Sorghastrum nutans (Chrysopogon nutans) / Goldbartgras

Sorghastrum_nutans_(chrysopogon_nutans)_11 Familie Poaceae, Süßgräser
Pflanzen pro qm 4.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Sorghastrum nutans: Das Goldbartgras kommt vom Osten Kanadas bis in den Norden Mexikos vor.

Sorghastrum nutans ist ein wichtiger Bestandsbildner der Hochgras-Prärien. Es tritt v.a. im südlichen Verbreitungsgebiet in der Regel in größeren Beständen aspektbildend auf. Im Norden ist es deutlich weniger prägend und wird meist von anderen Hochgräsern - insbesondere Andropogon gerardii -  an den Rand gedrängt. Weitere gartenbekannte Begleitarten sind z.B. Panicum virgatum und Schizachyrium scoparium.

Neben Präriestandorten besiedelt die Art auch lichte Stellen in Kiefern- und Eichen-Trockenwäldern, in Kurzgrasprärien und Beifuß-Steppen. Es gibt aber auch Vorkommen auf grundfeuchten und/oder gelegentlich überfluteten Auwiesen.

Sorghastrum nutans ist bezüglich der Bodenverhältnisse ausgesprochen anpassungsfähig. Optimale Bestandsdichten erreicht es aber auf tiefgründigen, gut drainierten Mineralböden mit gelegentlichem Trockenstress. Die Stickstoffversorgung kann hoch bis gering sein.

Auch gegenüber der Bodenreaktion ist der Goldbart tolerant und kann auf stark alkalischen bis sauren Standorten gefunden werden. Selbst ein gewisses Maß an Salzkonzentration wird vertragen.

Bevorzugt werden vollsonnige bis sonnige Standorte.



Der Goldbart in einer öffentlichen Parkanlage als Matrixpflanze

Beschreibung

Sorghastrum nutans ist ein sommergrünes Horstgras. Außerhalb der Blüte erreicht es je nach Standortgunst 40-80 cm Höhe. Das Laub hat einen deutlichen Blaustich.

Die straff aufrechten Blütenrispen ab Juli/August werden mit 120-150 cm deutlich höher. Unter optimalen Bedingungen können auch bis zu 200 cm erreicht werden. Sie sind durch die rötlichen Deckspelzen und die herabhängenden, gold-gelben Staubfäden gekennzeichnet.

Die Samenstände bilden den gesamten Winter hindurch eine straff aufrechte Silhouette.

Als C4-Pflanze ist die Art in der Lage, auch bei geschlossenen Spaltöffnungen an trocken-warmen Sommertagen auf zuvor in den Blättern gespeichertes CO2 zuzugreifen. Bei Wasserknappheit muss sie daher die Photosynthese dennoch nicht unterbrechen.

Gelegentlich wird die Art auch unter dem Synonym "Chrysopogon nutans" geführt.



Prächtige Exemplar auf Trockenstress-Standort in voller Sonne mit straff aufrechtem Wuchs und intensiver Blaufärbung

Verwendungshinweise

Der Goldbart ist mit seinem aufrechten, dichten Horsten, dem grau-bläulichen Laub, den ansprechenden Blüten und der überzeugenden Winterstruktur eines der schönsten Ziergräser.

Er ist v.a. für steppenartige Staudenpflanzungen in Freiflächen oder am Südrand von Gehölzen eine erstaunlich selten wahrgenommene Option. In den zentralen Hochgras-Prärien wird er neben den schon erwähnten Gräsern typischerweise von interessanten, gartenwürdigen Stauden wie die Grauweiße Bleiwurz (Amorpha canescens), dem Prärie-Sonnenhut (Ratibida pinnata) oder dem Palmlilien-Mannstreu (Eryngium yuccifolium).

Durch die praktisch ganzjährige Zierwirkung ist er auch in größeren Pflanzgefäßen auf Terrassen eine gute Wahl. Allerdings dürfen die Wurzelballen keinesfalls durchfrieren.

Die Samenstände und auch die trockenen Horste haben einen sehr reizvollen Winteraspekt, der Rückschnitt erfolgt entsprechend erst im Frühjahr. Der Goldbart ist daher auch bestandsbildend einsetzbar und gibt eine interessante Matrix für Hochstauden ab. Gute Partner sind insbesondere andere ARten der Hochgras-Prärien wie



Auf ärmeren oder trockeneren Substraten überzeugen die straff aufrechten Samenstände auch im Winterhalbjahr.

Kultur

Das Goldbartgras möchte im Wesentlichen einfach nur möglichst sonnig stehen. Alle anderen Standortparameter spielen demgegenüber keine nennenswerte Rolle.

Auf trockenen oder/und ausgesprochen stickstoffarmen Standorten bleiben die Exemplare niedriger, sind aber vital. Während längerer Dürreperioden stirbt es zwar oberirdisch ab, treibt mit dem nächstbesten Feuchtigkeitsschub aber willig wieder aus. 

Auf frischen, nahrhaften Standorten entwickelt es sich rasch sehr üppig und hochwüchsig. V.a. in den ersten 2-3 Jahren ist die Standsicherheit hier nicht wirklich befriedigend. Die standörtlich bedingte Varianz der Höhenentwicklung ist bei Pflanzkonzepten zu berücksichtigen.

Wurzeldruck von Sträuchern wird vertragen, führt aber je nach Intensität zu reduzierter Größenentwicklung.



Je trockener die Standorte, desto intensiver wird der blau-graue Farbanteil des Laubes.

Sorten:
  • Indian Steel: etwas ausgeprägter grau-grüne Blattfärbung und frühe, kupfrig-bräunliche Herbstfärbung, neigt etwas zum Auseinanderfallen
  • Sioux Blue: ausgeprägter grau-blaue Blattfärbung, spät im Herbst nahtlos strohig verfärbend, zuverlässig standfest

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Gras
horstartig
100-150 cm Höhe
gelb
rot
August
grün
Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
zierend/strukturstark
ungiftig
unbedeutend
trocken
mäßig trocken
frisch
sommertrocken
feucht
vollsonnig
sonnig
halbschattig
Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
salzhaltig
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
poröser Schotter
kalk-/basenreich
arme Böden
mittlere Böden
reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Amerika
Nordamerika
sehr gut
Gering
strukturbildender Gruppen-Solitär
Gruppen-Verbands-Pflanze
strukturbildende Matrixpflanze
verträglich
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Steppenpflanzung
für Pflanzgefäße geeignet
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Rabatte
Wiese/Prärie
Hauptsortiment
sommergrün
zierende Winterstruktur
Wiesen
Felssteppen
Steppen
Gehölzrand/Staudenfluren