Erica tetralix / Glocken-Heide

Erica_tetralix_glocken-heide_22 Familie Ericaceae, Heidekrautgewächse
Pflanzen pro qm 10.00
Wikipedia Erica tetralix
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Erica tetralix (Glockenheide): Erica tetralix kommt im atlantisch geprägten Europa von der iberischen Halbinsel bis in das südliche Skandinavien vor. In der Schweiz gibt es Einbürgerungstendenzen von Gartenflüchtlingen (Karte der europäischen Verbreitung).

Gebirgslagen werden nur vereinzelt besiedelt. In Deutschland bildet das Nordwest-Deutsche Tiefland den eindeutigen Verbreitungsschwerpunkt. Östlich der Elbe ist die Glocken-Heide bereits deutlich seltener und in den Mittelgebirgsregionen tritt sie nur noch vereinzelt auf.



Erica tetralix im Kaltenhofer Moor mit Krähenbeere und Rohr-Pfeifengras

Die Glocken-Heide ist eine Charakterart des Glockenheide-Anmoors auf grundwasserbeeinflussten oder staunassen, flachgründigen Torfböden. Sie kommt zudem in Gesellschaft der Krähenbeere (Empetrum nigrum) in feuchten Dünentälern der Nord- und Ostseeküste vor.

Die Standorte sind (voll-)sonnig, ausgesprochen stickstoffarm und sehr sauer bis sauer.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)
Licht (8)  Temperatur (5)  Kontinentalität (1)  Feuchte (8)  Reaktion (1)  Stickstoff (2)



Erica tetralix hat die liebreizendsten Blüten unter den Heidekräutern.

Beschreibung

Die Glockeneheide ist ein immergrüner, ca. 40 cm hoher und ebenso breiter Zwergstrauch.

Das Laub ist grau-grün, die kleinen, bauchigen Blüten intensiv rosa. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis August.

Zierend sind auch die rötlich-rost-braunen Samenstände.



Hochmoor-Standort mit abgeblühter Glocken-Heide

Verwendungshinweise

Erica tetralix ist eine schöne Art für Moorbeetpflanzungen und feuchte Heidegärten. Sie wird auch etwas weniger inflationär verwendet als z.B. die Besen-Heide (Calluna vulgaris), die allerdings auch deutlich pflegeleichter ist.

Die zarte Art sollte nur in individuenreichen Beständen eingesetzt werden. Und auch das Gesamthema "Heidemoor" braucht eine gewisse flächige Großzügigkeit.

Passende Partner sind die schon erwähnten Besen-Heide und Krähenbeere sowie das beliebte Moor-Pfeifengras (Molinia caerulea). Für herrliche Effekte sorgen die weißen Samenbüschel des Scheidigen Wollgrases (Eriophorum vaginatum) oder alternativ des Schmalblättrigen Wollgrases (Eriophorum angustifolium).

Glaubwürdige Begleitstauden sind Sumpf-Blutauge (Comarum palustre) oder der Lungen-Enzian (Gentiana pneumonanthe). Im Hintergrund und als Einfassung der Heidemoor-Szene böte sich insbesondere der Sumpf-Porst (Rhododendron palustre) an.



Glocken-Heide-Matrix in einer neu angelegten Moor-Heide

Kultur

Erica tetralix ist nur auf extrem saueren, feuchten bis nassen und sehr stickstoffarmen Torf- oder Sandböden mit angemessenem Pflegeaufwand zu kultivieren. Unter Naturschutzgesichtspunkten ist die Kultur auf nassem Sand über einer wasserstauenden Schicht die einzig vertretbare.

Schon der Eintrag von Herbstlaub führt zu übermäßigen Nährstoffanreicherungen. Die lichtliebende, konkurrenzschwache Art wird von den dann aufkommenden Wildkräutern schnell verdrängt.

Auch regelmäßige Bewässerung mit kalkreichem Leitungswasser sollte vermieden werden.

Sorten:
  • Alba: wie die Art, weiße Blüten
  • Con Underwood: wie die Art, violett-rosa Blüten
  • Hookstone Pink: silbrig-grau-grünes Laub, intensiv hellrosa Blüten
  • Pink Star: silbrig-grau-grünes Laub, hellrosa Blüten

Bilder





Erica_tetralix_glocken-heide_22

Attribute

Lebensform Sträucher/Bäume Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Strauch
Halb-/Zwergstrauch
niederliegend/kriechend
breit ausladend
weiß
rosa
rosé-weiß
pink
Juni
Juli
August
grau-grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
unbedeutend
nass
nicht austrocknend
feucht
vollsonnig
sonnig
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
(lehmiger/humoser) Sand
humos
organische Böden
starker Wurzeldruck
keine Bodenverdichtung
stark sauer
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Moore und Sümpfe
sehr arme Böden
arme Böden
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Ozeanischer Verbreitungsschwerpunkt
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Hügelland (collin)
gut
Hoch
Gruppen-Verbands-Pflanze
aspektbildender Flächenfüller
strukturbildende Matrixpflanze
verträglich
konkurrenzschwach
Hochmoore
Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Feucht- und Moorheiden
Heidegarten
Hauptsortiment
winter-/immergrün
Heiden