Eupatorium cannabinum / Echter Wasserdost, Kunigundenkraut , Wasserhanf

Eupatorium_cannabinum_echter_wasserdost_11 Familie Asteraceae, Korbblütler
Pflanzen pro qm 4.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Eupatorium cannabinum: Der Echte Wasserdost ist in ganz Europa, im Nord-Westen Afrikas, in Vorder-und Zentral-Asien sowie im südlichen Himalaya verbreitet (Karte der Gesamtverbreitung). In Mitteleuropa ist er nahezu flächendecken anzutreffen.



Eupatorium cannabinum in einem typischen Uferröhricht einer Tiefland-Bachaue

Eupatorium cannabinum ist eine Kennart der Zaunwinden-Weidenröschen-Gesellschaften feuchter Uferböschungen von Fließgewässern und Gräben oder auf Lichtungen von Auwäldern.

Im niederschlagsreichen Bergland kommt die Art auch häufig in sickerfeuchten Tollkirschen-Schlagfluren vor.

Eupatorium cannabinum bevorzugt ausgesprochen stickstoffreiche und feuchte, basenreichere Standorte in sonnigen bis licht halbschattigen Lagen.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)  ... zur Legende
Licht (7)  Temperatur (5)  Kontinentalität (3)  Feuchte (7)  Reaktion (7)  Stickstoff (8)



Massenbestand an einem Graben mit Zottigem Weidenröschen und bereits abgeblühter Echtem Mädesüß

Beschreibung

Der Echte Wasserdost bildet bis 150 (200) cm hohe Horste. Die blass-violetten bis rosafarbenen Blüten bilden leicht zottige Blütenschirme von Anfang Juli bis Mitte August.

Die Samenstände bleiben bis in den Spätherbst/Frühwinter strukturstabil und zierend. In schattigeren Lagen ist die Zierwirkung allerdings oft weniger auffällig.

Üppiger Samenschmuck im Frühherbst:



Das fingerförmige, gegenständige angeordnete Laub verleiht der Art schon vor der Blüte einen unterschwellig interessanten Anblick.

Eupatorium cannabinum ist sehr wuchskräftig und breitet sich durch kurze Ausläufer zielstrebig in die Fläche aus, wenn nicht -empfehlenswerterweise - konkurrenzkräftige Hochstauden oder Sträucher dem im Wege stehen. Dann ist der Ausbreitungsdrang unproblematisch.



Am Ufer der Freundschaftsinsel in Potsdam zusammen mit gepflanztem Silphium perfoliatum und Typha latifolia

Verwendungshinweise

Eupatorium cannabinum ist eine gute Art für großzügige, naturnahe Ufersituationen und feuchte, nährstoffreiche Hochstaudenfluren. Glaubwürdig und ansprechend sind z.B. Kombinationen mit Wilder Karde, Gewöhnlichem BeinwellWilder Engelwurz oder Blut-Weiderich.

Für repräsentativere Anlagen sind die häufiger verwendeten, insgesamt recht ähnlichnen Roter Wasserdost (Eutrochium fistulosum) oder Gefleckter Wasserdost (Eutrochium maculatum) die noch etwas eindrucksvolleren Alternativen, da insbesondere die Blütenstände präsenter sind.



Feuchte Hochstaudenflur mit Angelica sylvestris

Kultur

In Kultur kann die Art auch auf dauerhaft frischen Böden und in halbschattigen und absonnigen Lagen gehalten werden, nur Trockenphasen sollten möglichst vermieden werden.

In der Sonne auf feuchten Substraten ist die Gesamterscheinung aber vitaler. Der Ausbreitungsdrang kann merklich sein, ist aber mit vertretbarem Aufwand beherrschbar.

Es kommt gerne zur Selbstversamung, die aber auch nicht aggressiv ausfällt.

Sorten:
  • Plena: dichtere, kräftig rosa Blütenstände, etwas eingeschränkte Standfestigkeit

Bilder





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Samenstand


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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Zierwert Frucht
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
100-150 cm Höhe
rosa
violett
August
zierend/strukturstark
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
unbedeutend
frisch
nass
nicht austrocknend
feucht
vollsonnig
sonnig
halbschattig
sommerlich schattig
absonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
durchlässiger Lehm
Lehm
Ton
humos
starker Wurzeldruck
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Moore und Sümpfe
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Ozeanischer Verbreitungsschwerpunkt
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
alpin
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
befriedigend
Sehr gering
strukturbildender Gruppen-Solitär
Niedermoore
Großröhrichte
Großseggenriede
Staudenfluren Gebüsche Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit
Hochstaudenfluren feuchter bis nasser Standorte
Feuchtgebüsche
Feuchtwälder
Erlenbruchwälder
Auwälder
Repräsentative Gärten
Wassergarten
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Insektenweide
Hauptsortiment
Belaubung Lebensbereich
sommergrün
Wasserrand/Sumpf
Gehölzrand/Staudenfluren