Aurinia saxatilis (Alyssum saxatile) // Felsen-Steinkraut

Familie Brassicaceae, Kreuzblütler
Pflanzen pro qm 6.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Aurinia saxatilis: Das Felsen-Steinkraut kommt ursprünglich aus dem südlichen Europa von Italien über den erweiterten Balkan bis zur Türkei und großen Teilen der Schwarzmeer-Region.

In Mitteleuropa tritt das Felsen-Steinkraut in vielen Mittelgebirgen als eingebürgerter Neophyt auf. In Deutschland gelten lediglich die Vorkommen im östlichen Erzgebirge und im Bayerischen Wald als archaeophytisch. In der Schweiz ist es im Jura, Mittelland und Wallis recht häufig, in den Voralpen und den großen Alpentälern verstreut.



Einsatz des Felsen-Steinkrauts in Anlehnung an den Naturstandort

Aurinia saxatilis ist eine Kennart der Pfingstnelken-Flur auf trocken-heißen, vollsonnigen Felsbändern.

Die flachgründigen Substrate sind extrem stickstoffarm, trocken und meist stark basenreich.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)   ... zur Legende
Licht (9)  Temperatur (7)  Kontinentalität (4)  Feuchte (2)  Reaktion (8)  Stickstoff (1)



Klassische Verwendung entlang einer südorientierten Friedhofsmauer mit Purpur-Fetthenne, Ranunkelstrauch und Forsythie

Beschreibung: Das Felsen-Steinkraut ist ein sommergrüner Halbstrauch oder am Grunde verholzende Staude. Es erreicht knapp 30 cm Wuchshöhe, kann aber gut doppelt so breit werden. Das Laub ist durch kurze, filzige Behaarung grau-grün.

Die gelben Blüten erscheinen im April/Mai. Die späteren Samenstände mit den kleinen, transparenten Schötchen verleihen der Pflanze einen etwas struppigen, ungepflegten Anstrich.

Im Handel wird die Art häufig noch unter Alyssum saxatile geführt. Eine gewisse Verwechslungsgefahr besteht mit dem etwas später blühenden, zierlicheren Berg-Steinkraut (Alyssum montanum).



Der "Samenschmuck" ist eindeutig störend. Ein Rückschnitt legt die zierenden, im Sommer silber-grauen Blätter frei.

Verwendungshinweise: Das Felsen-Steinkraut ist ein häufig auf Mauerkronen, Trockenmauern und in Steingärten verwendete, genügsame und auf den beschriebenen Extremstandorten pflegeextensive Art.

Ihr Wirkung ist unter dem Strich nicht besonders aufregend, aber solide. Innovative, anspruchsvolle Pflanzkonzepte sind ihre Sache weniger bzw. bedürfen besonderer kreativer Anstrengungen.

Auch in naturhaften Alpinarien ist ihr "Allerwelts-Garten-Duktus" eher kontraproduktiv.

Greift man auf die selten verwendete 'Sulphureum' mit ihren hell-schwefel-gelben Blüten zurück, eröffnet man sich einen neuen Blickwinkel auf die Art.


Silbriger Spätsommer-Aspekt


Kultur: Aurinia saxatilis ist ausgesprochen trockenresistent und breitet sich an geeigneten Standorten durch Selbstaussat aus.

Verschattung ist unbedingt zu vermeiden. Auf ärmeren Böden ist der Konkurrenzdruck durch Wildstauden geringer. Die dichten Bestände des Steinkrauts bedürfen dann erstaunlich wenig, teilweise sogar praktisch gar keine Betreuung.

Ein Rückschnitt nach der Blüte sorgt für eine -schwächere- Nachblüte im Sommer. Zudem sind die Samenstände recht unansehnlich.

Sorten:
  • Citrinum: Blüten zitronengelb
  • Plenum: gefüllte Blüten
  • Sulphureum: Blüten schwefelgelb

Bilder





















Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
Strauch
Halb-/Zwergstrauch
15-30 cm Höhe
Polsterpflanze
hell-gelb
gelb
April
Mai
grau-grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
vorhanden
trocken
mäßig trocken
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Alpine Felsfluren
sehr arme Böden
arme Böden
mittlere Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Mittelgebirge (montan)
alpin
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
mediterraner Schwerpunkt
Liebhaberpflanze
Mittel
Geselligkeit
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Kalk
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Ländlicher Garten
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Steingarten/Alpinum
Steppenpflanzung
für Pflanzgefäße geeignet
Duftgarten
Gründächer
Substratstärke 8-15 cm
Substratstärke über 15 cm
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Insektenweide
Hauptsortiment
sommergrün
Alpinum
Felssteppen