Eriophorum vaginatum // Scheidiges Wollgras

Familie Cyperaceae, Sauergräser
Pflanzen pro qm 15.00
Wikipedia Eriophorum vaginatum
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Eriophorum vaginatum:

Das Scheidige Wollgras ist in ganz Europa, im nördlichen Asien und Nord-Amerika verbreitet. 

In Deutschland hat es einen deutlichen Verbreitungsschwerpunkt in der Nord-West-Deutschen Tiefebene, ist aber auch im Alpenraum und den östlichen Mittelgebirgen stetig anzutreffen. In der Schweiz ist es weit verbreitet und hat nur im mittleren und nördlichen Mittelland einige Verbreitungslücken.

Das Scheidige Wollgras ist eine Kennart der sauren, extrem stickstofarmen Regenmoore, die meist als Hochmoore ausgebildet sind. Unter den heimischen Wollgräsern dringt es am weitesten in lichte Moorwälder vor bzw. toleriert bis zu einem gewissen Grad das sukzessive Vordringen von Gehölzen in zuvor offene Moorflächen.


Eriophorum vaginatum in typischer Begleitung durch Torfmoose, Fieberklee und Sumpf-Blutauge

In Kalk-Mooren nimmt Eriophorum latifolium die Stelle des Scheidigen Wollgras ein. Auf kalkarmen, stärker grundwasserbeeinflussten und dadurch weniger wechselnassen Standorten tritt verstärkt Eriophorum angustifolium auf.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (7)  Temperatur (-)  Kontinentalität (-)  Feuchte (9)  Reaktion (2)  Stickstoff (1)


Lichter Schatten in Kiefern-Moor-Birkenwäldern wie hier im Plagefenn im Süden der Uckermark wird toleriert.

Beschreibung: Das Scheidige Wollgras ist ein ca. 50 cm hohes Sauergras mit charakteristischen, an Wattebäusche erinnernde Fruchtstände ab Mitte Mai bis Ende Juli. Die eigentlichen Blüten im April sind eher unscheinbar seggenartig schwärzlich. Weil die Fruchtstände den eigentlichen "Blütenschmuck" ausmachen, wird die Art hier als "weiß-blühend" geführt.

Die Art bildet dichte bis lockere Horste und tritt in der Regel bestandsbildend auf. Das Scheidige Wollgras ist duldsam gegenüber anderen Stauden der Moore. Es ist wintergrün, wobei zum Herbst die Laubfärbung von Grün nach Gelblich-Braun wechselt.


Die Blüten sind fast schwarz. Kurzzeitig überziehen blass-gelbliche Staubgefäße den Blütenstand.

Verwendungshinweise: Eriophorum vaginatum ist eine als Aspekt- oder Bestandsbildner in nassen, zeitweise überschwemmten und sonnigen Moorbeetpflanzungen unverzichtbare Art.

In natürlichen Hochmooren ist es oft mit Heidekrautgewächsen wie Vaccinium myrtillus, Calluna vulgaris, Empetrum nigrum oder Erica tetralix vergesellschaftet.

Im Grunde bietet sich auch ein Einsatz in Sumpfschalen, gemischt mit anderen zarten Moorgewächsen an.

Der Bezug ist im Versandhandel unproblematisch möglich.


Prächtig blühendes Exemplar im Gartenteich.

Kultur: Entscheidend für eine mit vertretbarem gärtnerischen Pflegeaufwand zu leistende Kultur ist die Nährstoffarmut des Substrates. Bereits der Eintrag von Herbstlaub kann innerhalb weniger Vegetationsperioden zur Verdrängung der Art durch kräftigere Sumpfpflanzen führen.

Alternativ funktioniert es aber auch gut, das Wollgras in Töpfen mit sandigem Substrat knapp unterhalb der Wasseroberfläche zu platzieren. Auf diese Weise kann es praktisch ohne Aufwand sogar in etwas nahrhafteren Teichanlagen gehalten werden.

Im Vergleich zu den anderen Wollgräsern ist das Scheidige Wollgras am "schattenverträglichsten" und hat den geringsten Nährstoffbedarf.

Die Vermehrung kann vegetativ über die Teilung der Horste erfolgen. Im Handel ist auch Saatgut erhältlich, das nach den Regeln für Kaltkeimer behandelt werden muss.

Bilder





















Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Gras
horstartig
30-60 cm Höhe
weiß
bräunlich/schwarz
April
Mai
Juni
Juli
dunkel-grün
Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
zierend/strukturstark
ungiftig
unbedeutend
wechselfeucht
nass
offenes Wasser
feucht
vollsonnig
sonnig
halbschattig
Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
(lehmiger/humoser) Sand
humos
organische Böden
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
stark sauer
sehr arme Böden
arme Böden
mittlere Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
alpin
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Sibirien
Amerika
Nordamerika
sehr gut
Hoch
Gruppen-Verbands-Pflanze
aspektbildender Flächenfüller
strukturbildende Matrixpflanze
verträglich
Gewässer/Gewässerrand Wiesen Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche Einsatzbereich Handelsgängigkeit
Moorgewässer
Nasswiesen
Feucht- und Moorheiden
Asiatisch-Exotischer Garten
Terrassen-/Balkongarten
Wassergarten
Heidegarten
für Pflanzgefäße geeignet
Wiese/Prärie
Nebensortiment
Belaubung Lebensbereich
winter-/immergrün
Wasserrand/Sumpf
Heiden