Bellis perennis / Gänseblümchen, Maßliebchen, Tausendschön

Familie Asteraceae, Korbblütler
Pflanzen pro qm 50.00
Wikipedia Bellis perennis
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Bellis perennis: Das Ausdauernde Gänseblümchen ist in ganz Europa heimisch und praktisch überall mehr oder weniger häufig. Nach Süd-Osten reichen die Vorkommen über die Türkei bis in den Nahen OSten und das westliche Zentralasien. In Nordamerika ist Bellis perennis verbreitet neophytisch eingebürgert (Karte der Gesamtverbreitung).


Bellis perennis ist eine Kennart der frischen Intensivweiden und Trittrasen und stellt sich in jedem Zierrasen rasch selbständig ein.

Daneben findet man sie häufig in mehrschürigen Wirtschaftswiesen und den Alpenfettweiden der montanen bis subalpinen Höhenstufen.

Das Gänseblümchen benötigt (voll-)sonnige, mehr oder weniger stickstoffreiche und frische Standorte. Ansonsten ist es wenig ansprüchlich und toleriert ein breites Spektrum an Böden und Klimabedingungen.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)  ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (-)  Kontinentalität (2)  Feuchte (5)  Reaktion (-)  Stickstoff (6)



Wildform am Naturstandort in einer Intensivweide

Beschreibung

Bellis perennis ist eine wintergrüne Rosettenpflanze, die durch Tochterrosetten mit der Zeit kleine Teppiche von 5 bis 10 cm Höhe entwickeln kann.

Die Blüten mit den weißen, unterseits oft zart bis kräftig rosa gefärbten Zungenblüten und den gelben, zentralen Röhrenblüten erscheinen bereits im Vorfrühling. In häufig gemähten Zierrasen werden bis in den Herbst neue Blüten entwickelt.

Aus den Röhrenblüten werden Tees angefertigt, die volksheilkundlich zur Hustenlösung und allerlei weiterer Beschwerden eingesetzt werden. Medizinisch belegt werden konnten allerdings keine der vermuteten Wirkungen.

Dagegen können die säuerlichen schmeckenden Blätter als Suppen- und Salatbeilagen gegessen werden.



'Pomponette Red' in klassischer Kübelanordnung mit weiß blühenden Vergissmeinnicht

Verwendungshinweise

Die Wildform des Gänseblümchens ist entweder schon im Garten oder stellt sich früher oder später in allen Rasenflächen ein. Es  spaltet die Gartengemeinden in romantische Liebhaber und verzweifelte Gegner. Beides hat seine Berechtigung.

So lebt die beruhigende, zu üppigen Staudenbeeten kontrapunktische Wirkung einer Zierrasenfläche nun einmal von ihrer optischen Monostruktur. Und weiße Gänseblümchen-Inseln konterkarieren diese Funktion leider wirkungsvoll.

In niedrigen, d.h. mindestens fünfmal im Jahr gemähten Blütenrasen dagegen darf das Gänseblümchen keinesfalls fehlen. Gut geeignete Partner aus den Intensivwiesen sind hier insbesondere Cardamine pratensis, Lotus corniculatus, Prunella vulgaris, Trifolium repens und Veronica chamaedrys.

Üblicherweise werden aber die halb- bis voll gefüllten Auslesen kultiviert. Sie sind beliebte Kübelpflanzen und finden im Frühling zusammen mit Horn-Veilchen und Garten-Primeln massenhaft den Weg von den Baumärkten auf Balkone und Terrassen.



'Habanera White Red Tips'

Kultur

Gänseblümchen-Auslesen werden normalerweise als "Einwegpflanzen" verwendet, die oft schon im Frühsommer durch die Sommerblumen ersetzt werden. Die Auslesen sind speziell auf die üppige Frühjahrsblüte von Anfang März bis Ende Juli selektiert und werden zweijährig kultiviert.

Wilde Gänseblümchen können bei Bedarf leicht aus Saatgut in neu anzulegende Blütenrasen etabliert werden. Aber selbst in bestehende, dichte Rasenflächen findet sie früher oder später von alleine einen Weg.

Als licht- und stickstoffliebender Zwerg ist es darauf angewiesen, dass ihre Begleiter ständig kurz gehalten werden. Ansonsten dunkelt sie rasch aus.



Halb-gefüllte, rote Auslese zusammen mit einer Strauchmargerite

Sorten:
  • Erdbeersahne: dicht gefüllt, außen zart-rosa, nach innen zunehmend pink
  • Habanera Red: voll gefüllte Blüten mit fedrigen, roten, am Grund weißen Zungenblüten
  • Habanera Rose: sehr große, voll gefüllte Blüten mit fedrigen Zungenblüten, innen weiß mit rosa Spitzen
  • Habanera White: voll gefüllte Blüten mit fedrigen Zungenblüten, rein weiß
  • Habanera White Red Tips: voll gefüllte Blüten mit fedrigen Zungenblüten, innen weiß mit roten Spitzen
  • Pomponette Rot: dicht gefüllt, blut-rot
  • Pompomette Weiß: dicht gefüllt, creme-weiß
  • Robella: gefüllte Blüte, kleines gelbes Röhrenblüten-Zentrum, lachs-rosa Zungenblüten

Bilder









Habanera White Red Tips



Pompomette Rot



Pompomette Rot



Pompomette Weiß






Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
zweijährig
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
bodendeckend
horstartig
bis 15 cm Höhe
weiß
rot
rosa
rosé-weiß
pink
März
April
Mai
Juni
Juli
grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
essbar
unbedeutend
frisch
vollsonnig
sonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Wiesen
mittlere Böden
reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Kontinentaler Verbreitungsschwerpunkt
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
alpin
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Zentral-Asien
Kleinasien
Vord. Orient
Afrika
Nordafrika
Liebhaberpflanze
Mittel
Gruppen-Verbands-Pflanze
aspektbildender Flächenfüller
verträglich
Frischwiesen
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Ländlicher Garten
Terrassen-/Balkongarten
für Pflanzgefäße geeignet
Rabatte
Wiese/Prärie
Nebensortiment
winter-/immergrün
Wiesen