Dianthus carthusianorum // Karthäuser Nelke

Familie Caryophyllaceae, Nelkengewächse
Pflanzen pro qm 14.00
Wikipedia Dianthus carthusianorum
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Dianthus carthusianorum: Die Karthäuser Nelke kommt von Süd- bis Mittel- und Süd-Osteuropa sowie in den Gebirgsregionen der Türkei vor.

In Deutschland fehlt sie in den atlantischer geprägten westlichen Tiefebenen sowie in den Hochlagen der Mittelgebirge und den Alpen weitgehend. Ansonsten ist sie aber in allen Naturräumen mehr oder weniger stetig vertreten. In der Schweiz hat sie im Mittelland und im Alpenvorland sowie den Ost-Alpen Verbreitungslücken, ist sonst aber recht häufig.



Massenbestand der Karthäuser Nelke in einem Sand-Trockenrasen mit Schafschwingel und Berg-Sandglöckchen bei Ketzin (Brandenburg)

Die Karthäuser Nelke besiedelt vorrangig basenreiche, (voll-)sonnige Trespen-Halbtrockenrasen und kontinentalen Steppenrasen. In aufgelassenen, zunehmend eutrophierenden und sogar ruderalisierenden Magerrasen kann sich die Art noch erstaunlich lange halten.

Man findet sie entsprechend auch noch in mageren Salbei-Glatthafer-Wiesen. Ihre relativ weite Standortamplitude verdeutlichen die regelmäßigen Vorkommen auch in basenarmen Pionier-Sandtrockenrasen (Silbergrasfluren).

Die sandigen oder skelettreichen Lehmböden sind ausgesprochen stickstoffarm und zeichnen sich durch einen hohen Wasserabfluss und entsprechende Sommertrockenheit aus. 

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (5)  Kontinentalität (4)  Feuchte (3)  Reaktion (7)  Stickstoff (2)

Die Karthäuser Nelke (Dianthus carthusianorum) ist für einen Hungerkünstler in der Kultur erstaunlich robust.

Zusammen mit Hirsch-Haarstrang und Taubenkropf-Leimkraut in einer Federgras-Steppe bei Brodowin (Brandenburg)

Beschreibung: Die sommergrüne, in sehr milden Wintern auch schwach wintergrüne Karthäuser Nelke wächst locker horstartig und erreicht je nach Standortbedingungen Höhen von 30 bis 60 cm. Das Laub ist blau-grün.

Die köpfchenartig angeordneten, tief purpurroten Blüten erscheinen ausdauernd von Mitte Juni bis Anfang August, schwächere Nachblüten reichen auch bis in den September/Oktober hinein. Die Blüten sind bei Schmetterlingen sehr begehrt.

Die dunkel-braunen Samenstände bleiben über den Winter erhalten und haben zumindest in naturalistischen Steppenrasen einen gewissen Funktionswert.

Mit der Sand-Nelke (Dianthus arenarius) werden natürliche Hybriden gebildet.

Sehr ähnlich, aber in allen Teilen kräftiger und höherwüchsiger ist die Große Nelke aus Süd-Ost-Europa. Sie wird offiziell kaum angeboten, erhält man aber ungewöhnlich kräftige Karthäuser-Nelken geliefert, kann es sich in Wahrheit um die Große Nelke oder evtl. eine Hybridform handeln.



Auffällig kräftiges Exemplar der Karthäuser-Nelke zusammen mit einer Gewöhnlichen Sichelmöhre in den Silberbergen bei Garz.

Verwendungshinweise: Dianthus carthusianorum darf in keinem naturhaften Kiesgarten oder Steppenrasen fehlen. Auch in extensiven Mähwiesen und süd-exponierten, trockenen und nährstoffarmen Gehölzrändern kann man schwer auf sie verzichten.

Die Blüten werden einerseits hoch erhobenen Hauptes präsentiert und fallen zudem durch das leuchtende Pink mit guter Fernwirkung auf, andererseits sind sie durch die geringe Größe trotzdem angenehm unaufdringlich. Sie blühen ungemein ausdauernd und dennoch kann man ihrer nicht überdrüssig werden.

Dianthus carthusianorum kommt aber auch ebenso gut im Vordergrund von durch Ziergräser geprägten Rabatten zur Geltung.



Gärtnerische Nachbildung einer Federgrassteppe u.a. mit Dianthus carthusianorum, Stipa capillata und Stipa pulcherrima.

Kultur: An zusagenden Standorten samt sich die Art willig aus und kann auch durch Aussaat einfach und zuverlässig in Neuanlagen etabliert werden. Die Keimung benötigt keinen Kälteimpuls, sondern kann ganzjährig bei 15-20 Grad und gleichmäßiger Feuchte rasch und reichlich eingeleitet werden.

Staunässe ist ungünstig und auf nahrhaften Böden wächst die Art mastig und verliert an Standfestigkeit und Trockenheitsresistenz.

In verschatteten Lagen wirkt der Wuchs ebenfalls nicht überzeugend, sie hält sich hier aber ungewöhnlich lange.

Insgesamt ist die Art in Kultur für einen Stressstrategen erstaunlich robust.

Sorten:
  • Rupert's Pink: nur bis 20 cm hoch, blass rosa-rote Blüte
  • Bilder






























    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    horstartig
    30-60 cm Höhe
    pink
    Juni
    Juli
    August
    blau-grün
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    ungiftig
    unbedeutend
    trocken
    mäßig trocken
    gut drainiert
    sommertrocken
    vollsonnig
    sonnig
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    poröser Schotter
    starker Wurzeldruck
    keine Bodenverdichtung
    kalk-/basenreich
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Trockenrasen
    sehr arme Böden
    arme Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    gemäßigte Klimate
    subtropische Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Kontinentaler Verbreitungsschwerpunkt
    Tiefland
    Mittelgebirge (montan)
    Mitteleuropa
    Südeuropa
    Süd-Osteuropa
    Osteuropa/Kaukasus
    Hügelland (collin)
    Asien
    Kleinasien
    sehr gut
    Gering
    Gruppen-Verbands-Pflanze
    aspektbildender Flächenfüller
    verträglich
    Sandtrockenrasen
    Steppenrasen
    Bodensaure Borstgrasrasen
    Submediterrane Halbtrockenrasen
    Alpine Felsfluren Staudenfluren Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche Gebüsche Einsatzbereich
    Kalk
    Staudenfluren trockenwarmer Standorte
    Trockene Sandheiden
    Wacholdergebüsche
    Wärmeliebende Trocken-Gebüsche
    Ländlicher Garten
    Repräsentative Gärten
    Steppenpflanzung
    Gründächer
    Substratstärke über 15 cm
    Rabatte
    Insektenweide
    Wiese/Prärie
    Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Hauptsortiment
    sommergrün
    Alpinum
    Wiesen
    Felssteppen
    Steppen
    Gehölzrand/Staudenfluren