Digitalis purpurea // Roter Fingerhut, Garten-Fingerhut

Familie Plantaginaceae, Wegerichgewächse
Pflanzen pro qm 8.00
Wikipedia Digitalis purpurea
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Digitalis purpurea

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Roten Fingerhuts umfasst das westliche Skandinavien, Mittel- und Südeuropa sowie das westliche Nordafrika. Im östlichen Mitteleuropa und auf Teilen des Balkans ist der Rote Fingerhut eingebürgert (Karte der europäischen Verbreitung). Auch in Südamerika gibt es nennenswerte Einbürgerungstendenzen.

In Deutschland ist die Art in den westlichen Tiefebenen flächendeckend häufig. Östlich der Elbe ist sie nur noch verstreut und neophytisch verbreitet. In der Schweiz ist er im Mittelland und im Tessin zerstreut anzutreffen.

Digitalis purpurea verwildert an einer Grundstücksgrenze.

Der Rote Fingerhut kommt als Kennart der Weidenröschen-Fingerhut-Schlagfluren in bodensauren, mehr oder weniger stickstoffreichen Laubmischwäldern vor. Häufig tritt die Art auch in submontanen und montanen, ausreichend wasserversorgten, bodensauren Besenginsterheiden auf.

Die Art ist lichtliebend, hält sich aber auch in halbschattigen Lagen.

Der Rote Fingerhut bevorzugt wintermilde und niederschlagsreichere Standorte/Regionen. Hier fallen die bevorzugt besiedelten (anlehmigen), humosen Sandböden nur selten trocken.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (7)  Temperatur (5)  Kontinentalität (2)  Feuchte (5)  Reaktion (3)  Stickstoff (6)

Auf einer Lichtung in einem Kiefernforst auf magerem Sand kümmert dieser Rote Fingerhut etwas.

Beschreibung
Der von Juni bis Juli erscheinende Blütenschaft von Digitalis purpurea wird an günstigen Standorten bis 120 (150) cm hoch, die Blüten sind entweder hell purpurrot/pink oder cremeweiß. Der Blütenschaft wird gegen Ende der Blütezeit stark "kopflastig" und verliert dann deutlich an Eleganz.

Der Rote Fingerhut wächst horstig und ist zweijährig, versamt sich aber auf geeigneten Standorten willig und sicher.

Bekanntermaßen ist die Art - wie alle Gattungsvertreter - stark giftig. Er ist aber medizinisch für die Gewinnung von herzstärkenden Medikamenten bedeutsam.

Zusammen mit dem gelb blühenden Digitalis grandiflora ist er eine der Elternarten des beliebten, besonders großblütigen Garten-Fingerhuts (Digitalis x mertonensis).

Verwendungshinweise
Der Rote Fingerhut ist ein historischer Begleiter der Bauern- und Klostergärten und wird in verschiedenen Auslesen im Privatgartenbereich ausgiebig eingesetzt.

Dennoch ist die botanische Art gut in Bauern-/Klostergärten und in Verbindung mit naturnahen Baumbeständen, Gehölzrändern, Lichtungen und frischeren, halbschattigen Bereichen von Heidegärten zu verwenden.

Liebhabern naturidentischer Pflanzungen seien Kombination mit Wald-Reitgras (Calamagrostis arundinacea) und weniger wuchernder Auslesen des Schmalblättrigen Weidenröschens (Epilobium angustifolium) ans Herz gelegt.

Manche der Hybriden sind recht plakative Erscheinungen und für naturhafte Situationen eher ungeeignet.

Gelegentlich findet man Digitalis purpurea auch wegebegleitend in ruderalen Staudenfluren.

Kultur
Digitalis purpurea ist auf bodensauren, mehr oder weniger frischen Böden in lichten Lagen pflegeleicht.

