oft nicht besonders ausdauernd, weil sie für mastigen Wuchs eigentlich nicht ausgelegt sind.

Auf stickstoffärmeren und/oder auf wenigstens im Sommer regelmäßig von Trockenstress geplagten Standorten bleibt der Wuchs kompakter und die Individuen sind langlebig.

V.a. winterliche Staunässe ist sehr ungünstig, eine kleinklimatisch vor ernsthaften Frösten geschützte Lage ist generell erforderlich. Das komplette Rückfrieren der oberirdischen Teile wirft die Pflanzen doch merklich zurück.

Geschützte Südwände, südorientierte Gehölzränder in Innenstandtlagen oder besonnte Innenhöfe bieten in unseren Breiten die Besten Voraussetzungen. Kann man nichts davon bieten, sollte man lieber auf vermutlich unbefriedigende Experimente verzichten.

Wo offene Bodenstellen zutage treten, darf man mit williger Selbstversamung rechnen. Das Saatgut keimt in der Regel allzeit rasch. Wenn innerhalb eines Monats keine Sämlinge auflaufen, hilft oft ein etwa dreiwöchiger Kälteimpuls.



Selbst im wintermilden Kiel in geschützter Innenhoflage sind auch an diesen Exemplaren kräftige Frostschäden aufgetreten, die die Pflanze sichtlich mitnehmen.

Sorten:
  • Dwarf Black Pearl: sehr zierliche Form mit grau-grünem Laub, Blüten schwarz-braun mit grün-gelben Hochblättern
  • ssp.wulfenii: gilt als etwas wüchsiger und unempfindlicher gegen Winterkälte (Handelsstandard)
  • Black Pearl: wie die Art, etwas schwachwüchsiger, Blüten mit schwarzem Mittelfleck, frostempfindlicher als der Typ
  • Silver Swan: grau-grünes Laub mit zarten, creme-weißem Rand, creme-grünliche Blüte, schwachwüchisger, nur im Spezialhandel, deutlich teurer als die Art
  • Tasmanian Tiger: creme-weiß gerandetes Laub und creme-weiß-grüne Blüte, schwachwüchsiger, nur im Spezialhandel, deutlich teurer als die Art
  • Bilder






    ssp. wulfenii



    ssp. wulfenii



    ssp. wulfenii



    ssp. wulfenii



    ssp. wulfenii



    ssp. wulfenii



    ssp. wulfenii



    ssp. wulfenii



    ssp. wulfenii

    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Zierwert Frucht
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    horstartig
    30-60 cm Höhe
    60-100 cm Höhe
    gelblich-grün
    gelb
    Mai
    Juni
    zierend/strukturstark
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    stark giftig
    unbedeutend
    trocken
    mäßig trocken
    gut drainiert
    sommertrocken
    vollsonnig
    sonnig
    halbschattig
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    poröser Schotter
    starker Wurzeldruck
    keine Bodenverdichtung
    kalk-/basenreich
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
    arme Böden
    mittlere Böden
    frostfreie Lage
    sehr wintermilde Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    subtropische Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Ozeanischer Verbreitungsschwerpunkt
    Tiefland
    Südeuropa
    Süd-Osteuropa
    mediterraner Schwerpunkt
    Hügelland (collin)
    Asien
    Kleinasien
    Afrika
    Nordafrika
    sehr gut
    Mittel
    strukturbildender Gruppen-Solitär
    Gruppen-Verbands-Pflanze
    verträglich
    Ländlicher Garten
    Mediterraner Garten
    Terrassen-/Balkongarten
    Repräsentative Gärten
    Steppenpflanzung
    für Pflanzgefäße geeignet
    Rabatte
    Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Hauptsortiment
    sommergrün
    winter-/immergrün
    Felssteppen
    Gehölzrand/Staudenfluren