Buxus microphylla // Kleinblättriger Buchsbaum

Familie Buxaceae, Buchsbaumgewächse
Pflanzen pro qm 4.00

Beschreibung

Naturstandort von Buxus microphylla:


Der Kleinblättrige Buchsbaum kommt im zentralen und südlichen Japan vor. Ob die Vorkommen des östlichen Chinas und auf der koreanischen Halbinsel urwüchsig sind, ist umstritten. 

Buxus microphylla wächst auf basenreichen, mäßig trockenen bis frischen, skelettreichen Böden. Er kommt sowohl an sonnigen Waldrändern und auf Lichtungen als auch im schattigen Unterwuchs von Bergwäldern vor.



Der natürliche Habitus von Buxus microphylla macht wenig her.

Beschreibung: Buxus microphylla ist ein langsamwüchsiger, immergrüner Kleinstrauch, der im Alter aber durchaus 250 cm Höhe erreichen kann. Er bleibt damit deutlich unter der maximalen Höhe von Buxus sempervirens (bis 500 cm) und wächst dafür relativ stärker in die Breite.

Der Geruch während der unscheinbaren Blüte im März/April ist intensiv und wird mitunter als etwas unangenehm empfunden.



Als Formschnitt-Gehölz findet auch der Kleinblättrige Buchsbaum seine wahre Bestimmung.

Verwendungshinweise: Buxus microphylla ist die seltener eingesetzte, asiatische Schwesternart des allgegenwärtigen Buxus sempervirens und unterscheidet sich in den Ansprüchen und der Verwendungsfähigkeit nicht von dieser.

Allerdings gibt es klare Anzeichen dafür, dass Buxus microphylla und dessen Sorten weniger vom Buchsbaumzünsler befallen werden. Dieser ostasiatische Falter befindet sich in Europa in Ausbreitung und kann ganze Buxus-sempervirens-Bestände kahlfressen. Der asiatische Buchsbaum hat offenkundig im Laufe der Ko-Evolution mit dem Buchsbaumzünsler effektive Abwehrmechanismen entwickelt, die den Raupen die Entwicklung auf ihm erschweren.

Buchsbaum kommt v.a. als Formschnittgehölz zur Geltung, als freiwachsener Strauch wächst er weniger dicht und bleibt im Habitus sehr unscheinbar.

Kultur: Buchsbaum bevorzugt kalk- und basenreiche, mäßig trockene bis frische Böden und kann sowohl im Schatten als auch an sonnigen Standorten eingesetzt werden. Buchsbaum übersteht sommerliche Trockenphasen gut, allerdings verlangsamt dies den Jahreszuwachs.

An frischen Standorten ist dagegen v.a. in flächenhaften Buchsbaumpflanzungen in warm-feuchten Sommerphasen das Risiko für Pilzerkrankungen erhöht, die zum Verlust der Blätter und auch ganzer Triebe führen. Meist treiben die Pflanzen aber wieder aus. Die betroffenen Blätter/Triebe müssen möglichst frühzeitig erkannt und entsorgt werden (1). Der Einsatz von Algenkalk sorgt oft für einen Rückgang des Schadbildes. Eine nachfolgende, jährliche Anwendung im Frühling scheint die Entwicklung von Pilzen deutlich zu beeinträchtigen.



'Herrenhausen' im Parterre des gleichnamigen Schlossparks

Geschützte Standorte sind zu bevorzugen, in winterrauhen Lagen kommt es regelmäßig zu ausfällen. Das Durchfrieren des Wurzelballens lässt die Pflanzen im Winter fast immer vertrocknen und absterben. Bei Kübelhälterung sind daher besondere Vorkehrungen zu treffen (sehr große Gefäße, Perimeterdämmung, geschützter Standort).

Der letzte Schnitt sollte nich später als Anfang August erfolgen, da der möglicherweise induzierte Neuaustrieb sonst nicht ausreichend frosthart ausreift. Ideal ist ein Formschnitt Anfang April vor dem Austrieb und ein zweiter Schnitt Anfang/Ende Juni, bei dem der Neuaustrieb 50 % zurück geschnitten wird. Zur Vermeidung von Pilzbefall scheint es allerdings günstiger zu sein, nur einen Schnitt im Spätwinter vorzunehmen.

Der Pflanzenbedarf/m² schwankt stark mit dem angestrebten Einsatz und der Pflanzqualität und der Zeit, die zur Verfügung steht, um das angestrebte Ergebnis zu erreichen. Flächenhafte Pflanzung - von denen man Abstand nehmen sollte -  mit der kleinsten Handelsqualität benötigen etwa 30 Stk/m².

 Sorten:
  • Faulkner: 2/2 m hoch/breit, glänzend dunkel-grünes Laub, vitale, gut winterharte Auslese
  • Herrenhausen: Zwergform, Höhe bis 50 cm und bis 100 cm breit (wird mitunter auch fälschlich B. sempervirens zugeordnet, recht pilzresistent, Raupen des Buchsbaumzünslers entwickeln sich sehr schlecht)
  • Morris Midget: 0,3/0,6 m hoch/breit, glänzend hell-grünes bis grünes Laub, halbkugeliger, dichter Wuchs (deutlich teurer als die Normalformen)

  • (1) Informationen zu Schadformen

    Bilder












    Herrenhausen



    Attribute

    Lebensform Sträucher/Bäume Blütenfarbe Blattfärbung Geniessbarkeit/Giftwirkung
    Strauch
    Klein-Strauch
    breit ausladend
    gelblich-grün
    grün
    hellgrün
    dunkel-grün
    stark giftig
    Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P)
    eher unangenehm
    mäßig trocken
    frisch
    gut drainiert
    sommertrocken
    sonnig
    halbschattig
    sommerlich schattig
    ganzjährig schattig
    absonnig
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    durchlässiger Lehm
    Lehm
    humos
    poröser Schotter
    starker Wurzeldruck
    keine Bodenverdichtung
    kalk-/basenreich
    arme Böden
    mittlere Böden
    reiche Böden
    sehr reiche Böden
    Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich Handelsgängigkeit
    sehr wintermilde Lage
    frostarme Lage
    hitzeanfällige Lage
    gemäßigte Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Asien
    Ostasien/China/Mandschurei
    Japan/Korea/Sachalin/Taiwan
    sehr gut
    Sehr gering
    strukturbildender Solitär
    strukturbildender Gruppen-Solitär
    verträglich
    Ländlicher Garten
    Mediterraner Garten
    Terrassen-/Balkongarten
    Repräsentative Gärten
    Waldgarten
    für Pflanzgefäße geeignet
    öffentliches Grün
    Grünanlagen geringer Pflegestufe
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Insektenweide
    Hecken
    Schnitthecke
    Hauptsortiment
    Belaubung Lebensbereich
    winter-/immergrün
    Gehölz/Wald
    Gehölzrand/Staudenfluren