Echinops sphaerocephalus

Echinops_sphaerocephalus_dr%c3%bcsenbl%c3%a4ttrige_kugeldistel_12 Name Drüsenblättrige Kugeldistel
Botanischer Name: Echinops sphaerocephalus
Familie Asteraceae, Korbblütler
Pflanzen pro qm 6.00
Wikipedia Echinops sphaerocephalus
Verbreitungskarte Verbreitungskarte
Sorten

Arctic Glow

Beschreibung

Naturstandort von Echinops sphaerocephalus (Drüsenblättrige Kugeldistel):                                                                                                     Echinops sphaerocephalus ist ursprünglich süd- und ost-europäisch sowie süd-west-asiatisch in montanen Felssteppen verbreitet. Heute ist die Drüsenblättrige Kugeldistel aber praktisch in ganz Europa mehr oder weniger stabil eingebürgert (Karte der europäischen Verbreitung).

In Deutschland fehlt die Drüsenblättrige Kugeldistel nur in der Nord-West-Deutschen Tiefebene und in den Alpen weitgehend. Stabile Populationen bestehen v.a. in den mittel- und süddeutschen Wärmegebieten. In der ostdeutschen Tiefebene sind die einzelnen Vorkommen unbeständig. Alle Standorte gelten als neophytische, auf Gartenflüchtlinge zurückgehende Ansiedlungen.



Gestörte Restflächen wie hier zwischen einem brandenburgischen Acker und einer Landstraße sind das Revier der Drüsenblättrige Kugeldistel.

Die ausgesprochen wärme- und lichtliebende Drüsenblättrige Kugeldistel ist in Mitteleuropa eine Kennart der Eselsdistel-Gesellschaft, die in sommerwarmen, kontinentaler geprägten Gebieten auf stickstoffreichen, humusarmen Kalkschotterböden vorkommt.

Echinops sphaerocephalus ist außerdem stetig in ruderalen Halbrockenrasen anzutreffen. Gemeinsam sind den Wuchsorten regelmäßige Bodenverletzungen, die der versamungsfreudigen Art neue Etablierungschancen eröffnen.

Die durchlässigen Substrate sind mäßig trocken, frische Standorte sind zumindest sommertrocken.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)
Licht (8)  Temperatur (7)  Kontinentalität (6)  Feuchte (4)  Reaktion (8)  Stickstoff (7)




Naturstandort auf einer schottrigen Straßenböschung. Die Kombination mit den dunkel-rost-roten Samenständen des Wiesen-Sauerampfers sollte übrigens Beachtung finden.


Beschreibung

Die kurzlebige Echinops sphaerocephalus wird bis 150 (190) cm hoch, die Blätter sind unterseits weiß-filzig behaart.

Die Blüten von Ende Juni bis Mitte August sind weißlich und haben durch die Kugelform bereits im Knospenstadium Zierwert.

Nach der Blüte zerfallen die Samenstände aber bis zum Frühherbst. Dabei sind die bräunlichen Blütenreste dem Zierwert nicht sonderlich zuträglich und auch die rein-braune Färbung der Samenstände erreicht nicht den Zierwert der blau blühenden Verwandten Echinops ritro oder Echinops microcephalus.

In Gartenkultur bekannter ist die blaue Ruthenische Kugeldistel (Echinops ritro) und weniger üblich die ebenfalls blaue Banater Kugeldistel (Echinops bannaticus).



Dunkle Hintergründe sind für die Wahrnehmbarkeit des etwas matten Grau-Weiß der Blüten hilfreich.

Verwendungshinweise

Diese Kugeldistel ist eine interessante Alternative für Bauerngärten oder Felssteppenpflanzungen.

Die Blüten sind insgesamt etwas blass und von relativ geringer Fernwirkung. Sie kontrastieren dadurch nicht so überzeugend mit den Samenständen von Gräsern wie ihre blauen Verwandten.

Sie eignet sich aber gut für silbrig-graue Ton-in-Ton-Arrangements z.B. mit Thüringischer Strauchpappel (Lavatera thuringiaca), Echtem Eibisch (Althaea officinalis), Seidiger Königskerze (Verbascum bombyciferum) Eselsdistel (Onopordum acanthium) oder Wermut (Artemisia absinthium).      

Anders als die etwas später blühende Echinops ritro wirkt Echinops sphaerocephalus auch in Rabatten ungewöhnlich. Die Standfestigkeit ist selbst auf reichen Böden gut. 

Allerdings mindern die braun abblühende Blütenkrone und der schon im Hochsommer einsetzende Zerfall der Kugeln den Zierwert etwas.



Massenbestand auf einer verlassenen Gleisanlage

Kultur

Die Art funktioniert sehr zuverlässig. Sie liebt sonnig-warme, gerne auch hitzeanfällige Standorte und auch sommerlicher Trockenstress behagt ihr. Gleichzeitig stört sie sich nicht daran, wenn sie auf schweren Lehmböden im Winter dauerhaft feuchte Füße bekommt. 

Die Vitalität der einzelnen Exemplare erschöpft sich aber nach wenigen Jahren sichtlich. Meist versamt sie sich jedoch willig, wenn genügend freie Bodenstellen vorhanden sind. In Neuanlagen kann sie auch problemlos aus Saatgut etabliert werden. Oft blüht sie noch im ersten Jahr .

Echinops sphaerocephalus treibt auch willig aus Rhizomschnittlingen neue Pflanzen.

Sorten:

  • Arctic Glow: wie die Art, mit rötlichen Stengeln und dadurch kontrastreicher, gute Standfestigkeit

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
100-150 cm Höhe
weiß
Juni
Juli
August
dunkel-grün
grau-grün
Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
zierend/strukturstark
ungiftig
unbedeutend
mäßig trocken
frisch
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
mittlere Böden
reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Kontinentaler Verbreitungsschwerpunkt
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Mitteleuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Zentral-Asien
Kleinasien
Vord. Orient
gut
Mittel
strukturbildender Gruppen-Solitär
verträglich
Staudenfluren Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Staudenfluren trockenwarmer Standorte
Bauerngarten
Mediterraner Garten
Repräsentative Gärten
Steppenpflanzung
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Rabatte
Insektenweide
Hauptsortiment
sommergrün
Felssteppen
Gehölzrand/Staudenfluren