Daphne cneorum // Rosmarin-Seidelbast, Flaum-Steinröslein

Familie Thymelaeaceae, Seidelbastgewächse
Pflanzen pro qm 15.00
Wikipedia Daphne cneorum
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Daphne cneorum

Der Rosmarin-Seidelbast ist in Europa von den Pyrenäen im Süden bis in das nördliche Alpenvorland verbreitet. Nach Osten reicht das Verbreitungsgebiet über die süd-polnische Hohe Tatra und die Karpaten bis zum Balkan bzw. weiter bis in die weißrussischen Hochebenen.

In Deutschland ist der Rosmarin-Seidelbast selten und stark gefährdet. Er kommt im Schwarzwald, der Schwäbischen Alb und dem Alpenvorland sowie Teilen des Bayerischen Waldes vor. Die Populationen entlang des Oberrheins sind stark zurückgegangen und weitgehend erloschen.



Eigentlich erinnern blühende Daphne cneorum eher an Thymian denn an Rosmarin.

Er besiedelt in den Gebirgsregionen die collinen bis montanen Höhenlagen und ist eine Kennart der Schneeheide-Kiefernwälder. Diese nährstoffarmen, mäßig trockenen und lichten Wälder stocken in flachgründigen Böden über Kalkgestein.

Die Art besiedelt aber auch basenreiche, trockene Magerrasen an sonnigen Hanglagen.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (6)  Temperatur (5)  Kontinentalität (4)  Feuchte (4)  Reaktion (8)  Stickstoff (2)



Knospende, hochwüchsige Exemplare.

Beschreibung
Daphne cneorum ist ein immergrüner, kompakter Halbstrauch mit niederliegendem bis halb-aufrechtem Wuchs. Er erreicht je nach Standortgunst Wuchshöhen zwischen 15 und 40 cm.

Die kleinen, dunkel-grünen Blätter sind ledrig. Sie stehen büschelig an den Zweigenden.

Von Anfang Mai bis Anfang Juni erscheint eine Vielzahl kleiner, hell- bis kräftig rosa Blüten. Sie sind nicht wie bei den meisten Seidelbasten über die Zweige verteilt, sondern stehen an den Zweigspitzen. Sie verströmen einen starken, angenehmen Nelkengeruch. Gelegentlich sind auch weiß blühende Exemplare zu beobachten.

Die Beerenfrüchte sind rötlich-braun und erscheinen nur spärlich. Sie entfalten keine nennenswerte Zierwirkung. Die Pflanze ist in allen Teilen stark giftig.

Der Rosmarin-Seidelbast ist eine der beiden Elternarten des beliebten Maien-Seidelbastes (Daphne x burkwoodii).



Detail der Blüten.

Verwendungshinweise
Daphne cneorum ist nur in intensiv betreuten Anlagen einsetzbar. Die duftenden, rosa Blütenteppiche sind im Frühling ein liebreizender Anblick.

Durch seine immergrüne Belaubung ist er zudem ganzjährig ein guter Strukturbildner. Er kann dadurch auch in größeren Dichten als Matrixpflanze zusammen mit niedrigen Horstgräsern eingesetzt werden. Dies ist allerdings ein kostspieliges Vorhaben.

Für naturhafte Anmutungen bieten sich Kombinationen mit einzelnen Wacholder-Säulen (Juniperus communis), Echtem Salomonssiegel (Polygonatum odoratum), Weißer Segge (Carex alba), Schneeheide (Erica carnea), oder Edel-Gamander (Teucrium chamaedrys) an. 

Sinnvolle Einsatzorte sind sonnige Alpinarien und niedrige Magerrasen oder Trockenmauern. Gut möglich ist auch die Verwendung in Pflanzgefäßen.



Der Fruchtansatz ist überschaubar.

Kultur
Die Art ist trägwüchsig, konkurrenzschwach und toleriert eher nur geringe Abweichungen von ihren ökologischen Optimal-Standortbedingungen.

Die Standorte können vollsonnig bis halbschattig sein. Auf nahrhaften Böden wird sie rasch überwuchert. Günstig sind humus- und stickstoffarme Kalkschotterböden. Nach der Etablierung werden Trockenphasen problemlos vertragen, sie stärken sogar die Konkurrenzfähigkeit.

Die Art ist gut winterhart, wie viele Immergrüne können aber bei längeren Barfrösten ohne schützende Schneedecke Trockenschäden auftreten. Diese werden zwar durch Neuaustriebe kompensiert, die Pflanzen erreichen dann aber nur niedrige Wuchshöhen.

Die Vermehrung erfolgt am effektivsten vegetativ über abgesenkte Triebe. Im Hochsommer kann man auch Stecklinge zur Bewurzelung bringen. Gut geeignet sind dazu insbesondere ausgereifte Seitentriebe diesjähriger Blütentriebe.

Sorten:
  • Eximia: 40-50 cm hoch, kräftig rosa Blüte, kaum im Handel
  • Major: 40-50 cm hoch und breit, kräftig rosa Blüte, kaum im Handel
  • Variegata: 20-30 cm hoch und breit, weiße bis hell rosa Blüte, kaum im Handel
  • Bilder





















    ssp. cneorum



    ssp. cneorum



    ssp. cneorum

    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    Strauch
    Halb-/Zwergstrauch
    horstartig
    bis 15 cm Höhe
    15-30 cm Höhe
    30-60 cm Höhe
    weiß
    rosa
    Mai
    dunkel-grün
    weiß
    panaschiert
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    stark giftig
    ausgeprägt
    mäßig trocken
    frisch
    gut drainiert
    sommertrocken
    vollsonnig
    sonnig
    halbschattig
    stark kalk-/basenreich
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    poröser Schotter
    keine Bodenverdichtung
    kalk-/basenreich
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Trockenrasen
    sehr arme Böden
    arme Böden
    mittlere Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    gemäßigte Klimate
    subtropische Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Mittelgebirge (montan)
    Mitteleuropa
    Südeuropa
    Süd-Osteuropa
    Osteuropa/Kaukasus
    Hügelland (collin)
    gut
    Hoch
    Gruppen-Verbands-Pflanze
    strukturbildende Matrixpflanze
    Steppenrasen
    Alpine Felsfluren Staudenfluren Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche Wälder Einsatzbereich
    Kalk
    Staudenfluren trockenwarmer Standorte
    Bergheiden
    Nadelwälder
    Kiefernwälder
    Schneeheide-Kiefernwälder, kalkreich
    Terrassen-/Balkongarten
    Repräsentative Gärten
    Steingarten/Alpinum
    Heidegarten
    Steppenpflanzung
    Waldgarten
    für Pflanzgefäße geeignet
    Duftgarten
    Duft ausgeprägt
    Gründächer
    Substratstärke über 15 cm
    Insektenweide
    Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Hauptsortiment
    sommergrün
    Gehölz/Wald
    Alpinum
    Felssteppen
    Gehölzrand/Staudenfluren