Eryngium planum / Flachblättriger Mannstreu

Familie Apiaceae, Doldengewächse
Pflanzen pro qm 10.00
Wikipedia Eryngium planum
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Eryngium planum: Der Flachblättriger Mannstreu kommt im zentralen Mittel- und Osteuropa bis zum Balkan, dem Kaukasus, dem westlichen Sibirien und dem zentralen Asien im Flach- und Hügelland vor.

In Deutschland hat er fast nur neophytische Vorkommen und ist nur sehr vereinzelt und selten in den kontinental geprägten Trockenregionen sowie in den Großstädten Hamburg und Berlin anzutreffen. Diese Vorkommen sind anthropogen bedingt und unbeständig. Nur die Vorkommen an den brandenburgischen Oderhängen sind urwüchsig.



In Mitteldeutschland trifft Salvia nemorosa auch an Naturstandorten gelegentlich auf den eingebürgerten Eryngium planum.

Der Flachblättrige Mannstreu hat seine natürlichenHauptvorkommen in Sandtrockenrasen und hier vor allem in Silbergras-Pionierfluren. Sekundär tritt er auch in ruderalisierten Trockenwiesen auf armen Sandböden auf.

Die Naturstandorte sind ausgesprochen nährstoffarm, schwach sauer bis basenreich und sommertrocken.



Der Flachblättriger Mannstreu möglicherweise urwüchsig an einer sandigen Straßenböschung im Nordosten Brandenburgs.

Beschreibung: Eryngium planum ist eine sommergrüne Staude und wird ca. 60 bis 100 cm hoch. Sie bildet distelartige, aufrechte Horste.

Die stahlblau angehauchten Blüten erscheinen ab Ende Juni bis Mitte August. Je sonniger und wärmer die Standorte sind, desto intensiver erscheint der Blaustich der Blüten. Gelegentlich treten grau-weiße Varianten auf.

Die Blütenstände sind bis in den Winter hinein strukturstabil und nicht ohne Zierwert.



Eryngium planum in einer naturidentischen Ruderalflur auf Sandboden u.a. mit Gemeiner Schafgarbe undScharfem Berufskraut

Verwendungshinweise: Der Flachblättrige Mannstreu ist eine gute Art für naturnahe Steppenpflanzungen, Kiesgärten oder auch trockene Staudenanlagen aller Art.

Sie wird zwar regelmäßig, aber nicht so häufig verwendet, als dass man ihrer überdrüssig würde. Zumal sie sich optisch nicht in den Vordergrund spielt.

Im Vergleich zu den meisten anderen Mannstreu-Arten in Gartenkultur ist sie diejenige mit der schlankesten, hochgestreckten Wuchsform. Mit Ausnahme von Eryngium yuccifolium und mit Abstrichen Eryngium alpinum wachsen die meisten Gattungsvertreter dagegen buschig-kompakt.

Über den Zierwert der Samenstände kann man geteilter Meinung sein. In gepflegten, rabattenartigen Staudenbeeten wirken die vertrockneten Samenstände den ganzen Spätsommer und Herbst hindurch oft so, als hätte der Gärtner sich nicht rechtzeitig um ihre Beseitigung gekümmert. In naturhaften Steppenanlagen stellt sich dieser Störeffekt dagegen nicht ein und spätestens wenn sich der Raureif oder kleine Schneehäubchen auf ihnen abgesetzt haben, ist man froh, sie stehen gelassen zu haben.



Die Samenstände sind zumindest eine klare winterliche Struktur.

Kultur: Aufgrund des verdickten, tiefreichenden Wurzelstocks und dem ausgeprägten Festigungsgewebe von Stängeln, Blättern und Blüten übersteht die Art sommerliche Trockenphasen gut.

Auf verdichteten Lehmböden kümmert die Art. Auf stickstoffreicheren und/oder humosen Standorten wächst die Art mastig, ist wenig standfest und in der Blüte fehlen die Blauanteile weitgehend. Auch außerhalb von voll-sonnigen Standorten leidet die Standfestigkeit.

Insgesamt ist der Flachblättrige Mannstreu auf sonnigen und mäßig trockenen Standorten gut durchsetzungsfähig und benötigt kaum gärtnerische Aufmerksamkeit.

Er neigt deutlich zur Selbstaussaat und treibt auch aus Rhizomstücken neue Pflanzen aus. In Neuanlagen kann die Etablierung auch aus Saatgut erfolgen. Die Keimung erfolgt im Frühling oder Herbst zügig ohne dass es eines Kälteimpulsen bedarf.

Die im Handel befindlichen Sorten fallen variabel aus Samen aus. Will man die Sorten rein halten, muss man sie isoliert kultivieren und abweichende Sämlinge beseitigen.



'Blauer Zwerg' ist tatsächlich ausgesprochen winzig, macht sich im Vordergrund von Kiespflanzungen aber ganz possierlich.

Sorten:
  • Blauer Zwerg: bis 30-50 cm hoch, etwas intensivere Blaufärbung der Blüten
  • Blaukappe: bis 80 cm hoch, etwas intensivere Blaufärbung der Blüten
  • Blue Glitter: bis 80 cm hoch, etwas vergrößerte, bläulich-grüne Kelchblätter
  • Silver Salentino: bis 120 cm hoch, kleine Kelchblätter in grau-grün, graue Blüte
  • White Glitter: bis 80cm hoch, kleine Kelchblätter in grau-grün, graue Blüte



Eryngium planum versamt sich immer mal wieder mit Blüten ohne jeden Blaustich. Dieses Exemplar ist z.B. aus 'Blaukappe' hervorgegangen.

Bilder






Blaukappe



Blaukappe



Blaukappe



Blaukappe






Blauer Zwerg



Wildform





















Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
30-60 cm Höhe
60-100 cm Höhe
blau
Juli
August
grau-grün
Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
zierend/strukturstark
ungiftig
unbedeutend
trocken
mäßig trocken
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
sehr arme Böden
arme Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Kontinentaler Verbreitungsschwerpunkt
Tiefland
Mitteleuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Sibirien
Zentral-Asien
sehr gut
Gering
strukturbildender Gruppen-Solitär
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Trockenrasen Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Sandtrockenrasen
Steppenrasen
Submediterrane Halbtrockenrasen
Ländlicher Garten
Repräsentative Gärten
Steppenpflanzung
öffentliches Grün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Rabatte
Hauptsortiment
sommergrün
zierende Winterstruktur
Steppen