Equisetum telmateia // Riesen-Schachtelhalm

Familie Equisetaceae, Schachtelhalmgewächse
Pflanzen pro qm 3.00
Wikipedia Equisetum telmateia
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Equisetum telmateia (Riesen-Schachtelhalm): Equisetum telmateia kommt von praktisch ganz Europa bis Nordafrika sowie in Klein- und Vorderasien vor (Karte der europäischen Verbreitung).  In Nordamerika besiedelt der Riesen-Schachtelhalm einen schmalen Korridor entlang der Pazifikküste von der Kalifornischen Bucht im Süden bis Britisch Kolumbien im Norden (Verbreitungskarte Nordamerika).

In Deutschland liegt der Vorkommensschwerpunkt in den Alpen und dem Apenvorland, vom Schwarzwald über die Schwäbische bis zur Fränkischen Alb und vom West-Harz bis zum Weserbergland. Im Tiefland ist die Art selten, nur in der Westfälischen Bucht und dem östlichen Schleswig-Holstein findet man sie häufiger. Die Vorkommen weisen insgesamt große Verbreitungslücken auf.



Equisetum telmateia am Naturstandort in einem sickerfeuchten Hangfuß in einem Bergwald zusammen mit Gewöhnlicher Pestwurz

Der Riesen-Schachtelhalm wächst in kalkreichen, mäßig nahrhaften und feuchten bis nassen Mooren und Moorwäldern sowie Bruch und Auenwäldern.

Der wärmeliebende Riesen-Schachtelhalm ist eine Kennart des Bach-Eschenwaldes. Im Tiefland ist die Art an Waldstandorte gebunden. In montanen und alpinen Lagen kommt sie dagegen auch in offenen Kalk-Mooren und Hang-Quell-Mooren vor.

Die Standorte sind ausgeprägt ozeanisch getönt mit milden Wintern und feuchten Sommern.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)
Licht (5)  Temperatur (6)  Kontinentalität (2)  Feuchte (8)  Reaktion (8)  Stickstoff (5)



Schöner Bestand im Gegenlicht an einem Bachlauf im Buchenwald

Beschreibung

Equisetum telmateia bildet fertile, chlorophyllfreie Frühjahrstriebe und vegetative Sommertriebe. Auf nährstoffreichen, sickerfrischen Standorten werden die tannenwedelartigen Sommertriebe bis 150 cm hoch, in Ausnahmefällen sogar bis 200 cm.

Durch Ausläufer entwickeln sich lockere bis dichte Bestände, ohne jedoch agressiv-dominant zu wuchern.



Die sporentragenden Frühjahrstriebe sind nicht zierend, stören aber auch nicht.

Verwendungshinweise

Equisetum telmateia ist eine ungewöhnliche, auf guten Standorten nahezu ornamentale Charakterstaude. In der Gartenarchitektur spielt sie praktisch keine Rolle und im Handel so gut wie nicht zu bekommen. 

Sie eignet sich einerseits für urig-naturhafte, weiträumige Feuchtwälder und absonnige oder schattigere Lagen am Gewässerufer, insbesondere an kleineren Fließgewässern. Naturalistische Pflanzungen würden auf kräftige Begleiter wie Straußfarn (Matteuccia struthiopteris), Hänge-Segge (Carex pendula) oder sogar die wuchernde Gewöhnliche Pestwurz (Petasites hybridus) zurückgreifen.

Üppige Exotik dagegen würde z.B. in Kombination mit Aralie (Aralia cordata), Davias Waldrebe (Clematis heracleifolia), Schmalköpfige Ligularie (Ligularia stenocephala) oder Schaublättern wie Rodgersia podophylla. Auch mit mittelhohem Bambus wie dem weißrandige Veitsch´s Bambus (Sasa veitchii) entstehen spannende Bilder.

Andererseits kann man sie in minimalistischen Ansätzen auch einfach ganz alleine wirken lassen. Vor einer Sichtbetonwand kommt die klare Grafik so erst richtig zur Geltung.



Der nachfolgende Austrieb der Sommertriebe erinnert an Tannenwedel.

Kultur

Auf dauerhaft feuchten bis nassen, luftfeuchten und nicht zu nahrhaften Standorten ist die Art pflegeleicht und problemlos zu kultivieren.

Der Ausbreitungsdrang ist kontrollierbar, zumal kräftige Konkurrenten nicht verdrängt, sondern locker durchwachsen werden. Wo es erforderlich ist, kann man natürlich auch mit robusten Rhizomsperren arbeiten.

Bilder






Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütezeit Blattfärbung Geniessbarkeit/Giftwirkung
Staude
Farn
flächendeckend
100-150 cm Höhe
April
grün
giftig
Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit
nass
offenes Wasser
nicht austrocknend
feucht
halbschattig
sommerlich schattig
absonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
durchlässiger Lehm
Lehm
Ton
humos
organische Böden
starker Wurzeldruck
kalk-/basenreich
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Herkunft BEWERTUNGEN Gewässer/Gewässerrand Staudenfluren Gebüsche
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
alpin
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Ostasien/China/Mandschurei
Japan/Korea/Sachalin/Taiwan
Kleinasien
Vord. Orient
Afrika
Nordafrika
Amerika
Nordamerika
gut
Gering
strukturbildender Gruppen-Solitär
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Stillgewässer
Kalkreich
Mesotroph
Moorgewässer
Fliessgewässer
Quellfluren
Bäche
Hochstaudenfluren feuchter bis nasser Standorte
Feuchtgebüsche
Grauweidengebüsche
Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Feuchtwälder
Erlenbruchwälder
Auwälder
Asiatisch-Exotischer Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Wassergarten
Waldgarten
für Pflanzgefäße geeignet
Raritäten/Saatgut
sommergrün
Gehölz/Wald
Wasserrand/Sumpf