Eryngium maritimum // Stranddistel

Familie Apiaceae, Doldenblütler
Pflanzen pro qm 6.00
Wikipedia Eryngium maritimum
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Eryngium maritimum (Stranddistel): Eryngium maritimum kommt europaweit sowie an der afrikanischen Mittelmeerküste an den Küsten im Bereich der noch nicht entkalkten Weißdünen vor.

Die Stranddistel ist eine Charakterart der windgeschützteren, nur noch wenig übersandeten Strandhafer-Weißdünen. Die Standorte sind vollsonnig, relativ basen- und mäßig stickstoffreich.



Wie hier auf Sardinien sorgt ausgeprägterer Trockenstress für einen etwas kümmerlicheren Habitus.

Durch die hohen Niederschläge sind die durchlässigen Sandböden in Mitteleuropa mäßig trocken bis frisch. Im mediterranen Raum trocknen sie schon früher während der Vegetationsperiode mehr oder weniger stark ab. Die Pflanzen zeigen hier im Hochsommer leichte Trockenstress-Symptome, ohne davon allerdings ernsthaft bedroht zu werden.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)
Licht (9)  Temperatur (6)  Kontinentalität (3)  Feuchte (4)  Reaktion (7)  Stickstoff (4)



Die kohlartigen Frühjahrsblätter machen durchaus einen leckeren Eindruck. Gebleicht sind sie auch tatsächlich schmackhaft.

Beschreibung

Eryngium maritimum bildet kompakte, bis 60 cm hohe Horste aus steif-stacheligen, silbrig-grünen Blättern und silbrigen, bläulich bereiften Blüten. Die Blütezeit erstreckt sich von Mitte Juni bis Mitte Juli. Die Art treibt ihre verdickten Pfahlwurzeln bis zu 200 cm tief in leichte Sandböden.

Gegessen werden traditionell die gebleichten Frühjahrsaustriebe als Blatttsalat.

Die Stranddistel ist kurzlebig, teilweise auch nur zweijährig, samt sich auf vegetationsarmen Sandflächen aber meist willig aus.

Verwendungshinweise

Eryngium maritimumist eine bizarre Erscheinung und spielt in der ästhetisch motivierten Gartenkultur keine Rolle. Wer eine Weißdüne nachempfinden möchte, kommt an der Art natürlich nicht vorbei. Aber wer will das schon?

Andererseits: karge, wüstenartige Sandflächen mit extrovertierten Trockenkünstlern wären eine interessante Variation des beliebten Kiesgarten-Themas. Warum nicht auf diese Weise mal Palmlilien wie Yucca baccata stilecht verwenden?. Oder an geschützten, wintertrockenen Standorten sogar auf Yucca rostrata und frosttolerante Agarven wie Agave parrasana zurückgreifen? 

Die Stranddistel kann aber auch in steppenartigen Anlagen für überraschende Effekte sorgen, auch wenn sie hier streng genommen nicht hingehört.

Als historische Gemüsepflanze ist sie zudem in Kloster- und Bauerngärten gut einsetzbar.



In subtropischen Dünen sieht man die Stranddistel häufiger mit Mittagsblumen vergesellschaftet.

Kultur

Die wärmeliebende Stranddiestel ist salztolerant, gedeiht aber auch auf salzfreien, durchlässigen und mäßig nährstoffreichen Sandböden in voller Sonne. Jedwede Verschattung wirkt sich negativ auf die Vitalität und auch auf das Erscheinungsbild aus.

Die Etablierung aus Topfballen auf trockenen, grundwasserfernen Sandböden ist ohne zusätzliche Bewässerung in den ersten Vegetationsperioden kein Selbstgänger, da die Pfahlwurzel Zeit benötigt, um in tiefere Bodenschichten vorzudringen.

Günstig sind Standorte mit niedrigen Grundwasserflurabständen von 100 bis 200 cm. Gelegentlicher Trockenstress sorgt für einen kompakten, steifen Habitus. Nach der Etablierung funktioniert die Art aber auch auf trockenen Standorten, bleibt hier aber meist etwas hinter ihren Möglichkeiten zurück.

Bilder






Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
zweijährig
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
30-60 cm Höhe
hell-blau
Juni
Juli
August
blau-grün
grau-grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
essbar
unbedeutend
mäßig trocken
frisch
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
salzhaltig
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Trockenrasen
mittlere Böden
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Ozeanischer Verbreitungsschwerpunkt
Tiefland
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
gut
Mittel
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Dünen
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
Ländlicher Garten
Steppenpflanzung
Klostergarten
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Hauptsortiment
sommergrün