Cornus mas // Kornelkirsche, Herlitze, Gelber Hartriegel

Familie Cornaceae, Hartriegelgewächse
Pflanzen pro qm 1.00
Wikipedia Cornus mas
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Cornus mas

Die Kornelkirsche hat in Europa einen submediterranen Verbreitungsschwerpunkt. Nach Osten dringt die Kornelkirsche über den Balkan, Klein-Asien und die Krim bis zum Kaukasus vor. In England ist Cornus mas eingebürgert.

Als wärmeliebende Art konzentrieren sich natürliche Vorkommen in Deutschland v.a. auf Süddeutschland und die mitteldeutschen Wärmeregionen. Im Tiefland gibt es keine urwüchsigen Populationen. Aufgrund der häufigen Verwendung als Zier- und Landschaftsgehölz sind authochtone Vorkommen nur noch schwer zu erkennen. In der Schweiz ist sie v.a. im Mittelland sowie im Tessin verbreitet.



Baumformen sieht man von Cornus mas leider selten.

Cornus mas ist eine charakteristische Art basenreicher, trocken-warmer Flaumeichenwälder, Berberitzen-Gebüsche und der überschwemmungsfreien Bereiche der Flussauen in Erlen-Ulmen-Auwäldern. Im Hochgebirge fehlt die ausgesprochen wärmeliebende Art.

Die sonnigen bis halbschattigen Wuchsorte sind mäßig trocken bis frisch, basenreich und relativ stickstoffarm.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (6)  Temperatur (7)  Kontinentalität (4)  Feuchte (4)  Reaktion (8)  Stickstoff (4)



Die unaufdringliche Blüte ist ein wichtiger Frühlingsbote.

Beschreibung
Die relativ langsamwüchsige Kornelkirsche wird im Alter ein bis zu 8 (9) m hoher Großstrauch. Seltener entstehen kleine Baumformen.

Kennzeichnend ist der sehr früh, noch vor der Garten-Forsythie erscheinende, matt-gelbe Blütenflor im März, der auf angenehme Weise den Vorfrühling einleitet.

Die roten, bei Überreife schwarz-roten Früchte sind essbar. Eine ganze Reihe von Auslesen sind als Obstgehölz verwendbar (s.u.). Die Früchte sind reich an Vitamin-C, was sie für den Rohverzehr aber auch für die meisten Gaumen zu sauer erscheinen lässt.

Cornus mas lässt sich gut in Form schneiden, hier wird sie aber etwas zu kurz gehalten:



Verwendungshinweise
Die Kornelkirsche ist ein guter, anspruchlsoser Strauch für Straßenbegleitgrün und pflegeextensive Grün- und Parkanlagen.

Die Verwendung in Blütenhecken ist ebenfalls zu empfehlen, die schnittverträgliche Art kann auch in nicht zu flachen Schnitthecken eingesetzt werden.

Insbesondere im süddeutschen Raum darf sie eigentlich auch in geräumigen Bauerngärten nicht fehlen. Ansonsten gibt es für repräsentative, gepflegte Anlagen eine Reihe seltener verwendeter und dadurch inspirierenderer Alternativen wie z.B. die wenig bekannte Kahle Scheinhasel.



Früchte in unterschiedlichen Reifegraden.

Kultur
An die Standortbedingungen stelt die Art in Kultur praktisch keine Ansprüche. Sie ist gut stadtklimaverträglich, kommt überall nach der Etablierung problemlos über sommerliche Trockenphasen hinweg, toleriert aber auch feuchte Standorte.

In echten Schattenlagen bleibt der Wuchs sehr luftig und man sieht der Kornelkirsche an, dass sie dafür eigentlich nicht gemacht ist.



Das Gelb der Blüten ist auf angenehme Art gedämpft.

Sorten: Die meisten Auslesen gehören nicht zum Baumschulstandard. Der beste Fruchtansatz wird bei Kombination von zwei oder mehr Sorten erzielt.

  • Alba: weiße Früchte
  • Aurea: grünlich-gelbes Laub
  • Elegantissima: gelb bis rosa-gerandetes, teilweie auch ganz gelbes Laub
  • Flava: gelbe Früchte
  • Macrocarpa: deutlich größere, rote Früchte als die Art
  • Nana: Zwergform
  • Variegata: grünes, breit weiß gerandetes Laub
  • Violacea: mit violetten Früchten

  • Obstsorten (Auswahl):
  • Devin
  • Jolico
  • Kasanlak
  • Bilder






























    Attribute

    Lebensform Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung Zierwert Frucht
    Strauch
    Großstrauch
    gelblich-grün
    gelb
    März
    grün
    zierend/strukturstark
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    ungiftig
    essbar
    Heil-/Gewürzpflanze
    vorhanden
    mäßig trocken
    frisch
    sommertrocken
    sonnig
    halbschattig
    absonnig
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    Lehm
    humos
    poröser Schotter
    starker Wurzeldruck
    keine Bodenverdichtung
    kalk-/basenreich
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Gebüsche
    mittlere Böden
    reiche Böden
    sehr reiche Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    gemäßigte Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Mittelgebirge (montan)
    Mitteleuropa
    Südeuropa
    Süd-Osteuropa
    Osteuropa/Kaukasus
    Hügelland (collin)
    Asien
    Zentral-Asien
    Kleinasien
    befriedigend
    Sehr gering
    strukturbildender Solitär
    Wärmeliebende Trocken-Gebüsche
    Schlehen-Gebüsche
    Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Laubwälder
    Trockenhang-Kalk-Buchenwälder
    Steppen-Eichenwälder
    Felshang Flaumeichenwälder
    Ländlicher Garten
    Repräsentative Gärten
    Waldgarten
    Klostergarten
    öffentliches Grün
    Straßenbegleitgrün
    Grünanlagen geringer Pflegestufe
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Insektenweide
    Bodenfestiger (Halden/Böschungen)
    Hecken
    Schnitthecke
    Freie Blütenhecke
    Hauptsortiment
    sommergrün
    Gehölz/Wald
    Gehölzrand/Staudenfluren