Aruncus dioicus

Aruncus_dioicus_wald-gei%c3%9fbart_11 Name Wald-Geißbart
Botanischer Name: Aruncus dioicus
Familie Rosaceae, Rosengewächse
Pflanzen pro qm 3.00
Wikipedia Aruncus dioicus
Verbreitungskarte Verbreitungskarte
Sorten

Kneiffii, Whirlwind, Zweiweltenkind

Beschreibung

Naturstandort von Aruncus dioicus (Wald-Geißbart): Aruncus dioicus kommt in nahezu ganz Süd- und Mitteleuropa, dem gemäßigten Osten Asiens und in der Osthälfte der USA vor. In England, Skandinavien und dem Baltikum ist die traditionelle Gartenpflanze eingebürgert (Karte der Gesamtverbreitung).

Die Populationen in Ost-Asien wurden lange einer eigenständigen Art "Aruncus sinensis" zugeordnet, was heute obsolet ist.

Der Wald-Geißbart wächst in Mittelgebirgen und den montanen Stufen der Hochgebirge an kühl-feuchten Stellen frischer bis feuchter Laub- und Laubmischwälder.

In Deutschland ist er nur in den südlichen und östlichen Mittelgebirgsregionen sowie den Alpen urwüchsig. Die zerstreuten Vorkommen nördlich der Linie vom Oberrhein, Thüringer Wald und Erzgebirge sind neophytischen Ursprungs.



Männliche Aruncus dioicus im naturidentischen Einsatz im feuchten Buchen-Wald. Im Hintergrund steht ein schöner Bestand des Ausdauernden Silberblatts, überschirmt vom Schwarzen Holunder.

In Mitteleuropa ist der Wald-Geißbart vorrangig in feuchteren Mull-Buchen-Wäldern der montanen Stufe, in Schluchtwäldern und in Grünerlen-Hochstaudenfluren der hochmontanen Stufe zu finden.

Die Standorte sind ausgesprochen stickstoffreich, dauerhaft frisch bis feucht und halbschattig bis schattig. An die Bodenreaktion stellt die Art keine spezifischen Anforderungen und kommt sowohl auf basenreichen wie basenarmen Substraten vor.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992) ... zur Legende
Licht (4)  Temperatur (5)  Kontinentalität (4)  Feuchte (6)  Reaktion (-)  Stickstoff (8)



Naturstandort im montanen Ahorn-Schluchtwald (Bayerische Alpen) u.a. mit Christophskraut


Beschreibung

Aruncus dioicus ist eine sommergrüne, horstige Staude. Sie wird am Naturstandort meist bis zu 120 cm hoch, kann unter günstigen Bedingungen aber auch bis zu 180 (200) cm Höhe erreichen. Durch kurze Ausläufer entstehen mit der Zeit stattliche, sehr langlebige Horste.

Das Herbstlaub bietet oft interessante Changierungen von blassem Grün zu fahlen Gelbtönen:



Die creme-weißen Blütenähren sind ausladend und erscheinen im Juli/August. Die Pflanzen sind zweihäusig eingeschlechtlich und die männlichen Pflanzen entwickeln die üppigeren, leuchtkräftigeren Blütenstände.

Die nachfolgenden Samenstände sind nur kurzzeitig einigermaßen ansehnlich, zerfallen aber normalerweise spätestens zum Winteranfang und sind in der Regel keine sonderliche Bereicherung mehr.

Im Herbst nimmt das Laub oftmals eine durchaus zierende, fahl-gelbe Färbung an.

Mit dem asiatischen Zwerg-Geißbart (Aruncus aethusifolius) werden kompakte Hybriden von hohem Gartenwert gebildet.

Verwendungshinweise

Aruncus dioicus wird häufig in Gärten aller Art eingesetzt, ist aber dennoch eine gute Lösung für schattigere, frische bis feuchte Lagen mit ausreichend Platz in naturhaften Waldgärten und Gehölzrandsituationen, im Schatten von Mauern und Gebäudeteilen oder auch in Bauerngärten.

Für betont naturhafte Waldsituationen bieten sich eine ganze Reihe bekannter Schattenstauden des Naturstandortes zur Kombination an. In Mull-Buchenwäldern konzentriert sich der Blütenreigen auf die Frühlingsgeophyten wie die Fiederblättrige Zahnwurz (Cardamine heptaphylla), die Finger-Zahnwurz (Cardamine pentaphyllos), Frühlings-Platterbse (Lathyrus vernus) und Waldmeister (Galium odoratum). Es folgen u.a. Türkenbund-Lilie (Lilium martagon), und der Quirlblättrige Salomonssiegel (Polygonatum verticillatum). Für das richtige Waldambiente sorgen Echter Wurmfarn (Dryopteris filix-mas) und die zierliche Behaarte Hainsimse (Luzula pilosa).



Die Samenstände sind nur kurz nach der Blüte noch recht ansehnlich.

Kultur

In der Etablierungsphase benötigt Aruncus dioicus etwas Aufmerksamkeit (Bewässerung in Trockenphasen, Wildkrautbeseitigung), nach drei bis vier Jahren ist die Art dagegen praktisch pflegefrei.

Sie hat ein erstaunlich breites Kulturspektrum und kann abweichend vom Naturstandort problemlos vollsonnig und mäßig trocken stehen. Hier müssen Neupflanzungen aber über längere Zeit bewässert werden, bis sich das tiefreichende, kräftige Wurzelwerk in Tiefen vorgearbeitet hat, die dauerhaft frisch bleiben.



Die vegetativ weitervermehrte männliche 'Zweiweltenkind' sichert bei korrekter Zuordnung den üppigen Blütenflor zu, weil keine weiblichen Pflanzen geliefert werden.

Sorten:

  • Kneiffii: 70 cm hoch, mit sehr fein und tief geschlitzten Blättern, nicht ganz so ausdauernd und mäßig standfest
  • Whirlwind: 70 cm hoch, tief geschlitzte Blätter, gut standfest und ausdauernd
  • Zweiweltenkind: von Karl Foerster benannte Sorte, bei der es sich um vegetativ vermehrte, männliche Pflanzen mit eindrucksvollen Blütenständen handelt, die sich ansonsten aber von der Art nicht weiter unterscheidet. Im Handel wird sie oft als Aruncus sinensis 'Zweiweltenkind' angeboten

Bilder





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weibliche Pflanze


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männliche Pflanzen


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Zweiweltenkind


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Zweiweltenkind

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
60-100 cm Höhe
100-150 cm Höhe
150-250 cm Höhe
weiß
Juli
August
grün
zierende Herbstfärbung
Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P)
unbedeutend
mäßig trocken
frisch
feucht
vollsonnig
sonnig
halbschattig
sommerlich schattig
ganzjährig schattig
absonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
starker Wurzeldruck
kalk-/basenreich
reiche Böden
sehr reiche Böden
Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Staudenfluren Wälder
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Europa
Mittelgebirge (montan)
alpin
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Asien
Ostasien/China/Mandschurei
Japan/Korea/Sachalin/Taiwan
Sibirien
Zentral-Asien
Amerika
Nordamerika
gut
Gering
strukturbildender Solitär
strukturbildender Gruppen-Solitär
verträglich
Hochstaudenfluren feuchter bis nasser Standorte
Laubwälder
Buchenwälder
Mull-Buchenwälder
Montane Buchenwälder
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Bauerngarten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Waldgarten
für Pflanzgefäße geeignet
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Rabatte
Insektenweide
Hauptsortiment
sommergrün
Gehölz/Wald
Gehölzrand/Staudenfluren