Carex morrowii // Japan-Segge

Familie Cyperaceae, Sauergräser
Pflanzen pro qm 4.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Carex morrowii: Die Japan-Segge stammt aus lichten, laubwerfenden Wäldern Japans. Sie besiedelt frische bis feuchte, mäßig stickstoffreiche, humose Böden.

An die Bodenreaktion stellt Carex morrowii geringe Ansprüche, es werden mäßig basenreiche bis saure Substrate besiedelt.



Gemischter Bestand aus Normalform und 'Variegata' zur Vollblüte Mitte März. Solche halbschattigen Lagen kommen der Art sehr entgegen. />

Beschreibung: Carex morrowii ist eine zuverlässig wintergrüne, in milden Wintern auch immergrüne, dichte Horste  bildende Segge, die im Laufe der Zeit spürbar in die Breite wächst. Sie wird etwa 40 cm hoch und bis zu 80 cm breit. Das vorjährige Laub bleibt den Winter über grün und vollständig, wird im Frühling aber durch den Neuaustrieb ersetzt.

Die schmalen, tief-grünen Blätter von Carex morrowii sind straff-aufrecht, an den Spitzen dann elegant leicht überhängend.



Die Blütenstände im März sind bei genauer Betrachtung ein interessantes Detail. Für die Gesamtwirkung der Japan-Segge sind sie im Grunde aber nicht sonderlich relevant.

Die Blütenstände werden v.a. von den hell-gelben Staubgefäßen der männlichen Blüten bestimmt. Für ein Gras ist ihr Anblick durchaus ansehnlich. Nach 2-3 Tagen sind die Staubgefäße jedoch bereits abgeblüht und die Fruchtstände zeigen das seggentypische Dunkelbraun. Die Blüten erscheinen ab etwa Mitte/Ende März.

Es gibt durch die Ausbildung von 10 bis 20 cm langen Ausläufern stärker in die Fläche drängende, etwas flachwüchsigere Auslesen der Unterart Carex morrowii ssp. foliossima. Diese erreichen den Bestandschluss wesentlich schneller als die horstigen Formen und sind dadurch noch etwas früher pflegeleicht. Sie entwickeln aber nicht ganz die Charakterstärke alter, von kräftigen Horsten geprägter Bestände.



Carex morrowii wirkt praktisch immer seriös und gediegen. />

Verwendungshinweise: Die Japan-Segge ist eine der ansprechendesten und auch beliebtesten Lösungen für die flächige Pflanzung in halbschattigen bis licht schattigen Lagen von Gebäuden und Mauern. Sie wird recht häufig in gepflegten Parkanlagen und repräsentativen Privatgärten auch unter Bäumen verwendet, ohne dass man ihrer überdrüssig wird.

Auf ausreichend frischen Substraten kann die Art auch völlig problemlos sonnig gehalten werden, sie wirkt hier aber eigentlich nicht ganz stimmig.

Die grüne Naturform wird im Vergleich zum Standard "Variegata" seltener eingesetzt. Angenehm dezent strukturierte Bilder ergeben sich bei Kombination der Wildart mit den lebhafteren, panaschierten Auslesen.



'Aureovariegata' auf einem kleinen Stadtplatz />

Idealerweise wählt man die Pflanzabstände so, dass auch alte Horste nicht zu einer homogenen Fläche zusammenwachsen, sondern als Individuen noch erkennbar bleiben. Unter optimalen Bedingungen und geringer Wurzelkonkurrenz reichen hierzu schon 3-4 Horste aus. In Neuanlagen sollte man dann allerdings die Zwischenräume mit niedrigen bis mittelhohen, kurzlebigen Lückenbüßern auffüllen.

Strukturell homogenere Flächen entstehen dagegen mit den verschiedenen ausläufertreibenden Formen.

Kultur: Die Unterpflanzung alter Baumbestände und alter Großgehölze ist ein erstaunlich mühseliges Unterfangen, weil die wurzelschwache Japan-Segge sich hier sehr langsam entwickelt. Außerdem ist sie für ein Waldgras relativ lichtbedürftig und kümmert im echten Schatten.

Unter günstigen Bedingungen ist sie dafür wüchsig und entwickelt innerhalb von 3 Jahren eindrucksvolle Horste und die wüchsigen Ausläuferformen erzeugen rasch dichte Flächen.

