Arrhenatherum elatius / Glatthafer, Französisches Raygras

Arrhenatherum_elatius_glatthafer_(2) Familie Poaceae, Süßgräser
Pflanzen pro qm 6.00
Wikipedia Arrhenatherum elatius
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Arrhenatherum elatius: Der Glatthafer kommt in ganz Europa bis in den Nahen Osten und Zentral-Asien von den Tiefebenen bis in montane Höhenlagen vor. In Nordamerika, dem gemäßigten Südamerika, weiten Teilen Australiens, in Korea und Japan ist Arrhenatherum elatius eingebürgert.

Auch in Deutschland ist die Art als Wiesengras für die Landwirtschaft eingeführt worden und hat sich flächendeckend in allen Naturräumen neophytisch durchgesetzt.

Der Glatthafer ist ein bestimmendes, charakteristisches Element extensiver Mähwiesen, mäßig-trockener bis frischer, mäßig nährstoffreicher, meist basenreicher und (voll-)sonniger Standorte.

Auch in gelegentlich gemähten, halb-ruderalen Staudensäumen sonniger Standorte fehlt es nur selten. In den Berglagen bringt es sich sogar in relativ trockene, bewegte, vom Silberhaarigem Raugras geprägte Kalkschutthänge ein.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)  ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (5)  Kontinentalität (3)  Feuchte (5)  Reaktion (7)  Stickstoff (7)



Zur Samenreife sind die Samenstände von Arrhenatherum elatius bogig überhängend.

Beschreibung

Arrhenatherum elatius ist ein sommergrünes, durch Ausläufer locker horstiges bis rasenbildendes Gras. Es erreicht Wuchshöhen von 40 bis 50 cm, in Blüte bis 120 cm. Auf eutrophierten Böden kann es auch bis zu 150 cm hoch werden.

Die Blütenrispen erscheinen im Mai Juni, bei einer Mahd Ende Juni erscheint meist eine Nachblüte im August/September. Die Samenstände verfallen relativ rasch, übrig bleiben nur die strohigen Stile.

Verwendungshinweise

Der Glatthafer wird nur als Saatgut gehandelt und spielt als Bestandteil von Saatgutmischungen für Landschaftsrasen eine große Rolle.

Die bogig überhängenden, fahnenartigen Blüten- und Samenstände sowie das straff aufrechte Verfallsstadium der Samenstände sind zwar einigermaßen ansprechend, jedoch nicht dauerhaft. Es gibt zahlreiche bessere Alternativen unter den Ziergräsern. Man sollte sich dieses versamungsfreudige Gras nicht ohne Not in den Garten holen bzw. nur dort verwenden, wo es ohnehin schon seinen Weg gefunden hat.

Gärtnerisch ist die Wildform höchstens von gewisser Relevanz als Bestandsbildner in blütenreichen, ein- bis zweischürigen Salbei- oder auch  in sehr großflächigen Anlagen auf mesotrophen, basenreicheren und sonnigen Standorten. Die etwas nahrhafteren Möhren-Glatthaferwiesen sind ebenfalls mit einigen gartenwürdigen Wiesenarten wie Galium album, Achillea millefolium, Geranium pratense, Pastinaca sativa, Heracleum sphondylium oder Centaurea jacea gesegnet. 

Es gibt aber mit 'Variegatum' eine panaschierte Form mit kultivierter Erscheinung. Auch hier gibt es aber mit Calamagrostis x acutiflora 'Overdam' eine attraktive Alternative, die noch dazu mit hervorragender Winterstruktur aufwarten kann.



Nach dem Samenfall richten sich die leeren Fruchtstände straff auf und halten sich nur noch einige Wochen. Die Kombination mit den rostroten Samenständen von Rumex acetosa ist in Natura öfter zu bestaunen.

Kultur

Bei Nährstoffüberangebot verdrängt der Glatthafer übrige Wiesenstauden, das Mähgut sollte daher entfernt werden, um die Standorte längerfristig auszuhagern bzw. stickstoffärmer zu halten.

Der Glatthafer ist unter allen nicht zu extremen, sonnigen Standortbedingungen vollkommen pflegefrei. Er versamt sich willig bzw. an oft über die Grenze zur Lästigkeit hinaus.

Sorten:

  • ssp. bulbosum 'Variegatum': Laub mit kräftigem weißem Rand, mit knollig verdickten Rhizomen, dicht breit-horstiger Wuchs, bis 50 cm hoch, im Sommerhalbjahr sehr attraktiv aber ohne nennenswerte Winterstruktur

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Gras
flächendeckend
30-60 cm Höhe
60-100 cm Höhe
100-150 cm Höhe
grün
gelblich-grün
Juni
grün
weiß
panaschiert
Geniessbarkeit/Giftwirkung Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P)
ungiftig
mäßig trocken
frisch
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
poröser Schotter
kalk-/basenreich
arme Böden
mittlere Böden
reiche Böden
Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Wiesen Staudenfluren
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Ozeanischer Verbreitungsschwerpunkt
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
alpin
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Sibirien
Zentral-Asien
Kleinasien
befriedigend
Sehr gering
aspektbildender Flächenfüller
Frischwiesen
Staudenfluren frischer, nährstoffreicher Standorte
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Wiese/Prärie
Nebensortiment
sommergrün
Wiesen
Gehölzrand/Staudenfluren