Buxus sempervirens / Gewöhnlicher Buchsbaum

Buxus_sempervirens_gew%c3%b6hnlicher_buchsbaum_11 Familie Buxaceae, Buchsbaumgewächse
Pflanzen pro qm 4.00
Wikipedia Buxus sempervirens
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Buxus sempervirens (Buchsbaum): Buxus sempervirens kommt in Süd-West-Europa, vom Balkan über die Türkei bis zum Kaukasus und in den Gebirgen Nordafrikas vor (Karte der Gesamtverbreitung). Er wächst in collinen bis submontanen Vegetationsstufen in Wäldern und Gebüschen.

In Deutschland gibt es einzelne natürliche Vorkommen am Südrand des Schwarzwaldes und im Moseltal. In den übrigen Trocken- und Wärmegebieten der Mittelgebirgsregionen sind die Vorkommen anthropogen begründet.

Der ausgesprochen wärmeliebende Gewöhnliche Buchsbaum ist kalkhold und kommt bevorzugt auf nährstoffärmeren, mäßig trockenen bis frischen (sommertrockenen) Standorte in licht halbschattigen bis licht schattigen Lagen vor.



Buxus sempervirens "Suffroticosa" als Beeteinfassung für "Bauerngärten" - eine Erfindung aus dem frühen 20. Jahrhundert.

In Mitteleuropa ist der Buchsbaum eine Charakterart des submediterran geprägten Buchsbaum-Eichenwaldes an sonnigen Felshängen an der Trockengrenze des Waldes. Die Art kommt aber auch im Unterwuchs anderer, lichter Eichenwäldern, Orchideen-Buchenwäldern und Berberitzen-Waldmantel-Gebüschen vor.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)  ... zur Legende
Licht (5)  Temperatur (8)  Kontinentalität (2)  Feuchte (4)  Reaktion (8)  Stickstoff (4)



Buchsbaum ist für die Gartenkultur historisch und zeitgenössisch so bedeutsam, dass er nur schwer zu ersetzen ist.

Beschreibung

Buxus sempervirens ist ein langsamwüchsiger, immergrüner Strauch, der im hohen Alter durchaus 500 cm Höhe und 300 cm Breite erreichen kann.

Der Geruch während der - unscheinbar gelblich-grünen - Blüte im April/Mai ist intensiv und wird mitunter als etwas unangenehm empfunden.



Buchsbaum kann alles - sogar mediterranes Flair nachstellen. Die Dattelpalme helfen dabei.

Verwendungshinweise

Buchsbaum kommt v.a. als Formschnittgehölz zur Geltung, als freiwachsener Strauch ist er weniger dicht und bleibt im Habitus sehr unscheinbar. Freie Strauchformen bieten sich höchstens für das Nachempfinden naturnaher, trockenwarmer Waldbilder an.

Formschnittelemente sind in repräsentativen Anlagen sowohl in traditionellen wie zeitgenössischen Ansätzen wichtige Gestaltungselemente.

Sie lassen sich gefällig als Ruhepole in den Gartenraum einbinden, die insbesondere ansonsten naturhaften Pflanzungen auch im Winterhalbjahr Form und Struktur verleihen.

Auch in Pflanzgefäßen entfaltet Buchsbaum in anspruchsvoller Umgebung erhabene Wirkungen, kann dann aber nur in ausgesprochen geschützten Lagen im Freien überwintern. Zusätzlich sind weitere Vorkehrungen zu treffen (sehr große Gefäße, Perimeterdämmung).

In Anbetracht der mittlerweile nahezu flächendeckend auftretenden Kalamitäten (s.u.) sollte dringend über die Verwendung von Formschnitt-Alternativen wie z.B. Buchsbaumblättriger Berberitze (Berberis buxifolia) oder Kleinformen des Gemeinen Ligusters (Ligustrum vulgare) nachgedacht werden.



Echte Baumformen sieht man sehr selten. Mit einem gepflegterem Formschnitt wäre dieses Exemplar ein echter Attraktionspunkt.

Kultur

Der letzte Schnitt sollte nicht später als Anfang August erfolgen, da die ggf. erscheinenden Neutriebe sonst nicht mehr ausreichend frosthart ausreifen. Ideal ist ein Formschnitt im April vor dem Austrieb und ein zweiter Schnitt Anfang/Ende Juni, bei dem der Neuaustrieb 50% zurück geschnitten wird.

Buchsbaum kann sowohl im Schatten als auch an sonnigen Standorten eingesetzt werden. Buchsbaum übersteht sommerliche Trockenphasen gut, allerdings verlangsamt dies den Jahreszuwachs. 

An frischen, wohlmöglich sogar luftfeuchten Standorten ist dagegen v.a. in flächenhaften Buchbaumpflanzungen in warm-feuchten Phasen das Risiko für unterschiedliche Pilzerkrankungen wie dem Cylindrocladium-Triebsterben erhöht, die zum Verlust der Blätter und auch ganzer Triebe führen. Meist treiben die betroffenen Pflanzen aber wieder aus. Die wüchsigen Auslesen gelten als resistenter als die schwachwüchsigen. Befallene Blätter weisen dunkle Verfärbungen auf und sollten frühestmöglich entfernt und entsorgt werden.

Zusätzlich tritt in Europa zunehmend der Buchsbaumzünsler auf. Dieser ostasiatische Falter kann ganze Buxus-sempervirens-Bestände kahlfressen. Es gibt Anzeichen dafür, dass Buxus microphylla und dessen Sorten weniger befallen werden. Mittlerweile muss man eigentlich in ganz Deutschland davon abraten, Buxus sempervirens zu verwenden. Ausnahmen sind einzelne Exemplare in isolierten Gärten ohne Kontakt zu anderen "Buchsbaum-Gärten".



