Echinacea pallida // Bleicher Scheinsonnenhut, Prärie-Igelkopf

Familie Asteraceae, Korbblütler
Pflanzen pro qm 16.00
Wikipedia Echinacea pallida
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Echinacea pallida

Der Bleiche Sonnenhut kommt mit Ausnahme von Florida fast im gesamten Osten der USA vor. Er ist dabei von den Tiefebenen bis in montane Höhen zu finden.

Echinacea pallida wächst in Prärien und an sonnigen Stellen lichter Wälder bzw. auf Waldlichtungen und Schlagfluren, an rasigen Wegsäumen, in langjährigen Wiesenbrachen und ausdauernden Ruderalfluren. Die Art neigt zur Ausbildung aspektbestimmender, individuenreicher Bestände.

 Mit Verbascum nigrum und Coreopsis verticillata im Kiesgarten.

Echinacea pallida ist ursprünglich eine Kennart der Savannen. Hier sorgen regelmäßige Feuer dafür, dass auf den eigentlich waldfähigen Böden nur einzelne Bäume oder kleine, lockere Baumgruppen stehen.

Der Bleiche Sonnenhut siedelt auf ärmeren bis mäßig nahrhaften, skelettreich-lehmigen bis sandigen, mehr oder weniger neutralen und tiefgründigen Böden.

Die Standorte sind (voll-)sonnig und mäßig trockenen. Harte Trockenstressbedingungen werden gemieden.

 Derartige Massenbestände von Echinacea pallida sieht man in Kultur eher selten.

Beschreibung
Der Bleiche Sonnenhut bildet bis 100 (130) cm hohe Horste und entwickelt ausgebleicht-karminrote Blüten von Juli bis in den September hinein. Die Zungenblüten sind in der Regel auffällig schmal und stark hängend. Damit unterscheidet sich die Art deutlich von der häufiger verwendeten Echinacea purpurea.

Die schwarz-braunen Samenstände sind den Winter hindurch strukturstabil und zierend. Auf möglichst sonnigen Standorten mit wiederkehrendem Trockenstress entwickelt sich vorher sogar eine durchaus ansehnliche, orangene Herbstfärbung.

Echinacea pallida ist im Gegensatz zum bekannteren Purpur-Scheinsonnenhut langlebig und kann durchaus 10 bis 15 (20) Jahre überdauern.

Sehr ähnlich ist die selten verwendete und gehandelte Echinacea simulata mit kräftigeren, etwas standfesteren Blütenstielen. Sie wurde lange übersehen und Echinacea pallida zugeschlagen.

Die zierende, orangene Herbstfärbung wird unterschätzt.

Verwendungshinweise
Durch die wie ausgewaschen wirkenden Blüten und die schmalen, herabhängenden Zungenblüten entwickelt der Bleiche Sonnenhut einen sehr eigenen, interessanten Habitus.

Echinacea pallida ist eine gute Art für sonnigen Staudenpflanzungen und steppenartigen Flächen in Verbindung mit Gräsern in repräsentativen, gärtnerisch betreuten Anlagen.

Die Standfestigkeit ist in der Regel allerdings nicht überzeugend. Sie scheint zu erwarten, dass sich ihre Blütenstiele an ähnlich hohe Gräser und Begleitstauden anlehnen können.

In historischen Kloster- und Bauerngärten findet sich die Art zwar nicht, sie hat aber keinen geringeren Wirkstoffgehalt als Echinacea purpurea und kann hier entsprechend trotzdem als ansprechende, dauerhaftere Variation eingesetzt werden.

Der Bleiche Sonnenhut macht sich auch gut als Gerüstbildner in mittelhohen, wiesenartigen Staudenfluren, wenn er in Kleinstgruppen wiederholt wird.

 Die Winterstruktur ist wie bei allen Scheinsonnenhüten zierend.

Ansehnlich ist hier die Kombination mit der zeitgleich blühenden, flächendeckend eingesetzten Karthäuser Nelke (Dianthus carthusianorum). Zu den Standard-Blühpartenrn gehören der leider nicht sonderlich ausdauernde Palmlilien-Mannstreu (Eryngium yuccifolium) und Garten-Duftnessel (Agastache rugosa x foeniculum) sowie als Matrix das Rauhgras (Achnatherum calamagrostis).

Etwas ungewöhnlicher, aber erstaunlich überzeugend ist die Verbindung mit dem gelb blühenden Seltsamen Scheinsonnenhut (Echinacea paradoxa) und dem Russel-Brandkraut (Phlomis russeliana).

Am Naturstandort sieht man ihn in ruderalisierten Flächen auch zusammen mit dem Garten-Feinstrahl (Erigeron annuus) anmutige Blütenbilder entwerfen.

Zu bedenken ist, dass die Art erst ab dem dritten Standjahr einen üppigen Blütenflor entwickelt, sie ist nichts für ganz Ungeduldige. Schnellere Effekte erzielt man zweifellos mit Echinacea purpurea.

 'Hula Dancer' zusammen mit der schneeweißen Auslese des Klatschmohns Papaver rhoeas 'Bridal Silk'.

Kultur
Die Art funktioniert auf allen locker-tiefgründigen Mineralböden in möglichst sonnigen Lagen zuverlässig. Trockenphasen werden von etablierten Exemplaren klaglos überstanden.

Nach der Pflanzung benötigt die Art aber v.a. auf leichten Böden oder unter Wurzelkonkurrenz etwas  intensivere Unterstützung, bis sich die tiefreichende Pfahlwurzel ausgebildet hat.

Auf stickstoffreichen Substraten schießt der Bleiche Sonnenhut bis zu 160 cm in die Höhe und verliert seinen natürlichen Habitus etwas sowie seine ohnehin mäßige Standfestigkeit vollkommen. Man sollte generell höchstens mäßig nahrhafte Substrate verwenden.

Der Austrieb ist bei Schnecken leider sehr beliebt.

Sorten:
  • Hula Dancer: wie die Art, aber mit weißen, kalt-rosa getönten Kronblättern und grünlich-weißen Pollen
  • Bilder





















    'Hula Dancer'



    'Hula Dancer'