Calamintha menthifolia / Wald-Bergminze

Calamintha_menthifolia_wald-bergminze_17 Familie Lamiaceae, Lippenblütler
Pflanzen pro qm 6.00
Wikipedia Calamintha menthifolia
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Calamintha menthifolia: Die Wald-Bergminze hat einen eine submediterranen Verbreitungsschwerpunkt. Sie ist im gesamten Mittelmeerraum von der Iberischen Halbinsel bis in den Nahen Osten sowie in Teilen des Atlas-Gebirges verbreitet. Die östliche Verbreitungsgrenze verläuft über die Ukraine bis in das Baltikum. Die westliche Arealgrenze liegt auf den Britischen Inseln (Karte der Gesamtverbreitung).

In Deutschland hat sie ihre nördlichen Ausläufer in den Tallagen bis submontanen Höhenlage des Schwarzwaldes, der schwäbischen Alb, des Odenwaldes und des Hunsrücks.



Wald-Bergminze im naturhaften Gehölzsaum zusammen mit der bereits verblühten Straußblütigen Wucherblume

Die Wald-Bergminze besiedelt mäßig trockene, wärmebegünstigte Standorte in lichten Wäldern und in vorgelagerten Staudensäumen auf basenreichen, stickstoffarmen, durchlässigen Böden. Die Standorte sind entsprechend sonnig bis halbschattig.

In Mitteleuropa ist sie eine lokale Charakterart der Flaum-Eichen-Wälder, kommt in Süd-West-Deutschland aber auch an lichten Stellen von Orchideen-Buchen-Wäldern und Blut-Storchschnabel-Säumen sowie den mesophilen Wirbel- Dost-Säumen vor.



Ohne auffällige Blütenpartner wirkt Nepeta menthifolia immer etwas unvollendet.

Beschreibung

Calamintha menthifolia ist eine horstig-buschige, sommergrüne Staude. Sie erreicht etwa 40 bis maximal 60 cm Wuchshöhe.

Die blass-violetten Blüten erscheinen ausdauernd ab Mitte Juni bis Ende August. Mitunter findet man sogar noch Ende September blühende Exemplare. Die Blüten sind klein und stehen vergleichsweise weit auseinander. Dadurch entstehen transparente Blütenwolken, die optisch nicht ganz leicht zu erfassen sind.

Die gesamte Pflanze duftet stark aromatisch.

Die wissenschaftlich korrekte Benennung dürfte "Clinopodium menthifolium" sein.



Verwendungshinweise

Calamintha menthifolia eignet sich für naturnah gestaltete Staudensäume, in Verbindung mit sonnigen Mauern/Trockenmauern und für naturhafte, von Gräsern und Stauden dominierte Gehölzzäume.

Die luftigen Blütenstände sind für sich genommen von eher hintergründigem Reiz. Ihre Stärke liegt weniger im eigenen großen Auftritt sondern stärker in der unaufdringlichen Einbettung dominanterer Blütengestalten. Außerdem ist das Erscheinungsbild v.a. nach der Blüte etwas struppig, ein Rückschnitt bietet sich daher an und führt zudem oft zu einer Nachblüte im September.

Für licht halbschattige Gehölzsäume sind insbesondere die Nesselblättrige Glockenbume (Campanula trachelium) und die Straußblütige Wucherblume (Tanacetum corymbosum) strukturell gut geeignete Blütenpartner, die man so auch an Naturstandorten gelegentlich gemeinsam beobachten kann.

Aufgrund des aromatischen Blattwerkes ist sie auch für Kräuter- und Duftgärten geeignet.



Die Blütenstände stellen die menschliche Wahrnehmung vor eine Herausforderung. Für Insekten sind sie dafür umso attraktiver.

Kultur

Auf durchlässigen, basenreichen und armen Böden in sonnigen bis licht halbschattigen Lagen ist die Art relativ durchsetzungsfähig. Ungeeignet sind kühle und/oder staufeuchte Standorte.

Die botanische Art ist kein Baumschulstandard, öfter erhält man Auslesen.



Dieser Bestand blüht noch Ende September zusammen mit Herbstzeitlosen am Gehölzrand.

Sorten:
  • Gottfried Kühn: gute Sorte, 45-60 cm hoch, auffallend rötliche Stengel, sehr gut standfest. Rückschnitt nach der ersten Blüte (II 06 bis I 08) führt zu kompaktem Neuaustrieb und Nachblüte in I 09 bis IV 10). Insgesamt etwas schwächerer Blütenflor.
  • Menthe: sehr gute Sorte, hohe (60-80 cm), relativ reichblütige, weiß blühende Sorte, gut standfest, neigt auf reicheren Böden zum auseinanderfallen. Rückschnitt nach der ersten Blüte (II 06 bis I 08) führt zu kompaktem Neuaustrieb und Nachblüte in I 09 bis IV 10.

Bewertungen auf Basis der Sortimentssichtung des Arbeitskreises Staudensichtung

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
30-60 cm Höhe
weiß
violett
Juni
Juli
grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
essbar
Heil-/Gewürzpflanze
ausgeprägt
mäßig trocken
frisch
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
halbschattig
absonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
durchlässiger Lehm
humos
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Staudenfluren
arme Böden
mittlere Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
mediterraner Schwerpunkt
Hügelland (collin)
Afrika
Nordafrika
befriedigend
Mittel
Gruppen-Verbands-Pflanze
aspektbildender Flächenfüller
verträglich
Staudenfluren trockenwarmer Standorte
Gebüsche Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
Wärmeliebende Trocken-Gebüsche
Laubwälder
Buchenwälder
Trockenhang-Kalk-Buchenwälder
Eichenwälder
Felshang Flaumeichenwälder
Ländlicher Garten
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Steppenpflanzung
für Pflanzgefäße geeignet
Duftgarten
öffentliches Grün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Insektenweide
Hauptsortiment
sommergrün
Lebensbereich
Gehölz/Wald
Gehölzrand/Staudenfluren