Campanula trachelium // Nesselblättrige Glockenblume

Familie Campanulaceae, Glockenblumengewächse
Pflanzen pro qm 10.00
Wikipedia Campanula trachelium
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Campanula trachelium:

Die Nesselblättrige Glockenblume ist in ganz Europa bis in das westliche Sibirien und Zentral-Asien von den Tiefebenen bis in die alpine Stufe verbreitet. In Nordafrika und Kleinasien besiedelt sie die Bergregionen. Im Nord-Osten der USA bis Kanada ist sie neophytisch eingebürgert.

In Deutschland ist Campanula trachelium nahezu flächendecken recht häufig. Lediglich im Norddeutschen Tiefland gibt es Verbreitungslücken. In Niedersachsen gehen die Bestände zudem spürbar zurück. In der Schweiz ist sie bis in die subalpine Stufe überall häufig.

Sie kommt hauptsächlich innerhalb von geschlossenen Waldgebieten auf stickstoffreichen, frischen bis feuchten, basen- und humusreichen Lehmböden in halbschattigen bis licht schattigen Lagen vor.



Naturstandort auf einer Lichtungswiese in Oberbayern.

Die Nesselblättrige Glockenblume ist eine Kennart des Seggen-Eichen-Hainbuchen-Wälder. In Waldmänteln besiedelt sie auch vorgelagerte Schlehen-Gebüsche und entlang von Waldwegen nitrophytische Staudensäume.

Lediglich im Hochgebirge findet man Campanula trachelium auch außerhalb von Wald in frischen, oft sickerfeuchten Hochstaudenfluren.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (4)  Temperatur (-)  Kontinentalität (3)  Feuchte (6)  Reaktion (8)  Stickstoff (8)



Campanula trachelium am naturhaften, halbschattigen Gehölzrand

Beschreibung: Die sommergrüne, horstige Nesselblättrige Glockenblume bildet bis etwa 80 cm hohe, kerzenartige Blütenrispen mit auffallend rot-braunen Stengeln und milchig-blau-weißen Knospen und später violett-blauen Einzelblüten.

Auch am Naturstandort treten - selten - weiß blühende Exemplare auf. Noch seltener kann man zart-hellblaue Varietäten finden. Die Blütezeit beginnt Ende Juni und reich bis Anfang August. Bei Rückschnitt unmittelbar nach der Blüte erfolgt meist eine schwächere Nachblüte im September.

Ein Bild mit nahezu der gesamten Farbpalette zu der die Art fähig ist. Nur eine fehlt noch ...



Die behaarten Blätter erinnern tatsächlich an Brennnesseln. Zudem sind sie, wie auch die Stengel mit kräftigen Härchen versehen, die bei Berührung durch Mikroverletzungen der Haut etwas unangenehm anzufassen sind.

Mit der Knäuel-Glockenblume (Campanula glomerata) und der ausläufertreibenden Acker-Glockenblume (Campanula rapunculoides) werden Hybriden gebildet.

Verwendungshinweise: Die Nesselblättrige Glockenblume ist sicher nicht die spektakulärste unter den Glockenblumen. Laien halten sie im Austrieb meist für Brennnesseln und wundern sich über die schlampig arbeitende Gartenbetreuung. Insofern ist zumindest die Wildform mit den verwaschenen violett-blauen Blütentönen nicht die erste Wahl, wenn Prachtstaudenbeete bestückt werden sollen.

Dafür kommt sie mit ihrem natürlichen Duktus gut in weiträumigeren, halbschattigen bis schattigen Waldsituationen oder im kühlen Schatten von Mauern zusammen mit Farnen und Waldgräsern zur Geltung.

Weiß blühende Formen haben gegenüber dem blauen Typ gewisse Vorteile. Einerseits ist die Auswahl an weißen Glockenblumen sehr übersichtlich. Sie erzeugen daher einen höheren Überraschungseffekt. Und andererseits ist das leuchtende Weiß viel besser wahrnehmbar. Es würde sich sogar im Prachtstaudenbeet behaupten können (s.o.).



... zartestes Himmelblau ist ebenfalls noch im Programm.

Kultur: Campanula trachelium ist eine robuste, sehr zuverlässige Glockenblume. Man kann sie an einigermaßen passenden Standorten weitgehend vernachlässigen, ohne ihrer verlustig zu gehen.

Hilfreich ist dabei ihre hohe Schattenverträglichkeit. Im tiefen Schatten kümmert sie allerdings.

Sie benötigt nährstoffreiche, gerne dauerfrische Standorte, in Trockenphasen erschlafft sie rasch, erholt sich aber in der Regel immer wieder.

Campanula trachelium samt sich reichlich aus und ist sehr konkurrenzfähig. Durch den strikt horstigen Wuchs ohne Ausläufer wird die Art aber nur selten lästig.

Die Blütenstände werden nach der Blüte eher unansehnlich. Schneidet man sie rechtzeitig mit den letzen abblühenden Einzelblüten zurück, setzt sie oft zu einem zweiten, schwächeren Blütenflor an.

Saatgut keimt bei Temperaturen um 20 Grad und gleichmäßiger Feuchte willig und innerhalb von zwei bis vier Wochen.





Die hellblütigen Varietäten erzielen eine wesentlich bessere Fernwirkung als der Typ.

Sorten:
  • Flore Pleno Mix: halbgefüllte Blüten in einem Farbmix von Weiß bis hell-blau und blau-violett, sortenecht versamend
  • var. Alba: wie die Art, mit rein-weißen Blüten, sortenecht versamend
  • Bilder









    var. Alba



    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    horstartig
    60-100 cm Höhe
    weiß
    violett
    hell-blau
    blau
    Juli
    grün
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    ungiftig
    unbedeutend
    frisch
    feucht
    halbschattig
    sommerlich schattig
    absonnig
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    durchlässiger Lehm
    Lehm
    Ton
    humos
    starker Wurzeldruck
    keine Bodenverdichtung
    kalk-/basenreich
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Staudenfluren
    reiche Böden
    sehr reiche Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    luftfeuchte und/oder kühle Lagen
    gemäßigte Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Tiefland
    Mittelgebirge (montan)
    alpin
    Nordeuropa
    Mitteleuropa
    Südeuropa
    Süd-Osteuropa
    Osteuropa/Kaukasus
    Hügelland (collin)
    Asien
    Zentral-Asien
    Kleinasien
    Afrika
    Nordafrika
    gut
    Gering
    strukturbildender Gruppen-Solitär
    Gruppen-Verbands-Pflanze
    verträglich
    Hochstaudenfluren feuchter bis nasser Standorte
    Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Laubwälder
    Buchenwälder
    Mull-Buchenwälder
    Montane Buchenwälder
    Eichenwälder
    Feuchtwälder
    Auwälder
    Ländlicher Garten
    Repräsentative Gärten
    Waldgarten
    öffentliches Grün
    Grünanlagen geringer Pflegestufe
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Rabatte
    Hauptsortiment
    sommergrün
    Gehölz/Wald
    Alpinum
    Gehölzrand/Staudenfluren