Deschampsia cespitosa // Rasen-Schmiele

Familie Poaceae, Süßgräser
Pflanzen pro qm 8.00
Wikipedia Deschampsia cespitosa
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Deschampsia cespitosa: Die Rasen-Schmiele kommt auf der Nordhalbkugel von den Tieflagen bis in alpine Höhenlagen in Europa, Asien und Nordamerika vor, außerdem in Gebirgslagen des nördlichen Afrikas.

In Deutschland und in der Schweiz ist sie flächendeckend verbreitet. Lediglich im bayerischen Alpenvorland zeigen sich Verbreitungslücken.

Deschampsia cespitosa besiedelt sowohl im Offenland als auch im (lichten) Wald sehr frische bis feuchte Standorte. Die Substrate sind basenreich bis sauer und arm bis mäßig stickstoffreich.



Die Rasen-Schmiele kann noch im April einen wunderschön abgestorbenen Eindruck machen.

Ihre Schwerpunktvorkommen liegen in feuchten Pfeifengraswiesen auf Niedermoorböden, bodensauren Eichen-Buchenwäldern und montanen bis alpinen Silikat-Quellfluren.

Daneben kommt die Rasen-Schmiele aber auch in zeitweise überschwemmten Bereichen von Erlenbruch- und Auwäldern sowie nährstoffarmen Mooren und Moorwäldern vor.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (6)  Temperatur (-)  Kontinentalität (-)  Feuchte (7)  Reaktion (-)  Stickstoff (3)



Hochsommer in einer Feuchtwiese u.a. mit Sumpf-Schwertlilie

Beschreibung: Die ausgesprochen langlebige Deschampsia cespitosa bildet dichte, meist wintergrüne Horste und erreicht im Blattwerk 30 bis 60 cm Höhe.

Die eleganten, luftigen Blütenrispen streben bis 100 cm empor, in Auslesen und auf guten Standorten auch bis 150 cm. Sie erscheinen ab Ende Mai und bleiben über den Winter zierend.



Das Spiel mit dem Licht ist eine Spezialität der Rasen-Schmiele.

Verwendungshinweise: Die Rasen-Schmiele ist unter den heimischen Gräsern für die Gartengestaltung das bedeutendste. Die Blüten-/Samenstände sind fast neun Monate lang zierend und die dichten, ordentlichen Blattschöpfe ganzjährig ansehnlich. Dazu ist es von so dezenter Eleganz, dass man ihres Anblicks trotz großer Beliebtheit nicht überdrüssig werden kann.

Die Vielseitigkeit ihres Einsatzspektrums kennt kaum Grenzen. Sie kann gleichermaßen für halbschattige und absonnige Standorte vor naturnahen Gehölzrändern, unter altem Laubbaumbestand, an Gewässerufern aller Art oder in sonnigen Wiesen tragende Rollen spielen. Ideale Partner für feuchte Wiesen sind z.B. Iris sibirica, Lythrum salicaria, Bistorta officinalis und Succisa pratensis.

Neben naturalistischen Situationen kann man mit der Rasen-Schmiele auch Struktur-Akzente in Rabatten setzen oder sie als Matrixpflanze für weitläufige Staudenanlagen sowie in reduktionistischen Entwürfen als Ruhepool eingesetzt.



'Bronzeschleier' als Einart-Bestand mit williger Versamung in die Kiesfläche hinein.

Kultur: Sommerlich schattige Standorte werden durch die wintergrüne Wuchsform ebenfalls vertragen, führen aber zu reduzierter Wuchsleistung. Außerdem entwickelt sich die Blüte im Schatten kümmerlich oder bleibt sogar ganz aus.

In Kultur hält sich die Rasen-Schmiele auch auf frischen, sogar auf gelegentlich austrocknenden Gartenböden.

An zusagenden Standorten samt sich Deschampsia cespitosa stark aus und kann auch mal lästig werden. Durch die Versamung geht leider auch rasch die schöne Einzelstellung der Horste verloren, so dass man ein oder zweimal im Jahr konsequent auslichten muss.



Frühjahrsaspekt an einem sickerfeuchten Hang eines Buchenwaldes. Im Schutz der Bäume ist es leichter, wintergrün zu bleiben. Dafür aber schwieriger, zur Blüte zu gelangen.

Sorten:
  • Bronzeschleier: der Art sehr ähnlich, etwas intensiver bronzefarbener Blütenstand
  • Goldschleier: der Art sehr ähnlich, etwas intensiver gelblicher Blütenstand
  • Tauträger: etwas zierlicher als die Art



Im Frühjahr sind die Naturstandorte wie in diesem Erlen-Bruchwald nicht selten überstaut.

Bilder


















Bronzeschleier






Bronzeschleier



Bronzeschleier









Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Gras
horstartig
60-100 cm Höhe
bräunlich/schwarz
Juni
Juli
dunkel-grün
Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
zierend/strukturstark
ungiftig
unbedeutend
frisch
wechselfeucht
nass
feucht
vollsonnig
sonnig
halbschattig
absonnig
Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
Ton
humos
organische Böden
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
kalk-/basenreich
arme Böden
mittlere Böden
reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
alpin
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Ostasien/China/Mandschurei
Sibirien
Zentral-Asien
Afrika
Nordafrika
Amerika
Nordamerika
sehr gut
Sehr gering
Gruppen-Verbands-Pflanze
aspektbildender Flächenfüller
strukturbildende Matrixpflanze
verträglich
Moore und Sümpfe Wiesen Gebüsche Wälder Einsatzbereich
Niedermoore
Feuchtwiesen
Frischwiesen
Feuchtgebüsche
Grauweidengebüsche
Laubwälder
Buchenwälder
Moderbuchenwälder
Flattergrasbuchenwälder
Montane Buchenwälder
Eichenwälder
Bodensauere Eichenmischwälder
Feuchtwälder
Erlenbruchwälder
Auwälder
Asiatisch-Exotischer Garten
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Wassergarten
Waldgarten
für Pflanzgefäße geeignet
öffentliches Grün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Rabatte
Wiese/Prärie
Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Hauptsortiment
zierende Winterstruktur
winter-/immergrün
Gehölz/Wald
Wasserrand/Sumpf
Wiesen
Gehölzrand/Staudenfluren