Tanacetum balsamita // Balsamkraut, Gebetsbuchpflanze

Familie Asteraceae, Korbblütler
Pflanzen pro qm 8.00
Wikipedia Tanacetum balsamita
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von

Das Balsamkraut stammt ursprünglich aus dem Transkaukasus und dem Osten der Türkei, ist aber in ganz Südeuropa ein Archaeophyt und in Mitteleuropa in Einbürgerung begriffen.

In Deutschland finden sich sehr vereinzelte Populationen in den Mitteldeutschen Wärmeregionen, die sich oft aber nicht dauerhaft etablieren können.



Tanacetum balsamita bildet schöne Rasen, in denen aber nicht der gesamte Bestand blüht.

Tanacetum balsamita besiedelt (voll-)sonnige, wärmebegünstigte nitrophile Staudenfluren. In Mitteleuropa sind dies v.a. Gesellschaften der Großen Klette entlang von sonnigen Wegen.

Die Standorte sind frisch, im Sommer gelegentlich etwas abtrocknend. Bevorzugt werden nicht zu schwere, schwach saure bis alkalische Lehmböden mit hoher Stickstoffversorgung.

Ökologische Zeigerwerte nach Tela Botanica  ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (6)  Kontinentalität (7)  Feuchte (4)  Reaktion (6)  Stickstoff (7)

Beschreibung
Tanacetum balsamita ist eine sommergrüne, durch Ausläufer allmählich Rasen bildende Staude von 60 bis 100 cm Höhe. Das Laub ist durch eine filzig-silbrige Behaarung ausgeprägt grau-grün und duftet stark würzig. Der Geschmack der Blätter ist bitter mit zitroniger Note.

Die gelblichen Röhrenblüten mit den weißen Zungenblüten erscheinen im Juli/August. Ursprünglichen Wildformen fehlen die weißen Zungenblüten weitgehend oder zeigen diese nur sehr vereinzelt. Im Handel werden aber praktisch nur Kulturformen mit Zungenblüten angeboten.

Das Balsamkraut spielte vermutlich schon im Frühmittelalter bis in die Neuzeit eine bedeutende Rolle als Heilpflanze und wurde wohl auch zum Würzen von Speisen verwendet. Es wurde in Klostergärten auch wegen seiner nach Balsam duftenden Blätter kultiviert, die getrocknet als Lesezeichen dienten.

Verwendungshinweise
Das Balsamkraut ist eine der vielen "kamilleartigen" Stauden, hebt sich durch das ansprechend grau-grüne Laub und die ausdauernde, flächenhafte Wuchsform etwas ab. Wer lieber auf horstige Alternativen zurückgreifen möchte, wäre mit dem kurzlebigen aber blühfreudigeren Graulaubigen Mutterkraut (Tanacetum niveum) gut bedient.

Tanacetum balsamita ist eine ansprechende Begleitart für Kloster- und Bauerngärten oder den Vordergrund von Rabatten, für Steppenanlagen und mediterrane Gärten.

Im Kräutergarten kann man sie thematisch und optisch stimmig zu anderen Bitterkräutern wie Ysop und Weinraute stellen.

Kultur
Auf vollsonnigen, mehr oder weniger nahrhaften, gerne sommertrockenen Standorten ist die Art recht robust und relativ pflegeextensiv zu kultivieren.

Lediglich der Verschattung durch höherwüchsige Konkrrenten führt früher oder später zum Ausfall der Art. Der Ausbreitungsdrang ist zwar nicht zu leugnen, aber gut zu kontrollieren.

Saatgut kann im Prinzip ganzjährig bei 20 Grad rasch zur Keimung gebracht und danach kühler weiterkultiviert werden.

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