Crataegus laevigata // Zweigriffeliger Weißdorn

Familie Rosaceae, Rosengewächse
Pflanzen pro qm 10.00
Wikipedia Crataegus laevigata
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Crataegus laevigata

Der Zweigriffeliger Weißdorn ist in ganz Europa weit verbreitet urwüchsig. Crataegus laevigata fehlt in Portugal und in Süd-Ost-Europa. Im südlichen Skandinavien liegt die nördliche, vom Baltikum bis zum Kaspischen Meer verläuft die östliche Verbreitungsgrenze. In Irland und dem Süden Norwegens ist er eingebürgert (Karte der europäischen Verbreitung).



Naturstandort als Dornen-Gebüsch auf einer Viehweide

In Deutschland ist er im Prinzip flächendeckend heimisch. Der Zweigriffelige Weißdorn ist hier eine Kennart der frischen, meist gut basenversorgten und mäßig stickstoffreichen Schlehen-Gebüsche und -Hecken, er kommt aber auch an warm-sonnigen Rändern von Buchen-Wäldern vor.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (6)  Temperatur (6)  Kontinentalität (4)  Feuchte (5)  Reaktion (7)  Stickstoff (5)



'Paul´s Scarlet' als Solitär über einer Narzissen-Wiese

Beschreibung
Crataegus laevigata ist ein bis 8 m hoher und im Alter ebenso breiter Großstrauch oder häufiger auch kleiner Baum mit kompakter, rundlicher Krone. In der Jugend ist die Krone durch zunächst ausgeprägte Längenentwicklung der Triebe sparrig.

Die Blüten der botanischen Art sind weiß und erscheinen reich im ab Mitte Mai. Der Blütenduft ist recht ausgeprägt, mitunter wird er als eher unangenehm empfunden.

Im Vergleich zum ganz ähnlichen Eingriffelige Weißdorn (Crataegus monogyna) ist der Zweigriffelige Weißdorn etwas schwachwüchsiger. Beide bilden die natürliche Hybride "Crataegus media", die v.a. in Mitteldeutschland recht verbreitet ist.



Die Wildform sieht man selten - oder kann sie nicht vom Eingriffeligen Weißdorn unterscheiden...

Verwendungshinweise
Der Zweigriffelige Weißdorn ist eine gute Art für naturnahe Hecken und den naturnahen Gehölzrand weitläufiger Grün- und Parkanlagen.

Als Baum kommt er v.a. in Verbindung mit historischer Bausubstanz gut zur Geltung, wegen des etwas romantischen Duktus nur in Sonderfällen im Kontext moderner Architektur.

In Innenhöfen wird Crataegus laevigata vereinzelt verwendet, wirkt hier aber überzeugend nur als Solitär an besonnten Stellen weiträumiger, herrschaftlich/großbürgerlicher Altbauensembles.

Der Zweigriffelige Weißdorn wird häufig in einer der rotblühenden Formen (meist "Paul´s Scarlet") gehandelt und dann praktisch nur als Baum verwendet. Die Verwendung der roten Auslesen als Sträucher ist auch nur in Sonderfällen stimmig, die weißblühende botanische Art wirkt als Strauch natürlicher. 



Traditionelle, herrliche Wächter am Hauseingang

Kultur
Crataegus laevigata benötigt gegenüber Crataegus monogyna tendenziell etwas reichere und frischere Böden in wärmeren, aber nicht lufttrockenen Standorten.

In Kultur ist die Art aber wüchsig auf nahezu allen Standorten, nur leichte Sandböden sind nicht empfehlenswert.



'Paulii' zeigt kleine, gefüllte Rosenblüten in kräftigem Rosa.

Sorten:
  • Pauli: rosa, gefüllte Blüten, meist als Kleinbaum (bis 8 m Höhe und Breite), seltener im Handel
  • Paul's Scarlet: leuchtend karmin-rote, gefüllte Blüten, meist als Kleinbaum (bis 8 m Höhe und Breite)
  • Plena: weiße, gefüllte Blüten, meist als Kleinbaum (bis 8 m Höhe und Breite), seltener im Handel
  • Rubra Plena: tief rosa bis pink, gefüllte Blüten, meist als Kleinbaum (bis 8 m Höhe und Breite), seltener im Handel



  • Das Orange-Rot der Früchte ist etwas matt. Trotzdem kann man ihnen einen gewissen Zierwert nicht absprechen.

    Bilder






    'Paul's Scarlett'


















    'Paulii'



    'Paulii'



    'Paul's Scarlett'



    'Paul's Scarlett'

    Attribute

    Lebensform Sträucher/Bäume Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Strauch
    Großstrauch
    Baum
    Kleinbäume
    rundlich
    weiß
    rot
    pink
    Mai
    Juni
    dunkel-grün
    bräunlich
    Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
    zierend/strukturstark
    ungiftig
    Heil-/Gewürzpflanze
    ausgeprägt
    eher unangenehm
    frisch
    feucht
    vollsonnig
    sonnig
    halbschattig
    absonnig
    Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    durchlässiger Lehm
    Lehm
    humos
    poröser Schotter
    starker Wurzeldruck
    kalk-/basenreich
    mittlere Böden
    reiche Böden
    sehr reiche Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    luftfeuchte und/oder kühle Lagen
    gemäßigte Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Tiefland
    Mittelgebirge (montan)
    alpin
    Nordeuropa
    Mitteleuropa
    Südeuropa
    Hügelland (collin)
    gut
    Sehr gering
    strukturbildender Solitär
    verträglich
    Gebüsche Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
    Schlehen-Gebüsche
    Laubwälder
    Buchenwälder
    Moderbuchenwälder
    Flattergrasbuchenwälder
    Mull-Buchenwälder
    Trockenhang-Kalk-Buchenwälder
    Ländlicher Garten
    Repräsentative Gärten
    öffentliches Grün
    Straßenbegleitgrün
    Grünanlagen geringer Pflegestufe
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Insektenweide
    Hecken
    Freie Blütenhecke
    Hauptsortiment
    sommergrün
    Lebensbereich
    Gehölz/Wald
    Gehölzrand/Staudenfluren