Gegenüber wuchskräftigen Waldstauden ist die Japan-Segge gut verträglich, die Kombination mit zarten Frühlingsgeophyten ist nur bei ausreichend großen Abständen zwischen den Horsten oder nur mit sehr wuchsschwachen Ausläuferformen möglich.

 :

'Irish Green und 'Aureoariegata' in einem einfachen, aber kraftvollen Pflanzkonzept

Nach dem Flächenschluss ist kaum noch Wildkrautaufkommen möglich und die Carex-morrowii-Flächen sind langfristig stabil und pflegeleicht.

Sommertrockenheit sollte vermieden werden, kurzzeitiger Trockenstress schadet nach der Etablierung aber auch nicht nachhaltig. Günstig sind lockere, sehr humose und saure bis neutrale Lehmböden. In Kultur funktioniert sie aber sogar noch auf alkalischen, humusarmen aber feinerdereichen Mineralböden befriedigend.

In winterrauhen Regionen sollten windgeschützte, wärmebegünstigte Standorte gewählt werden, wenn man sich an von Frostschäden verbraunten Blättern stört. Bei länger anhaltenden Barfrösten führt auch Wintersonne oft zu Trockenschäden. In der Regel treiben aber auch Horste mit zurückgefrorenem Laub im Frühjahr willig wieder aus.



Seltener sind die bodendeckend wachsenden Formen wie hier Carex morrowii ssp. foliossima 'Silver Sceptre' zu sehen. Im Vordergrund steht Carex plantaginea, dahinter Acanthus hungaricus und Euonymus alatus in Herbstfarben. />

Sorten:
  • Aureovariegata: creme-weiß gerandetes Laub, deutlich heller als 'Variegata'
  • ssp. foliossima 'Silver Sceptre': bis 25 cm hohe, zarte, mäßig wuchsfreudige, konkurrenzschwache Sorte, creme-weiße Randstreifen, im Schatten vergrünend, vergleichsweie weiches, bogigig überhängendes Laub, Ausläuferbildung, dadurch langsam Rasenteppiche bildend,
  • ssp. foliossima 'Irish Green': 30-45 cm hoch, tief-grünes Laub, kurze, aber ausgeprägte Ausläuferbildung, dadurch zügig dichte Rasen bildend, wüchsig und vital, duldet dauerhaft nur kräftige Stauden
  • ssp. foliossima 'Icedance': bis 30-40 cm hoch, weiße Randstreifen, horstig mit Ausläuferbildung, dadurch bultige Rasen bildend
  • Variegata: schmale, creme-weiße Blattränder, nur bei genauer Betrachtung wahrnehmbar, allerdings hellere Gesamterscheinung als die Wildform
  • var. temnolepis: 30 cm hoch, grünes, sehr feines, lang bogig überhängendes Laub,



  • 'Variegata' wird gerne in repräsentativen Situationen eingesetzt.

    Bilder









    'Aureovariegata'



    'Aureovariegata'



    'Icedance'



    'Irish Green'



    'Irish Green'



    'Silver Sceptre'



    'Silver Sceptre'



    'Silver Sceptre'



    'Variegata'



    'Variegata'
























    Blüte Mitte März

    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Gras
    bodendeckend
    horstartig
    15-30 cm Höhe
    30-60 cm Höhe
    gelblich-grün
    hell-gelb
    gelb
    März
    grün
    dunkel-grün
    weiß
    gelblich
    panaschiert
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    ungiftig
    unbedeutend
    frisch
    feucht
    sonnig
    halbschattig
    sommerlich schattig
    absonnig
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    kalkfrei, sauer
    durchlässiger Lehm
    Lehm
    humos
    organische Böden
    keine Bodenverdichtung
    kalk-/basenreich
    stark sauer
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
    mittlere Böden
    reiche Böden
    sehr reiche Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    luftfeuchte und/oder kühle Lagen
    gemäßigte Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Asien
    Japan/Korea/Sachalin/Taiwan
    sehr gut
    Gering
    Gruppen-Verbands-Pflanze
    strukturbildende Matrixpflanze
    verträglich
    Asiatisch-Exotischer Garten
    Mediterraner Garten
    Terrassen-/Balkongarten
    Repräsentative Gärten
    Waldgarten
    für Pflanzgefäße geeignet
    öffentliches Grün
    Grünanlagen geringer Pflegestufe
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Hauptsortiment
    winter-/immergrün
    Gehölz/Wald
    Gehölzrand/Staudenfluren