Eriophorum angustifolium // Schmalblättriges Wollgras

Familie Cyperaceae, Sauergräser
Pflanzen pro qm 8.00
Wikipedia Eriophorum angustifolium
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort:

 Das Schmalblättrige Wollgras (Eriophorum angustifolium) ist in ganz Europa, im nördlichen Asien und Nord-Amerika v.a. in sehr nährstoffarmen, kalkarmen Mooren und sehr lichten Moorwäldern verbreitet.

Das Schmalblättrige Wollgras ist eine Charakterart der Niedermoor- und Hochmoorschlenken-Gesellschaften. Die Art tritt dabei von den Tiefebenen bis in subalpine Höhenlagen auf und kann auch die sandigen, überschwemmten Uferzonen oligotropher Seen besiedeln.

Die Standorte sind (voll-)sonnig, schwach bis stark sauer und nass, teilweise auch überstaut.

In Kalk-Mooren nimmt das optisch sehr ähnliche Eriophorum latifolium die Stelle des Schmalblättrigen Wollgras ein. In nassen Hochmooren tritt verstärkt Eriophorum vaginatum auf.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)
Licht (8)  Temperatur (-)  Kontinentalität (-)  Feuchte (9)  Reaktion (4)  Stickstoff (2)

Nach Regenfällen geht den Samenständen der flauschige Auftritt etwas ab:



Beschreibung

Das Schmalblättrige Wollgras ist ein ca. 50 cm hohes Sauergras mit charakteristischen, an Wattebäusche erinnernde Samenstände im Juni/Juli.

Die eigentlichen Blüten sind unscheinbar seggenartig gelblich-braun. Weil die Fruchtstände den eigentlichen "Blütenschmuck" ausmachen, wird die Art hier als "weiß-blühend" geführt.

Die Art ist ausläufertreibend und kann sich in vegetationsarmen, nassen und sauren Standorte rasch ausbreiten. Das Schmalblättrige Wollgras ist meist bestandsbildend, aber duldsam gegenüber anderen Stauden der Moore.

Sie ist wintergrün, wobei zum Herbst die Laubfärbung von Grün nach Gelblich-Braun wechselt.

Mit dem Breitblättrigen Wollgras (Eriophorum latifolium) werden natürliche Hybridde gebildet.

Verwendungshinweise

Eriophorum angustifolium ist eine als Aspekt- oder Bestandsbildner in nassen, zeitweise überschwemmten und sonnigen Moorbeetpflanzungen unverzichtbare Art.

Kultur

Entscheidend für eine mit vertretbarem gärtnerischen Pflegeaufwand zu leistende Kultur ist die ausgesprochene Nährstoffarmut des Substrates. Bereits der Eintrag von Herbstlaub führt innerhalb weniger Vegetationsperioden zur Verdrängung der Art durch kräftigere Sumpfpflanzen.

Bilder






Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Gras
flächendeckend
30-60 cm Höhe
weiß
Juni
Juli
grün
rötlich
Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
zierend/strukturstark
ungiftig
unbedeutend
nass
offenes Wasser
feucht
vollsonnig
sonnig
Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
(lehmiger/humoser) Sand
humos
organische Böden
starker Wurzeldruck
stark sauer
sehr arme Böden
arme Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
alpin
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Ostasien/China/Mandschurei
Sibirien
Amerika
Nordamerika
sehr gut
Mittel
Gruppen-Verbands-Pflanze
aspektbildender Flächenfüller
strukturbildende Matrixpflanze
verträglich
Gewässer/Gewässerrand Moore und Sümpfe Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche Einsatzbereich Handelsgängigkeit
Oligotroph
Moorgewässer
Niedermoore
Hochmoore
Feucht- und Moorheiden
Asiatisch-Exotischer Garten
Mediterraner Garten
Wassergarten
Heidegarten
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Wiese/Prärie
Hauptsortiment
Belaubung Lebensbereich
winter-/immergrün
Wasserrand/Sumpf
Heiden