Eremurus robustus / Lilienschweif, Starke Steppenkerze

Eremurus_robustus_lilienschweif_11 Familie Xanthorrhoeaceae, Grasbaumgewächse
Pflanzen pro qm 4.00
Wikipedia Eremurus robustus
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Eremurus robustus (Lilienschweif): Eremurus robustus stammt aus den bergigen Felssteppen Zentral-Asiens.

Der Lilienschweif wächst dort an montanen Berghängen auf sonnenexponierten, feinerdereichen und gut drainierten Kalk-Schotterböden.

Die Substrate sind stickstoffreich, oftmals befinden sie sich im Einflussbereich von Viehlagerstätten.



In großen Kübeln kann der Lilienschweif ohne Schwierigkeiten dauerhaft kultiviert werden.

Beschreibung

Eremurus robustus treibt aus einer großen, seesternartigen Wurzelknolle zunächst schwertartige, blaugrüne Laubblätter. Sie werden bereits im Laufe des Juni mit der Entwicklung des Blütenschaftes unansehnlich.

Auf stickstoffreichen Böden ereicht die weiße bis rosa-weiße Blütenraube gegen Mitte Juni bis 230 cm Höhe. Sie blüht von unten nach oben auf.

Noch während an der Spitze des Blütenstandes die letzen Blüten aufgehen, bilden sich im unteren Teil bereits die grünen, kugeligen Samenstände.



Größere Gruppen drücken einem Garten für einige wenige Wochen sehr eindrücklich ihren Stempel auf.

Verwendungshinweise

Die Blütenstände des Lilienschweifs sind zweifellos beeindruckend, insbesondere in größeren Gruppen, hoch über den restlichen Stauden trohnend. Man kann ihnen nachsehen, das sie nur für kurze Zeit eine bedeutende Rolle für einen Gartenraum spielen, vielleicht sind es drei, höchstens vier Wochen. Davor und danach müssen sich andere um die Gartenstruktur mühen.

Der Lilienschweif passt optisch gut in steppenartige Situationen, ist aufgrund der Standortansprüche hier aber nicht leicht zu vergesellschaften. Die meisten Steppenarten wirken auf stickstoffreichen Böden unnatürlich oder sind nicht konkurrenzfähig.

Leichter lässt sie sich mit den nordamerikanischen Präriarten vergesellschaften, die mit nahhaften, mitunter sommertrockenen Böden gut zurecht kommen. Man denke insbesondere an Ludwigs-Beifuß (Artemisia ludoviciana), Schöne Seidenpflanze (Asclepias speciosa), Palmlilien-Mannstreu (Eryngium yuccifolium), Lanzen-Eisenkraut (Verbena hastata) oder Prachtscharte (Liatris spicata). Die passende Matrix können niedrigere Ruten-Hirse (Panicum virgatum) oder Goldbart (Sorghastrum nutans) stellen.

Für echte Steppenanlagen ist die zierlichere, wesentlich preisgünstigere, allerdings gelb blühende Schmalblättrige Steppenkerze (Eremurus stenophyllus) die bessere Alternative und auch auf weniger nahrhaften Böden blühsicher.

Ansonsten ist Eremurus robustus natürlich eine gute Art für den Hintergrund von Rabatten aller Art. In Verbindung mit spät austreibenden, kräftigen Horstgräsern und Stauden lässt sich auch am Besten kaschieren, dass das Laub frühzeitig unansehnlich wird.

Stellenweise wird sogar eine Verwendung im Straßenbegleitgrün (insbesondere Verkehrsinseln) praktiziert.



Eremurus robustus in einer aufwändig gestalteten Verkehrsinsel in Angermünde

Kultur

Soweit länger winterliche Staunässe vermieden werden kann, ist Eremurus robustus sehr winterhart und kann auch in großen Pflanzgefäßen überwintern. 

Bis etwa Mitte Mai sollten die Standorte einige Stunden direktes Sonnenlicht erhalten.

Ohne Düngung (Flüssigdünger im Frühling oder Kompostgaben im Herbst) nimmt die Wuchskraft und Blühfreudigkeit im Laufe der Jahre stetig ab. Während der Vegetationsperiode von März bis Ende Mai sollten Trockenphasen vermieden werden, da es zu Schäden an den Blütenknospen kommen kann.

Die Pflanzung erfolgt im Herbst mit einer Bodenüberdeckung von 10 bis 15 cm.



Der kräftige Austrieb kündigt zweifellos große Taten an.

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Zwiebel/Knolle
horstartig
150-250 cm Höhe
weiß
rosé-weiß
Mai
Juni
blau-grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
unbedeutend
mäßig trocken
frisch
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
wintermilde Lage
Warmlagen
Asien
Kleinasien
Vord. Orient
gut
Gering
strukturbildender Gruppen-Solitär
verträglich
Ländlicher Garten
Mediterraner Garten
Repräsentative Gärten
Steppenpflanzung
öffentliches Grün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Rabatte
Wiese/Prärie
Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Hauptsortiment
vorsommergrün
Wiesen
Felssteppen