Carduus nutans // Nickende Distel

Familie Asteraceae, Korbblütler
Pflanzen pro qm 4.00
Wikipedia Carduus nutans
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Carduus nutans: Die Nickende Distel kommt in weiten Teilen Europas und im gemäßigten Asien vor. In fast ganz Nordamerika und Australien ist sie neophytisch eingebürgert.

In Deutschland fehlt sie nur in der westlichen Deutschen Tiefebene weitgehend. In der Schweiz ist sie im Jura und Wallis relativ häufig, ansonsten seltener.

Die Nickende Diestel wächst in basen- und relativ stickstoffreichen, mäßig trockenen bis frischen Ruderalfluren in vollsonnigen und wärmebegünstigten Lagen.



Carduus nutans in einer extensiven Rinderweide auf Kalk-Sand in der Ostholsteinischen Schweiz

Sie ist eine Kennart der Eselsdistel-Fluren, die v.a. in ländlichen und dörflichen Saumstrukturen anzufinden sind. In trocken-warmen Weiden besiedelt die Art auch Bereiche mit offenen Bodenstellen und lückiger Grasnarbe.

Die Art hat einen mediterranen Verbreitungsschwerpunkt, die deutschen Vorkommen sind eventuell archeophytisch, da die Blütenböden und junge Sprosse als Wildsalat verwendet wurden. Eine prähistorische Verbreitung durch den Menschen ist daher nicht unwahrscheinlich.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (6)  Kontinentalität (5)  Feuchte (4)  Reaktion (8)  Stickstoff (6)



Nachbildung einer Ruderalflur mit Acker-Hundskamille, Klatschmohn und Wolligem Honiggras

Beschreibung: Die Nickende Diestel ist eine Zweijährige, die im ersten Jahr eine grundständige Blattrosette und im zweiten Standjahr 60 bis 100 cm hohe, stachlig beblätterten Blütenstiele hervorbringt. Auf nahrhafteren, konkurrenzarmen Standorten können sehr ausladende "Büsche" von bis zu 150 cm Breite entstehen.

Die auffallend großen Blütenstände sind kräftig rosa und charakteristisch nickend im erblühten Zustand. Die Blütezeit liegt im Juli.



Ruderalflur mit Wegwarte und Garten-Feinstrahl

Verwendungshinweise: Carduus nutans ist nur als Saatgut erhältlich, stellt für Experimentierfreudige aber eine durchaus interessante Option für Kiesgärten, grasbetonte Steppenanlagen und warme, an natürlichen Ruderalfluren angelehnten Saumstrukturen dar.

Die großen, nickenden Blüen sind ein ungewöhnliches, chrakterstarkes Bild, leider ist sie nach dem Verblühen nicht ausreichend strukturstabil. Wo sie auf nahrhaften Böden auf wenig Konkurrenz trifft, kann sie enorme Dimensionen annehmen und verliert dann an Ästhetik.

Im Bauern- und Klostergarten ist sie eine traditionelle, wenn auch vergessene Begleiterin.



"Unansehnlich" ist das richtige Wort für die Winterstruktur der Nickenden Distel.

Kultur: Wo ausreichend freie Bodenstellen in warmen, sonnigen Lagen erhalten bleiben, samt sich die Art willig aus, wird jedoch ohne gärtnerische Betreuung von ausdauernden Stauden mit der Zeit verdrängt.

Nach der Blüte werden die Samenstände und die absterbende Blattmasse unansehnlich und verlangen nach ihrer Beseitigung. Eine dauerhafte und ansprechende Bereicherung stellt die Nickende Diestel daher letztlich nur in intensiv gärtnerisch betreuten Anlagen dar.

Bilder





















Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
zweijährig
horstartig
60-100 cm Höhe
violett
pink
Juli
August
grau-grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
essbar
unbedeutend
mäßig trocken
frisch
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Wiesen
mittlere Böden
reiche Böden
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
mediterraner Schwerpunkt
Hügelland (collin)
befriedigend
Hoch
strukturbildender Gruppen-Solitär
Frischwiesen
Staudenfluren Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Staudenfluren trockenwarmer Standorte
Ländlicher Garten
Repräsentative Gärten
Steppenpflanzung
Klostergarten
Insektenweide
Wiese/Prärie
Raritäten/Saatgut
winter-/immergrün
Wiesen
Felssteppen
Steppen
Gehölzrand/Staudenfluren