Erysimum x cheiri (Cheiranthus cheiri) // Goldlack

Familie Brassicaceae, Kreuzblütler
Pflanzen pro qm 9.00
Wikipedia Erysimum x cheiri (Cheiranthus cheiri)
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Erysimum x cheiri:

Die Ursprungsform des Goldlacks stammt vermutlich aus einem relativ kleinen Gebiet des nord-westlichen Balkans, wo er von den Tieflagen bis in submontane Höhen an Schotter- und Felshängen wächst.

Heute ist die historische, nördlich der Alpen bereits seit dem Mittelalter relevante Kulturpflanze im europäischen und vorderasiatischen Mittelmeerraum sowie in West- und Mitteleuropa eingebürgert. Auch im nördlichen Nordamerika hat er sich stellenweise etablieren können. (1)



"Wildform" von Erysimum x cheiri

In Deutschland kommt Erysimum x cheiri in den wärmebegünstigten Flusstälern des Mittelrheins, von Neckar und Mosel in Mauerunkraut-Gesellschaften vor. Diese Bestände könnten archaeophytisch eingebürgert sein. Die verstreuten Vorkommen in der Westfälischen Bucht, der Ostdeutschen Tiefebene und Mitteldeutschlands gelten als neophytisch.

In der Schweiz gibt es zerstreute, vermutlich durchgängig neophytische Vorkommen im Mittelland, am Südrand des Jura und im Wallis.

Der Goldlack wächst vorrangig auf sonnenexponierten, feinerdereichen, frischen und durchlässigen Kalkschotterböden. Er bildet nicht selten in Einartbeständen die sogenannte Goldlack-Gesellschaft, die v.a. an süd-exponierten Mauern alter Burganlagen vokommt.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)  ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (8)  Kontinentalität (4)  Feuchte (5)  Reaktion (9)  Stickstoff (6)

Beschreibung: Der Goldlack ist ein wintergrüner, nördlich der Alpen meist kurzlebiger, nicht selten nur zweijähriger Halbstrauch, der zwischen 20 und 40 cm, auf stickstoffreichen Böden auch 80 cm Höhe erreicht.

Die Wildform hat schwefelgelbe, stark süßlich duftende Blüten, die von Mai bis Juni erscheinen. Es gibt eine große Zahl von Zuchtformen, die überwiegend Orange- und Brauntöne, aber auch Rot und Rosa aufgenommen haben.

Alle Pflanzenteile weisen Konzentrationen von Giftstoffen auf, die Beeinträchtigungen der Herzfunktion auslösen können. In der antiken und mittelalterlichen Medizin spielte der Goldlack dennoch eine tragende Rolle bei diversen Beschwerden.

Verwendungshinweise: Erysimum x cheiri ist eine etwas aus der Mode gekommene Staude, die sich heute aus traditionellen Gründen noch in Bauern- und Klostergärten mit einer gewissen Berechtigung einsetzen lässt.

Wie eigentlich immer lohnt sich auch hier ein Blick auf die natürlichen Habitate der Art. Neben Reinbeständen des Goldlacks findet man ihn am Fuße südexponierter, alter Mauern auch in mitteleuropäischen Weinbauklimaten mit anderen wärmeliebenden Begleitern wie Ficus carica, Centranthus ruber, Pseudofumaria lutea oder Antirrhinum majus vergesellschaftet.



Kulturformen des Goldlacks sind sehr variabel.

Kultur: Der Goldlack ist robust und zuverlässig wenn ihm sonnige, warme Lagen geboten werden. Basenreiche und nahrhafte, frische und auch im Winter nicht feuchtfallende Böden bringen vitale Exemplare hervor. Wo sie im Winter windgeschützt und wärmebegünstigt stehen, können sie sogar einige Jahre überdauern und vieltriebige Büsche entwickeln.

Gelegentlicher Trockenstress im Sommer wird vertragen. 

Staufeuchte und saure Substrate sind ungeeeignet. 

In Neuanlagen kann man den Goldlack auch durch Direktaussaat kostengünstig in größeren Mengen etablieren. Auch in reiferen Anlagen neigt er zur Selbstversamung auf freien Bodenstellen. Jungpflanzen, die noch nicht geblüht haben, sind zuverlässig winterhart. Daher kann man auch unbesorgt erst im Spätsommer statt im Frühling aussähen. Die Samen sind Dunkelkeimer und kommen ohne Kälteimpuls bei gleichmäßiger Feuchte rasch und zahlreich zur Keimung.

Es ist außerdem möglich, im Frühsommer nicht blühende, nicht oder höchstens halb verholzte Stecklinge zu bewurzeln.

Sorten:

Die Auslesen sind samenecht, solange man nur eine Auslese kultiviert
  • Aida Cremegelb: leuchtende, créme hell-gelbe Blüten
  • Apricot Twist: leuchtende, von Aprikot nach Orangene verfärbende Blüten
  • Blood Red Covent Garden: samtig-blut-rote Blüten
  • Cloth of Gold: leuchtende, warm gold-gelbe Blüten
  • Fire King: leuchtende rot-orange Blüten
  • Giant Pink: rötlich-rosa mit leichtem Violettstich bis mauvefarbene Blüten
  • Goldener Zwerg: leuchtende, gelb-orangene Blüten, kompaktwüchsig
  • Ivory White: leuchtende, hell créme-weiße Blüten
  • Sunburst: leuchtende, warm gold-gelbe Blüten, rötlich-braun kontrastierend abgesetzte Knospen und mit dünnem creme-gelbem Rand panaschiertem Laub
  • Sunset Apricot: créme-weiße, aprikot-stichige Blüten
  • Vulcan: kräftig orange-rote Blüten
  • Winter Passion: kräftig orange-rote Blüten und blau-violette Knospen

  • (1) Quelle Gesamt-Verbreitungskarte: POWO (2019). www.plantsoftheworldonline.org. Facilitated by the Royal Botanic Gardens, Kew. Published on the Internet; / Retrieved 19.03.2021.

    Bilder















    POTWO (2019)

    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    Strauch
    Halb-/Zwergstrauch
    horstartig
    30-60 cm Höhe
    hell-gelb
    gelb
    orange
    rot
    bräunlich/schwarz
    pink
    apricot
    Mai
    grün
    gelblich
    panaschiert
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    giftig
    ausgeprägt
    frisch
    gut drainiert
    sommertrocken
    vollsonnig
    sonnig
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    poröser Schotter
    keine Bodenverdichtung
    kalk-/basenreich
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Staudenfluren
    mittlere Böden
    reiche Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    gemäßigte Klimate
    subtropische Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Mittelgebirge (montan)
    Süd-Osteuropa
    mediterraner Schwerpunkt
    Hügelland (collin)
    Liebhaberpflanze
    Mittel
    Gruppen-Verbands-Pflanze
    verträglich
    Staudenfluren trockenwarmer Standorte
    Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Ländlicher Garten
    Duftgarten
    Duft ausgeprägt
    Rabatte
    Insektenweide
    Hauptsortiment
    winter-/immergrün
    Felssteppen
    Gehölzrand/Staudenfluren