Delphinium elatum / Hoher Rittersporn

Delphinium_elatum_rosenquarz_hoher_rittersporn_14 Familie Ranunculaceae, Hahnenfußgewächse
Pflanzen pro qm 3.00
Wikipedia Delphinium elatum
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Delphinium elatum: Der Hoher Rittersporn ist eine formenreiche Sippe und kommt als Formenschwarm hochmontan bis an die Baumgrenze der südlichen und östlichen Alpen, des Balkans und von den Gebirgen Osteuropas bis Zentral-Asien und Sibirien vor.

Delphinium elatum wächst in feuchten Hochstaudenfluren und Gehölzrändern. Am Oberrhein, den bayerischen Alpen, auf der Fränkischen Alp und in der Lössbörde östlich des Harzes gibt es vereinzelte neophytische Vorkommen, die stellenweise Einbürgerungstendenzen aufweisen.

Der Hohe Rittersporn bevorzugt sickerfeuchte und gleichzeitig skelettreich-durchlässige Standorte. Häufig ist er in kühl-feuchten, halbschattigen bis absonnigen, seltener sonnigen Hanglagen anzutreffen. Die Substrate sind stickstoff- und basenreich.

In Nordamerika ist die Art in kühlen Bergregionen stellenweise eingebürgert.



Die Freundschaftsinsel in Potsdam zeigt als lebendiges Vermächtnis Karl Foersters eine eindrucksvolle Sammlung des Meisters Lieblingspflanze.

Beschreibung

Delphinium elatum ist ein 100 bis 150 (200) cm hohe, sommergrüne Staude mit blauem Blütenstand im Juni/Juli. Der Wuchs ist streng horstartig.

Die Art ist nur mäßig ausdauernd und setzt darauf, sich auf Erdanrissen z.B. nach Steinschägen, Hangrutshcunen oder Muren regelmäßig über Versamung verjüngen zu können.

Rittersporne sind in allen Pflanzenteilen stark giftig, insbesondere in den Samen konzentrieren sich Alkaloide.

Die botanische Art ist kaum im Handel, die handelsüblichen "Garten-Rittersporne" sind Hybriden mit Delphinium elatum als wichtigster Elternart. Die Hybriden sind korrekt als D. x culturum zu bezeichnen, werden hier aber subsummiert.



Wildformen oder wildformartige Sorten spielen in der Gartenkultur kaum eine Rolle.

Verwendungshinweise

Delphinium elatum selbst ist eine sehr schöne Art für gut wasserversorgte, kühle Lagen im Alpinum. Naturidentische und gleichzwitig sehr gartenwürdige Begleiter der Hochstaudenfluren der Gebirge wären z.B. Blauer Eisenhut (Aconitum napellus), die beiden selten gehandelte, aber sehr ansprechenden Arten Grauer Alpendost (Adenostyles alliariae) und der Alpen-Milchlattich (Cicerbita alpina), dazu der bekannte Wald-Storchschnabel (Geranium sylvaticum) und der Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium) ergeben ein sehr dynamisches Wuchsbild.

Die Hybrid-Formen sind traditioneller, sehr wichtiger Bestandteil von Bauerngärten, romantisierenden Rabatten und gelten als bedeutsamer Begleiter insbesondere von niedrigeren Strauchrosen. Sie wirken außerhalb betont ländlicher Gärten aber oft etwas aus der Zeit gefallen.

Erschwerend kommt hinzu, dass kaum eine Sorte einen sommerlichen Gewittersturm ohne Stütze aufrecht übersteht, vor allem auf sehr nahrhaften Böden neigen viele Sorten auch ohne Wind zum Niederliegen.

Die reinen Sorten korrekt und gesund geliefert zu bekommen, ist zudem nicht mehr ganz einfach. Viele Klone sind degeneriert oder verfälscht. Viren, Mehltau und Bakterien setzen die Vitalität herab. Die hellblauen Sorten gelten im Mittel als gesünder und ausdauernder.



Hohe Rittersporne sind eng mit dem Ideal des romantischen ländlichen Garten assoziiert.

Kultur

Auf schweren und überdüngten Böden tendiert die Art zur Blattwelke, geringe Luftfeuchtigkeit setzt die Vitalität ebenfalls deutlich herab.

Ungünstig für die Ausdauer ist insbesondere winterliche Staunässe. Generell empfiehlt es sich, die Horste alle zwei bis drei Jahre zu teilen und regelmäßige Düngung vorzusehen.

Bei Rückschnitt nach der Blüte entwickeln die Garten-Rittersporne eine zweite Blüte von September bis Oktober. Hierzu sollten sie nach dem Rückschnitt gedüngt und regelmäßig gewässert werden.

Rittersporne erfreuen sich außerordentlicher Beliebtheit bei Schnecken und müssen meist geschützt werden.

Sorten (Auswahl handelsgängiger Hybride):
  • Abgesang: azurblau mit weißem Auge
  • Adria: mittelblau mit weißem Zentrum
  • Alpenbote: mittelblau, alt-rosa überlaufen, sehr große Einzelblüten
  • Ariel: hellblau mit weißem Zentrum
  • Augenweide: hellblau, alt-rosa überlaufen, sehr gute Sorte
  • Azurriese: weiße Blüte
  • Azurzwerg: niedrig-wüchsig (100 cm), azurblaue Blüte
  • Berghimmel: hellblau mit weißem Auge
  • Blaustrahl: hellblau mit schwarzem Auge
  • Blauwal: mittelblau mit schwarzem Auge
  • Elmfreude: intensiv violett mit weißem Auge
  • Elmhimmel: himmelblau
  • Finsteraarhorn: tiefes Enzianblau mit schwarzem Auge
  • Frühschein: helles violett-blau mit schwarzem Auge
  • Gletscherwasser: einfarbig helles Himmel-Blau
  • Gute Nacht: tiefes nachtblau mit weißem Auge
  • Jubelruf: reines Mittelblau
  • Lanzenträger: sehr hoch (bis 200 cm), enzianblaue Blüte mit weißem Auge
  • Malvine: hochwüchsig, hell-blau mit rosa Teilflächen
  • Ouvertüre: mittelblau mit rosa Flügeln
  • Rosenquarz: mittel-hoch bis hoch, hell-blau
  • Sopran: mittelhoch, weiß mit himmel-blauer Punktierung
  • Sternennacht: mittelhoch, tief-blau mit weißem Auge und silbrig-glänzender Punktierung
  • Tropennacht: mittelhoch (120-150cm), tief-blau mit weißem Auge
  • Wassermann: mittelhoch (120-150cm), hellblau

Bilder





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Rosenquarz


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Alpenbote


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Ariel


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Azurzwerg


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Berghimmel


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Finsteraarhorn


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Frühschein


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Gletscherwasser


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Malvine


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Morgentau


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Overtüre


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Rosenquarz


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Sopran


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Sternennacht


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Tropennacht


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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
100-150 cm Höhe
150-250 cm Höhe
weiß
rosa
violett
hell-blau
blau
rosé-weiß
Juli
grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
stark giftig
unbedeutend
frisch
gut drainiert
nicht austrocknend
feucht
sonnig
halbschattig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Staudenfluren
reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Europa
Mittelgebirge (montan)
alpin
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Asien
Zentral-Asien
befriedigend
Hoch
strukturbildender Solitär
strukturbildender Gruppen-Solitär
Staudenfluren frischer, nährstoffreicher Standorte
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Ländlicher Garten
Repräsentative Gärten
Steingarten/Alpinum
Rabatte
Hauptsortiment
sommergrün
Alpinum
Wiesen
Gehölzrand/Staudenfluren