Eryngium alpinum / Alpen-Mannstreu, Alpendistel

Eryngium_alpinum_alpen-mannstreu_blue_star Familie Apiaceae, Doldengewächse
Pflanzen pro qm 8.00
Wikipedia Eryngium alpinum
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Eryngium alpinum 

Der Alpen-Mannstreu kommt von den süd-westlichen französischen, italienischen, schweizer und österreichischen Alpen bis zum Balkan in montaner bis alpiner Höhenlage vor. Die nördlichsten Vorkommen liegen im Norden der Schweiz südlich des Bodensees.

Eryngium alpinum wächst bevorzugt auf gut drainierten, aber durch hohe Niederschläge und/oder sickerfeuchte Steilhänge auf feinerdereichen, humosen und tiefgründigen Kalkschotter- bzw. Mergelböden. Trockenstress tritt nur in Ausnahmefällen und höchstens kurzzeitig auf. Gelegentliche Hangrutschungen, Steinschlag und Lawinenbahnen halten die Wuchsorte gehölzfrei. Derartige Standorte werden in der alpinen Stufe regelmäßig von Rostseggenrasen eingenommen.

Auch in montanen bis subalpinen Hochstaudenfluren frischer, nahrhafter Standorte kommt Eryngium alpinum vor.



Eryngium alpinum ganz traditionell und stimmig als Rabattenstaude im Berner Oberland. Auch hier muss der Standfestigkeit nachgeholfen werden.

Die Standorte sind in der Regel vollsonnig. Die basenreichen Böden sind mäßig bis gut stickstoffversorgt.

Ökologische Zeigerwerte nach TelaBotanica  ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (2)  Kontinentalität (7)  Feuchte (5)  Reaktion (7)  Stickstoff (5)

Beschreibung

Eryngium alpinum ist eine sommergrüne, relativ kurzlebige Staude und wird ca. 60 (80) cm hoch. Sie bildet distelartige, aufrechte Horste.

Die stahlblau angehauchten Blüten erscheinen im Juli/August. Je sonniger die Standorte sind, desto intensiver erscheint der Blaustich der Blüten bzw. der die Blüten umgebenden Hochblätter.

Der Alpen-Mannstreu hybridisiert u.a. mit dem zweijährigen Riesen-Mannstreu (Eryngium giganteum) und dem Spanischen Mannstreu (Eryngium bourgatii). Diese Oliverlanum-Hybriden bzw. Zabelii-Hybriden befinden sich gelegentlich in Gartenkultur.

Die Naturstandorte der Art sind mittlerweile stark bedroht. Intensive Schafbeweidung und das Pflücken der zierenden, symbolträchtigen Blütenstände durch Wanderer.

Verwendungshinweise

Der Alpen-Mannstreu ist eine gute Art für frische, vollsonnige Alpinarien. In Verbindung mit niedrigen bis mittelhohen Gräsern wie Calamagrostis varia oder das kräftigere Calamagrostis arundinacea präsentiert sich die Art am natürlichsten. Am

Naturstandort sieht man außerdem häufig Laserpitium siler und weitere, teilweise gartenbekannte Vertreter der Gebirgsstaudenfluren wie Astrantia major, Allium victorialis, Centaurea montana, an sickerfeuchten Standorten auch Angelica sylvestris.

In Gebirgsregionen ist die Art auch traditioneller Bestandteil von bäuerlichen Gärten und passt hier auch gut in entsprechende Rabatten.



Auf nährstoffärmeren, aber frischen Schottersubstraten bleibt der Habitus kompakt und aufrecht.

Kultur

Auf stickstoffreichen Standorten wächst die Art sehr kräftig, ist aber wenig standfest. In Kombination mit standfesten Begleitern kann sie sich anlehnen und das Manko fällt weniger ins Gewicht.

Aufgrund des verdickten, tiefreichenden Wurzelstocks und dem ausgeprägten Festigungsgewebe von Stängeln, Blättern und Blüten überstehen etablierte Exemplare sommerliche Trockenphasen relativ gut. Zu häufige Wassermangelphasen, insbesondere in Frühling und Frühsommer, führen allerdings zu Kümmerwuchs.

Generell werden zwar möglichst sonnige, aber dennoch eher kühlere Stadorte bevorzugt. Im Flachland ist diese Kombination nur selten anzutreffen. Für Warmlagen sollte hier auf hitzeverträglichere und insgesamt vitalere Eryngium-Alternativen zurückgegriffen werden.

Sorten:
  • Blue Star: bis 80 cm hoch, intensiver Blaufärbung der Blüten
  • Superbum: bis 80 cm hoch, auffallend großer Kranz der Hochblätter, grau-blaue Färbung mit eher geringer Leuchtkraft

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
60-100 cm Höhe
blau
Juni
Juli
grün
dunkel-grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
unbedeutend
frisch
gut drainiert
vollsonnig
sonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
durchlässiger Lehm
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
mittlere Böden
reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Europa
Mittelgebirge (montan)
alpin
Mitteleuropa
Südeuropa
sehr gut
Mittel
strukturbildender Gruppen-Solitär
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Ländlicher Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Steingarten/Alpinum
für Pflanzgefäße geeignet
Rabatte
Insektenweide
Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Hauptsortiment
sommergrün
Alpinum