Sehr schönes Spiel mit Formverwandschaften und Farbkontrasten mit Buchsbaum, Lavendel und Liguster. Am Baumstann beginnt die Kletterspindel 'Minimus' einen interessanten Teppich zu knüpfen.


Im tiefen Schatten sollten nur grünlaubige Sorten eingesetzt werden, der Wuchs ist aber auch bei diesen Formen hier weniger kompakt und dichtlaubig. 

Geschützte Standorte sind zu bevorzugen, in winterrauhen Lagen kann es zu Ausfällen kommen. Das Durchfrieren des Wurzelballens lässt die Pflanzen im Winter fast immer vertrocknen und absterben.

Der Pflanzenbedarf/m² schwankt stark mit dem angestrebten Einsatz und der Pflanzqualität und der Zeit, die zur Verfügung steht, um das angestrebte Ergebnis zu erreichen. Flächenhafte Pflanzung mit der kleinsten Handelsqualität benötigen etwa 30 Stk/m².

Langsamwüchsige Sorten sind im Handel deutlich teuerer als die Normalform, sind aber für den kleinformatigen Formschnitt besser geeignet, da der Austrieb viel gleichmäßiger erfolgt und sehr dichtwüchsige Exemplare erzogen werden können.

Auf sauren und/oder feuchten Substraten ist die in der Wirkung sehr ähnliche Ilex crenata in Sorten eine brauchbare Alternative.



Solche ost-asiatisch inspirierten Schnittformen treffen derzeit den Geschmackskonsens sehr genau.

Sorten:

Mittelhohe bis hohe Normalformen
  • Angustifolia: Höhe bis 200 cm, Blattunterseite leicht grau-grün, längliche Blätter
  • arborescens: Nominatform, bis 500 cm hoch und 300 cm breit,
  • Handsworthiensis: Höhe bis 400 cm und bis 300 cm breit
  • Rotundifolia: Höhe bis 400 cm und bis 300 cm breit, bläulich-grünes Laub, breit elliptische Blätter

Mittelhohe panaschierte/farbige Formen
  • Argenteovariegata: Höhe bis 200 cm, cremeweiß gefleckte und gerandete Blätter
  • Aurea: Höhe bis 150 cm und bis 150 cm breit, mit gold-gelbem, später vergrünendem Austrieb
  • Elegans: Höhe bis 120 cm und bis 180 cm breit, cremeweiß gerandetes Laub
  • Elegantissima: Höhe bis 120 cm aber nur 75 cm breit, cremeweiß gerandetes Laub
  • King Midas: Höhe bis 120 cm und bis 80 cm breit, goldgelbes bis hellgelbes Laub
  • Latifolia Mculata: Höhe bis 150 cm und bis 150 cm breit, gelb und grün gefleckt/marmoriertes Laub
  • Marginata: Höhe bis 250 cm und bis 200 cm breit, gelb gerandete Blätter
  • Variegata: Höhe bis 150 cm und bis 150 cm breit, weiß gerandete Blätter

Zwergformen
  • Blauer Heinz: bis 80/60 cm hohe/breite Zwergform mit blau-grünem Laub
  • Herrenhausen: Zwergform, Höhe bis 50 cm und bis 100 cm breit (wird mitunter auch B. microphylla zugeordnet, recht pilzresistent)
  • Suffruticosa: Höhe bis 80 cm und bis 80 cm breit, sehr gleichmäßiger Wuchs, daher ideal für Einfassungen (sehr anfällig für Pilzerkrankungen)

 Säulenformen
  • Fastigiata: säulenformig,  Höhe bis 350 cm und bis 40 cm breit
  • Graham Blandy: säulenformig,  Höhe bis 250 cm und bis 40 cm breit

 Hängeformen
  • Pendula: Höhe bis 500 cm und bis 400 cm breit, im Alter mit schirmförmig ausgebreiteten Seitenästen, Grundäste drehwüchsig, etwas bizarre Form



'Variegata' ist eine stilvolle, selten genutzte Möglichkeit, lichte Momente in etwas verdunkelte Situationen zu bringen.

(1) Informationen zu Schadformen

Bilder





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Suffruticosa


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Aurea


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Longifolia


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Variegata


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Variegata


Buxus_sempervirens_22

Attribute

Lebensform Sträucher/Bäume Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Strauch
Klein-Strauch
Normalstrauch
Großstrauch
rundlich
säulenartig
breit ausladend
gelblich-grün
Mai
grün
hellgrün
dunkel-grün
blau-grün
weiß
gelblich
panaschiert
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
stark giftig
ausgeprägt
eher unangenehm
mäßig trocken
frisch
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
halbschattig
sommerlich schattig
absonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
starker Wurzeldruck
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Gebüsche
arme Böden
mittlere Böden
reiche Böden
sehr wintermilde Lage
frostarme Lage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Ozeanischer Verbreitungsschwerpunkt
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Afrika
Nordafrika
sehr gut
Sehr gering
strukturbildender Solitär
strukturbildender Gruppen-Solitär
Wärmeliebende Trocken-Gebüsche
Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Laubwälder
Buchenwälder
Trockenhang-Kalk-Buchenwälder
Eichenwälder
Steppen-Eichenwälder
Felshang Flaumeichenwälder
Ländlicher Garten
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Waldgarten
für Pflanzgefäße geeignet
Klostergarten
Duftgarten
öffentliches Grün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Insektenweide
Hecken
Schnitthecke
Hauptsortiment
winter-/immergrün
Gehölz/Wald
Gehölzrand/Staudenfluren