Armoracia rusticana / Gewöhnlicher Meerrettich

Armoracia_rusticana_gew%c3%b6hnlicher_meerrettich_11 Familie Brassicaceae, Kreuzblütler
Pflanzen pro qm 5.00
Wikipedia Armoracia rusticana
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Armoracia rusticana: Der Gewöhnliche Merrettich stammt ursprünglich aus dem südlichen Osteuropa, ist aber als alte Gewürzpflanze in ganz Europa, Zentral-Asien, in Ostasien und weiten Teilen des gemäßigten Nordamerika verwildert.

In Deutschland ist er nahezu flächendeckend neophytisch eingebürgert, auch wenn er schon vor vermutlich 500 Jahren aus Gartenkulturen entwichen ist. Lediglich im Alpenvorland, den Alpen und der nordwestlichen Tiefebene sind die Vorkommen zerstreut (Verbreitungskarte Deutschland).



Armoracia rusticana in einer ruderalisierten Wiese am Wegesrand

Armoracia rusticana ist eine Kennart der Klettenfluren und kommt stetig in Giersch-Säumen vor. Die etwas wärmeliebende Art wächst zudem in frischen, ausgesprochen stickstoffreichen und (voll-)sonnigen Wiesenbrachen, an Wegrändern und Grabenböschungen.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)  ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (6)  Kontinentalität (3)  Feuchte (5)  Reaktion (-)  Stickstoff (9)

Beschreibung

Armoracia rusticana ist eine sommergrüne, horstige Staude mit einer tiefreichenden Pfahlwurzel. Die großen Blätter werden bis zu 50 cm lang. Die Pflanzen wachsen auf guten Standorten mit der Zeit zu mächtigen, bis 60 cm hohen und 150 cm breiten Horsten heran.

Die weißen, stark duftenden Blüten stehen in bis zu 120 cm hohen, traubigen Blütenständen. Die Blütezeit beginnt Ende April und reicht bis Anfang Juni.

Die geriebene, rohe Meerrettichwurzel setzt einen scharfen Geruch und Geschmack frei, der in Mitteleuropa bis zum Beginn der Neuzeit zusammen mit Senf die einzige verfügbare scharfe Würze war.

Verwendungshinweise

Der Gewöhnliche Meerrettich ist im Grunde eine ansprechende Erscheinung, insbesondere seine Blätter sind eine strukturelle Bereicherung. Die Art ist aber leider ausgesprochen blühfaul und denkt sich nichts dabei, jahrelang gar nicht zu blühen.

Außerdem wird der Meerrettich unterschwellig mit gestörten Plätzen in Verbindung gebracht. Ein Einsatz in naturhaften oder rein zierenden Situationen ist daher nur in gut durchdachten Flächen zu empfehlen.

Als alte Gewürz- und Arzneipflanze kann sie dagegen gut in Kloster- und Bauerngärten eingesetzt werden.



Die Blütenstände sind eindrucksvoll, bleiben aber mitunter auch über Jahre aus.

Kultur

Die Art ist sehr robust und durchsetzungsfähig. Sie bevorzugt durchgehend frische Böden, übersteht aber sommerliche Trockenphasen klaglos und benötigt nach der Etablierung keinerlei gärtnerische Unterstützung.

Armoracia rusticana wird überwiegend vegetativ aus Wurzelstücken vermehrt. Für die Nutzung im Gemüsegarten sind tiefgründige, lehmige oder schluffige Sande und Lössböden hilfreich, da diese erstens eine gerade Ausbildung der Wurzeln ermöglichen und zweitens das Ausgraben der Wurzel nach dem Blatteinzug im Herbst erleichtern. Für die Weiterkultur werden Seitenwurzeln abgetrennt und leicht schräg wieder eingesetzt.

Beernteter Meerrettich verlangt nach stickstoffreicher Düngung, die am Besten in Form von herbstlich eingearbeitetem Stallmist verabreicht wird.

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
60-100 cm Höhe
weiß
Juni
grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
essbar
Heil-/Gewürzpflanze
ausgeprägt
frisch
wechselfeucht
vollsonnig
sonnig
halbschattig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Wiesen
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Ozeanischer Verbreitungsschwerpunkt
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
alpin
Mitteleuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Kleinasien
Amerika
Nordamerika
befriedigend
Sehr gering
strukturbildender Gruppen-Solitär
verträglich
Frischwiesen
Staudenfluren Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Staudenfluren frischer, nährstoffreicher Standorte
Ländlicher Garten
Klostergarten
Hauptsortiment
sommergrün
Gehölzrand/Staudenfluren