Convallaria majalis // Maiglöckchen

Familie Asparagaceae, Spargelgewächse
Pflanzen pro qm 8.00
Wikipedia Convallaria majalis
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Convallaria majalis:

Das Miglöckchen ist in ganz Europa und Teilen des gemäßigten Asiens heimisch. Im Osten der USA und Kanadas ist es eingebürgert.

In Mitteleuropa und Deutschland ist Convallaria majalis flächendeckend weit verbreitet. In Südeuropa sind natürliche Vorkommen auf montane Lagen beschränkt.



Convallaria majalis wunderbar naturidentisch zusammen mit Schneemarbel (Luzula nivea) unter Hänge-Birken (Betula pendula) in inszeniert

Das Maiglöckchen ist ein charakteristisches Element der Eichen-Buchenwälder auf meist basenarmen, mäßig trockenen bis frischen und relativ stickstoffarmen Böden. In den Mittelgebirgsregionen ist es dabei typischerweise mit dem ebenfalls gartenrelevanten Wald-Reitgras (Calamagrostis arundinacea) vergesellschaftet.

Convallaria-majalis-Standorte liegen oft an lichten Saumstrukturen von Hang-Wäldern, deren sandig-humose oder humos-skelettreiche Lehmböden durch die windbedingte Verdriftung des Laubfalles häufig ausgehagert sind. Sie müssen dabei aber nicht zwingend entkalkt sein.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (5)  Temperatur (-)  Kontinentalität (3)  Feuchte (4)  Reaktion (-)  Stickstoff (4)



Naturstandort auf einer kleinen, trockeneren Anhöhe mitten in einem grundfeuchten Eichen-Hainbuchenwald. Das Maiglöckchen setzt hier zusammen mit den Buschwindröschen (Anemone nemorosa) gerade zur Blüte an.


Beschreibung: Das Maiglöckchen ist ein sommergrüner Rhizomgeophyt. Das im Austrieb hell-grüne, erst spät im Jahr nachdunkelnde Laub erreicht Wuchshöhen von 15 bis 30 cm. Das Maiglöckchen bildet durch ausgeprägte Rhizomausläufer je nach Konkurrenzsituation lockere Rasen bis dichte Teppiche.

Die nickenden, weißen Glockenblüten stehen in armblütigen Trauben und duften ausgeprägt. Die Blütezeit erstreckt sich von Ende April bis Anfang Juni.

Die leuchtend roten Beerenfrüchte sind zierend, erscheinen aber nur spärlich.

Die gesamte Pflanze ist giftig. Sie wurde in vorwissenschaftlichen Zeiten als Universalheilmittel verwendet. Heute spielt es noch eine Rolle bei Herz-Kreislaufproblemen.



Auf frischen, nahrhaften Waldstandorten entwickelt das Maiglöckchen dichte Teppiche.

Verwendungshinweise: Das Maiglöckchen ist wegen seiner mythischen Rolle und seinem Duft eine in Privatgärten sehr beliebte Pflanze. Man muss bei ihrem Einsatz daher etwas Kreativität entwickeln, um nicht in ermattenden Bildern verhaftet zu bleiben.

Für anspruchsvolle Gestaltungsansätze ist vorrangig die Verwendung in naturnahen, großflächigen  Waldgärten/Parkanlagen zielführend.

In gleichberechtigter Kombination mit Waldgräsern oder auch Farnen kommt das Maiglöckchen in weitläufiger, individuenreicher Pflanzung ansprechend zur Geltung.

Vor Allem der Austrieb des Laubes im Frühling ist anrührend. Und natürlich lässt niemanden der Anblick hunderter oder gar tausender blühender Maiglöckchen kalten Herzens.



Die leuchtend roten Früchte sind sehr hübsch, aber zu wenige, um eine echte Zierwirkung zu entfalten.

Kultur: Die Art ist sehr schattenverträglich, kommt im tiefen Schatten aber kaum zur Blüte.

Das Maiglöckchen bildet an geeigneten Standorten durch Ausläufer rasch dichte Teppiche, die bei fehlender Wurzelkonkurrenz durch Gehölze wuchernde Formen annehmen kann. Eine Kombination mit zarten Frühlingsgeophyten ist nicht dauerhaft möglich. Unter Bäumen und Groß-Sträuchern bleibt das Maiglöckchen in seinem Ausbreitungsdrang deutlich gebremst und bildet eher locker-rasige Bestände.

Gegenüber der Bodenreaktion ist die Art tolerant und gedeiht auch auf basenreichen Böden problemlos.

Sommerliche Trockenphasen übersteht das Maiglöckchen klaglos, es wird dadurch im Konkurrenzkampf mit anderen Waldstauden sogar gestärkt.

Sorten:
  • Fortins Giant: mit bis zu 30 cm Höhe etwas wüchsiger, sonst wie die Art
  • Grandiflora: etwas größere Einzelblüten als die botanische Art
  • Hartwick Hall: 30 bis 40 cm hoch, Blätter mit zartem, grünlich-gelben Rand
  • Prolificans: mit 15-20 cm Höhe etwas schwachwüchsiger, gefüllte Blüten
  • Rosea: mit zart-rosa Blüten
  • Silberconfolis: mit etwas unregelmäßigem creme-weißen Blattrand
  • Striata: Blattspreite mit grünlich-creme-weißen Längsstreifen, im Laufe des Sommers fast gänzlich vergrünend, ziemlich vital
  • Bilder















    Striata

    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    bodendeckend
    15-30 cm Höhe
    grünlich-weiß
    weiß
    rosé-weiß
    Mai
    grün
    hellgrün
    weiß
    gelblich
    panaschiert
    Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
    zierend/strukturstark
    stark giftig
    Heil-/Gewürzpflanze
    ausgeprägt
    mäßig trocken
    frisch
    gut drainiert
    sommertrocken
    sonnig
    halbschattig
    sommerlich schattig
    absonnig
    Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    kalkfrei, sauer
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    humos
    poröser Schotter
    starker Wurzeldruck
    kalk-/basenreich
    arme Böden
    mittlere Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    gemäßigte Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Ozeanischer Verbreitungsschwerpunkt
    Tiefland
    Mittelgebirge (montan)
    alpin
    Nordeuropa
    Mitteleuropa
    Südeuropa
    Süd-Osteuropa
    Osteuropa/Kaukasus
    Hügelland (collin)
    Asien
    Ostasien/China/Mandschurei
    Sibirien
    Zentral-Asien
    Kleinasien
    Vord. Orient
    gut
    Gering
    Gruppen-Verbands-Pflanze
    aspektbildender Flächenfüller
    verträglich
    Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
    Bergheiden
    Laubwälder
    Buchenwälder
    Flattergrasbuchenwälder
    Trockenhang-Kalk-Buchenwälder
    Eichenwälder
    Bodensauere Eichenmischwälder
    Steppen-Eichenwälder
    Felshang Flaumeichenwälder
    Subkont. Kiefern-Eichenwälder
    Nadelwälder
    Kiefernwälder
    Sand-Kiefernwälder
    Kiefern-Steppenwälder
    Schneeheide-Kiefernwälder, kalkreich
    Fichtenwälder
    Zwergstrauchreiche Tannen-Fichtenwälder
    Ländlicher Garten
    Repräsentative Gärten
    Waldgarten
    Duftgarten
    Duft ausgeprägt
    öffentliches Grün
    Grünanlagen geringer Pflegestufe
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Bodenfestiger (Halden/Böschungen)
    Hauptsortiment
    sommergrün
    Lebensbereich
    Gehölz/Wald
    Gehölzrand/Staudenfluren