Brachypodium sylvaticum // Wald-Zwenke

Familie Poaceae, Süßgräser
Pflanzen pro qm 8.00
Wikipedia Brachypodium sylvaticum
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Brachypodium sylvaticum: Die Wald-Zwenke kommt in ganz Europa bis nach Nordafrika und weiten Teilen Asiens natürlich vor. In den USA und Kanada sowie im Süden Südamerikas gilt die Wald-Zwenke als invasiver Neophyt.

In Deutschland ist Brachypodium sylvaticum nahezu flächendeckend verbreitet und überwiegend häufig. Nur im Westen  Niedersachsens und Schleswig-Holsteins dünnen die Vorkommen etwas aus (Verbreitungskarte Deutschland)

Die Wald-Zwenke besiedelt sie von den Tiefebenen bis in die alpine Stufe vorrangig die frischen Ausprägungen von Buchen-Wäldern sowie Hartholz-Auwälder. Stetig vertreten ist die Art zudem in grundfeuchten Eichen-Hainbuchen-Wäldern und in nitrophytischen Staudenfluren an verschatteten Waldrändern. 

Die Standorte sind schwach basisch bis schwach sauer, (mäßig) nahrhaft und halbschattig bis schattig.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)  ... zur Legende
Licht (3)  Temperatur (5)  Kontinentalität (3)  Feuchte (5)  Reaktion (6)  Stickstoff (6)

Beschreibung

Brachypodium sylvaticum ist ein sommergrünes, in ausgesprochen wintermilden Regionen auch wintergrünes Horstgras. Es erreicht Wuchshöhen von etwa 60 cm, in Blüte auch bis 80 cm. Die frisch-grünen Blätter sind zunächst aufstrebend und in der oberen Hälfte bogig überhängend.

Die lockeren, wenigblütigen und überhängenden Blütenstände erscheinen ab Mitte Juni bis Anfang August. Die Samenstände verfallen rasch nach der Samenreife.

Im Habitus ähnlich ist das ebenfalls lästig versamungsfreudige Flattergras, von dem es eine grünlich-gelbe, zivilisiertere Auslese gibt.

Verwendungshinweise

Die Wald-Zwenke wird nur selten gärtnerisch eingesetzt. Sie ist relativ unauffällig, die im Austrieb leuchtend frischgrünen Blätter und der elegante, überhängende Wuchs sind aber eine strukturell ansprechende Bereicherung. Die Blütenstände sind dabei eigentlich eher störend. Auch die winterliche Struktur ist nur mäßig überzeugend. 

An Stellen im weitläufigen Waldgarten, die ansprechenderen Gräsern mit ähnlich elegantem Wuchs wie dem Wald-Reitgras oder dem Japan-Zwergschilf zu schattig sind, kann man über einen Einsatz nachdenken.

Brachypodium sylvaticum ist im Handel überwiegend als Saatgut erhältlich, im Versand auch als Topfballen.

Kultur

In kleineren Anlagen wird sie durch ihre ausgeprägte Neigung zur Versamung schnell lästig, da sie rasch an allen halbschattigen bis schattigen Stellen auftaucht. Durch ihren konsequent horstigen Wuchs ist sie aber gegenüber anderen, nicht zu zarten Waldstauden duldsam.

Brachypodium sylvaticum benötigt auf geeigneten Standorten keine gärtnerische Unterstützung. Insbesondere in Neuanlagen ist die Etablierung über Saatgut sehr zuverlässig möglich und eine Option zur kostenextensiven Etablierung einer Krautschicht unter alten Baumbeständen.



Frisch-grüner Frühlingsaustrieb und schon erkennbar elegant überhängendes Laubwerk

Bilder









Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Gras
horstartig
60-100 cm Höhe
grün
bräunlich/schwarz
Juni
grün
hellgrün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
unbedeutend
frisch
halbschattig
sommerlich schattig
absonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
durchlässiger Lehm
Lehm
Ton
humos
starker Wurzeldruck
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Staudenfluren
mittlere Böden
reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
alpin
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
mediterraner Schwerpunkt
Hügelland (collin)
Asien
Sibirien
Zentral-Asien
Kleinasien
Afrika
Nordafrika
Liebhaberpflanze
Sehr gering
Gruppen-Verbands-Pflanze
strukturbildende Matrixpflanze
verträglich
Staudenfluren frischer, nährstoffreicher Standorte
Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Laubwälder
Buchenwälder
Flattergrasbuchenwälder
Mull-Buchenwälder
Montane Buchenwälder
Eichenwälder
Feuchtwälder
Auwälder
Waldgarten
öffentliches Grün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Bodenfestiger (Halden/Böschungen)
Raritäten/Saatgut
sommergrün
Gehölz/Wald
Gehölzrand/Staudenfluren