Carlina acaulis // Silberdistel, Wetterdistel

Familie Asteraceae, Korbblütler
Pflanzen pro qm 8.00
Wikipedia Carlina acaulis
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Carlina acaulis

Die Silberdistel ist in Europa von Spanien bis Mitteldeutschland und nach Osten bis in die Urkraine in der submontanen bis alpinen Höhenlage verbreitet. In den Gebirgen Skandinaviens ist sie stellenweise neophytisch eingebürgert.

In Deutschland fehlt die Silberdistel in den Tiefebenen fast gänzlich. Die Vorkommen konzentrieren sich auf die mitteldeutschen Mittelgebirge, die Schwäbische Alb, den Schwarzwald, das Alpenvorland und den Bayerischen Wald.



In den Schweizer Alpen ist die Silberdistel (hier Carlina acaulis ssp. acaulis) häufig und findet sich auch mal ruderal am Straßenrand ein.

Carlina acaulis kommt vorrangig in beweideten Schaftriften auf durchlässigen, ausgesprochen stickstoff- und humusarmen Halb- und Trockenrasen in vollsonnigen Lagen vor. In alpinen Höhen ist die Silberdistel regelmäßiger Begleiter in Blaugras-Rasen auf Kalkschutt.

Sie tritt außerdem in trockenen Borstgrasheiden auf durchlässigem Silikatgesteinsböden über Felsbändern und auf Felsköpfen auf. Gegenüber der Bodenreaktion ist die Silberdistel tolerant.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (9)  Temperatur (-)  Kontinentalität (4)  Feuchte (4)  Reaktion (-)  Stickstoff (2)



Carlina acaulis ssp. simplex mit stark gefalteter Blattspreite.

Beschreibung
Die Silberdistel ist eine sommergrüne, horstige und langlebige Staude. Die dichten Horste mit den stacheligen, kräftig-grünen Blättern erreichen kaum 20 cm Höhe und wachsen dem Boden angedrückt.

Die zunächst silbrig-grauen, zur Samenreife dann stroh-gelben, steif-trockenen Blütenstände sind groß und erscheinen ab Mitte Juli bis Anfang September. Sie öffnen sich nur bei Sonnenschein und schließen sich bereits bei erhöhter Luftfeuchtigkeit. Es gibt fast stengellose Varietäten und solche mit bis zu 30 cm langen Blütenstielen.

Die mit Bitterstoffen angereicherte Wurzel spielte eine wichtige Rolle in der Volksheilkunde, die Blütenböden sind ähnlich denen der Artischocke essbar.

Verwendungshinweise
Carlina acaulis ist eine bekannte, fast mystische Art, deren Zierwert sich aber erst auf den zweiten Blick erschließt.

Sinnvoll gärtnerisch eingesetzt werden kann die alte Heilpflanze v.a. an aus der Nähe einsehbaren Stellen im Alpinarium oder in Kräuter-, Bauern- und Klostergärten.

Naturhafte Situationen in enger Anlehnung an die montanen bis alpinen Fels- und Schotterrasen auf Kalk entstehen insbesondere zusammen mit Alpen-Aster, Blaugrüner Berg-Diestel, Echtem Wundklee oder Berg-Gamander.



Nach der Samenreife weicht der Silberton einer warmen Strohfarbe.

Kultur
Bereits auf mäßig stickstoffreichen Standorten wird der Pflegeaufwand zum Erhalt der extrem lichtbedürftigen Art sehr hoch.

Staunässe ist sehr ungünstig, sommerliche Trockenphasen dagegen stärken aufgrund der tiefreichenden Pfahlwurzel zumindest auf tiefgründigen Böden bzw. tiefen Felsspalten die Konkurrenzkraft der Art.

Bis die Pfahlwurzel in den Untergrund vorgedrungen ist, sollte man im ersten Etablierungssommer mit Bewässerung Trockenphasen überbrücken können.

Während das Laub im Winter abstirbt, trotzen die Samenstände dem Winterwetter klaglos.

Sorten:
  • ssp. acaulis: Stammform
  • ssp. simplex: mit krauser Blattspreite

  • Beide Unterarten sind im Handel gleichermaßen erhältlich.

    Bilder


















    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    horstartig
    15-30 cm Höhe
    weiß
    August
    grün
    Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
    zierend/strukturstark
    ungiftig
    essbar
    Heil-/Gewürzpflanze
    unbedeutend
    mäßig trocken
    frisch
    gut drainiert
    sommertrocken
    vollsonnig
    Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    kalkfrei, sauer
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    poröser Schotter
    keine Bodenverdichtung
    kalk-/basenreich
    sehr arme Böden
    arme Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    gemäßigte Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Mittelgebirge (montan)
    alpin
    Mitteleuropa
    Südeuropa
    Süd-Osteuropa
    Osteuropa/Kaukasus
    Hügelland (collin)
    Asien
    Sibirien
    Zentral-Asien
    Liebhaberpflanze
    Hoch
    Gruppen-Verbands-Pflanze
    verträglich
    konkurrenzschwach
    Wiesen Trockenrasen Alpine Felsfluren Staudenfluren Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche
    Frischwiesen
    Steppenrasen
    Bodensaure Borstgrasrasen
    Submediterrane Halbtrockenrasen
    Silikat
    Kalk
    Staudenfluren trockenwarmer Standorte
    Trockene Sandheiden
    Bergheiden
    Wacholdergebüsche
    Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Ländlicher Garten
    Mediterraner Garten
    Terrassen-/Balkongarten
    Repräsentative Gärten
    Steingarten/Alpinum
    Heidegarten
    Steppenpflanzung
    Klostergarten
    Gründächer
    Substratstärke über 15 cm
    Wiese/Prärie
    Hauptsortiment
    sommergrün
    zierende Winterstruktur
    Alpinum
    Felssteppen
    Steppen