Convallaria majalis / Maiglöckchen

Convallaria_majalis_maigl%c3%b6ckchen_12 Familie Asparagaceae, Spargelgewächse
Pflanzen pro qm 8.00
Wikipedia Convallaria majalis
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Convallaria majalis


Das Miglöckchen ist in ganz Europa und Teilen des gemäßigten Asiens heimisch. Im Osten der USA und Kanadas ist es eingebürgert (Karte der Gesamtverbreitung).

In Mitteleuropa ist Convallaria majalis flächendeckend weit verbreitet. In Südeuropa sind natürliche Vorkommen auf montane Lagen beschränkt.



Convallaria majalis wunderbar naturidentisch zusammen mit Schneemarbel (Luzula nivea) unter Hänge-Birken (Betula pendula) in inszeniert

Das Maiglöckchen ist ein charakteristisches Element der Eichen-Buchenwälder auf meist basenarmen, mäßig trockenen bis frischen und relativ stickstoffarmen Böden. In den Mittelgebirgsregionen ist es dabei typischerweise mit dem ebenfalls gartenrelevanten Wald-Reitgras (Calamagrostis arundinacea) vergesellschaftet.

Convallaria-majalis-Standorte liegen oft an lichten Saumstrukturen von Hang-Wäldern, deren sandig-humose oder humos-skelettreiche Lehmböden durch die windbedingte Verdriftung des Laubfalles häufig ausgehagert sind. Sie müssen dabei aber nicht zwingend entkalkt sein.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992) ... zur Legende
Licht (5)  Temperatur (-)  Kontinentalität (3)  Feuchte (4)  Reaktion (-)  Stickstoff (4)



Naturstandort auf einer kleinen, trockeneren Anhöhe mitten in einem grundfeuchten Eichen-Hainbuchenwald. Das Maiglöckchen setzt hier zusammen mit den Buschwindröschen (Anemone nemorosa) gerade zur Blüte an.


Beschreibung

Das Maiglöckchen ist ein sommergrüner Rhizomgeophyt. Das im Austrieb hell-grüne, erst spät im Jahr nachdunkelnde Laub erreicht Wuchshöhen von 15 bis 30 cm. Das Maiglöckchen bildet durch ausgeprägte Rhizomausläufer je nach Konkurrenzsituation lockere Rasen bis dichte Teppiche.

Die nickenden, weißen Glockenblüten stehen in armblütigen Trauben und duften ausgeprägt. Die Blütezeit erstreckt sich von Ende April bis Anfang Juni.

Die leuchtend roten Beerenfrüchte sind zierend, erscheinen aber nur spärlich.

Die gesamte Pflanze ist giftig. Sie wurde in vorwissenschaftlichen Zeiten als Universalheilmittel verwendet. Heute spielt es noch eine Rolle bei Herz-Kreislaufproblemen.



Auf frischen, nahrhaften Waldstandorten entwickelt das Maiglöckchen dichte Teppiche.

Verwendungshinweise

Das Maiglöckchen ist wegen seiner mythischen Rolle und seinem Duft eine in Privatgärten sehr beliebte Pflanze. Man muss bei ihrem Einsatz daher etwas Kreativität entwickeln, um nicht in ermattenden Bildern verhaftet zu bleiben.

Für anspruchsvolle Gestaltungsansätze kommt im Grunde lediglich die Verwendung in naturnahen, großflächigen  Waldgärten/Parkanlagen in Frage.

In gleichberechtigter Kombination mit Waldgräsern oder auch Farnen kommt das Maiglöckchen in weitläufiger, individuenreicher Pflanzung ansprechend zur Geltung.

Vor Allem der Austrieb des Laubes im Frühling ist anrührend. Und natürlich lässt niemenden der Anblick hunderter oder gar tausender blühender Maiglöckchen kalten Herzens.



Die leuchtend roten Früchte sind sehr hübsch, aber zu wenige, um eine echte Zierwirkung zu entfalten.

Kultur

Die Art ist sehr schattenverträglich, kommt im tiefen Schatten aber kaum zur Blüte.

Das Maiglöckchen bildet an geeigneten Standorten durch Ausläufer rasch dichte Teppiche, die bei fehlender Wurzelkonkurrenz durch Gehölze wuchernde Formen annehmen kann. Eine Kombination mit zarten Frühlingsgeophyten ist nicht dauerhaft möglich. Unter Bäumen und Groß-Sträuchern bleibt das Maiglöckchen in seinem Ausbreitungsdrang deutlich gebremst und bildet eher locker-rasige Bestände.

Gegenüber der Bodenreaktion ist die Art tolerant und gedeiht auch auf basenreichen Böden problemlos.

Sommerliche Trockenphasen übersteht das Maiglöckchen klaglos, es wird dadurch im Konkurrenzkampf mit anderen Waldstauden sogar gestärkt.

Sorten:
  • Grandiflora: etwas größere Einzelblüten als die botansiche Art
  • Rosea: mit zart-rosa Blüten
  • Striata: Blattspreite mit grünlich-creme-weißen Längsstreifen

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
bodendeckend
15-30 cm Höhe
grünlich-weiß
weiß
rosé-weiß
Mai
grün
hellgrün
weiß
gelblich
panaschiert
Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
zierend/strukturstark
stark giftig
Heil-/Gewürzpflanze
ausgeprägt
mäßig trocken
frisch
gut drainiert
sommertrocken
sonnig
halbschattig
sommerlich schattig
absonnig
Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
humos
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
kalk-/basenreich
arme Böden
mittlere Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Ozeanischer Verbreitungsschwerpunkt
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
alpin
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Ostasien/China/Mandschurei
Sibirien
Zentral-Asien
Kleinasien
Vord. Orient
gut
Gering
Gruppen-Verbands-Pflanze
aspektbildender Flächenfüller
verträglich
Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
Bergheiden
Laubwälder
Buchenwälder
Flattergrasbuchenwälder
Trockenhang-Kalk-Buchenwälder
Eichenwälder
Bodensauere Eichenmischwälder
Steppen-Eichenwälder
Felshang Flaumeichenwälder
Subkont. Kiefern-Eichenwälder
Nadelwälder
Kiefernwälder
Sand-Kiefernwälder
Kiefern-Steppenwälder
Schneeheide-Kiefernwälder, kalkreich
Fichtenwälder
Zwergstrauchreiche Tannen-Fichtenwälder
Ländlicher Garten
Repräsentative Gärten
Waldgarten
Duftgarten
Duft ausgeprägt
öffentliches Grün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Bodenfestiger (Halden/Böschungen)
Hauptsortiment
sommergrün
Lebensbereich
Gehölz/Wald
Gehölzrand/Staudenfluren