Insbesondere auf Standorten mit Wurzelkonkurrenz durch Bäume kann sie sich oft trotz ihrer Kurzlebigkeit auch ohne größere Unterstützung dauerhaft halten. Hier bleibt nämlich die Dichte des Bodenbewuchses meist hinreichend lückig, um die Verjüngung der sehr keimfreudigen Art zu gewährleisten.

Zumindest aus Direktsaat oder Verwilderung hervorgegangene Exemplare ertragen auch sommerliche Trockenphasen klaglos, weil sich anders als bei Topfballenware die Entwicklung von Wurzelwerk und Laub im Gleichklang vollziehen können.

Die Aussaat kann unmittelbar nach der Samenreife erfolgen. Im Garten findet man nicht selten schon im Juli Fingerhut-Sämlinge.

Im ländlichen Garten ist der Fingerhut ein kaum entbehrlicher Klassiker.

Sorten:
  • Alba: bis 100 cm, Blüte weiß mit innenliegender, dunkler Punktierung, grünlich-weiße Knospen
  • Apricot: bis 100 cm, Blüte gelblich-rosa
  • Camelot Creme: 120 cm, lavendel-rosa Blüten mit dunkler Punktierung
  • Camelot Lavendel: 120 cm, creme-gelblich-weiße Blüten mit dunkler Punktierung
  • Camelot Rosa: 120 cm, kräftig rosa Blüten mit dunkler Punktierung
  • Camelot Weiß: 120 cm, Blüte weiß mit innenliegender, dunkler Punktierung, grünlich-weiße Knospen
  • Excelsior-Hybrids: bis 200 cm, Blüte rosa bis purpur-rot, grau-grünes Laub
  • Camelot Weiß: 120 cm, lavendel-rosa Blüten mit dunkler Punktierung
  • Gloxiniaeflora: bis 150 cm, Blüte rosa-rot
  • Monstrosa: diverse Farbschläge von creme-weiß, rosa bis lachs, kennzeichnend ist eine "monströs" große, fast aufrecht stehende Einzelblüte an der Spitze des Blütentriebes. Der übrige Blütenstand ist arttypisch
  • Pam´s Choice: bis 120 cm, Blüte cremeweiß, innen mit weinroten Flecken
  • Snow Thimble: bis 100 cm, rein-weiße Blüten ohne jede Zeichnung, mit zart-creme-gelb-grünlichen Knospen
  • Bilder


















    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    zweijährig
    horstartig
    100-150 cm Höhe
    150-250 cm Höhe
    weiß
    rosa
    rosé-weiß
    pink
    apricot
    Juni
    Juli
    grün
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    stark giftig
    Heil-/Gewürzpflanze
    unbedeutend
    frisch
    vollsonnig
    sonnig
    halbschattig
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    kalkfrei, sauer
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    humos
    organische Böden
    poröser Schotter
    starker Wurzeldruck
    stark sauer
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Staudenfluren
    mittlere Böden
    reiche Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    gemäßigte Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Ozeanischer Verbreitungsschwerpunkt
    Tiefland
    Mittelgebirge (montan)
    Nordeuropa
    Mitteleuropa
    Südeuropa
    Hügelland (collin)
    Afrika
    Nordafrika
    befriedigend
    Mittel
    strukturbildender Gruppen-Solitär
    Gruppen-Verbands-Pflanze
    verträglich
    Staudenfluren frischer, nährstoffreicher Standorte
    Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
    Besenginsterheiden
    Laubwälder
    Buchenwälder
    Moderbuchenwälder
    Eichenwälder
    Bodensauere Eichenmischwälder
    Nadelwälder
    Kiefernwälder
    Sand-Kiefernwälder
    Ländlicher Garten
    Repräsentative Gärten
    Heidegarten
    Waldgarten
    Klostergarten
    Rabatte
    Insektenweide
    Hauptsortiment
    winter-/immergrün
    Lebensbereich
    Gehölz/Wald
    Gehölzrand/Staudenfluren