Aquilegia vulgaris // Gemeine Akelei

Familie Ranunculaceae, Hahnenfußgewächse
Pflanzen pro qm 10.00
Wikipedia Aquilegia vulgaris
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Aquilegia vulgaris:

Die Gemeine Akelei ist in mehreren Unterarten in ganz Süd- und Mitteleuropa von den Tieflagen bis in die montanen Höhenlagen verbreitet. In Osteuropa streichen die Vorkommen aus (Karte der europäischen Verbreitung).

In weiten Teilen Nordamerikas, im Süden Südamerikas, Skandinavien, im russichen Fernen Osten sowie in Neuseeland ist sie neophytisch eingebürgert.

In Deutschland konzentrieren sich die urwüchsigen Vorkommen auf die Mittelgebirge. Die meisten Tieflandvorkommen sind anthropogen begründet.


Weißblühende Formen von Aquilegia vulgaris können auch immer spontan entstehen.

Aquilegia vulgaris kommt vorrangig an lichten Stellen von Eichenmischwäldern - insbesondere Flaum-Eichenwäldern - und wärmebegünstigten Ausprägungen von (Orchideen-)Buchenwäldern vor.

Daneben ist sie in den weniger sonnigen Bereichen mäßig trockener, warmer Blut-Storchschnabel-Säume zu finden.

Die Gemeine Akelei besiedelt mäßig trockene bis frische, ärmere bis mäßig stickstoffreiche und eher basenreiche Böden in schwach sonnigen bis absonnigen Lagen.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (6)  Temperatur (6)  Kontinentalität (4)  Feuchte (4)  Reaktion (7)  Stickstoff (4)


Im Hochgebirge tritt die Gemeine Akelei auch in vollsonnigen Almwiesen auf.

Beschreibung: Aquilegia vulgaris ist eine sommergrüne, horstige Staude. Am Naturstandort erreicht sie Wuchshöhen von 30 bis 50 cm, in Gartenkultur auf frischen, nahrhaften Gartenböden auch bis 70 cm.

Die Blüten sind in der Regel einfarbig und leuchtend blau. Es kommen aber auch natürliche Farbvarietäten mit rein-weißen, rosa Blüten oder blaue Blüten mit weißen Rändern vor. Die Blütezeit liegt im Mai/Juni.

Die gesamte Pflanze ist giftig, hat im Mittelalter aber eine große Rolle in der Volksmedizin gespielt.

Es gibt zahlreiche Auslesen, von denen nicht wenige allerdings Hybriden sein dürften. Aquilegia coerulea aus der Rocky-Mountains-Region und Aquilegia atrata aus dem Alpenraum gehören dabei zu den wichtigsten Einkreuzungen.


Robuste Formen wie 'Dunkelblaue Riesen' können im Siedlungsraum dauerhaft verwildern.

Verwendungshinweise: Aquilegia vulgaris gehört zu den zu Recht häufiger und vielfältig verwendeten Wildstauden.

Zumindest in der Wildform ist ihr Erscheinungsbild - gerne in größeren Beständen - in naturhaften Gehölzlichtungen, an Gehölzrändern und auf Waldwiesen ein erlesener Anblick. Unter lichten Baumbeständen ergeben sich mit z.B. in einer Matrix aus Berg-Reitgras oder/und Berg-Segge glaubwürdige Bilder. Für weitere Blühaspekte sorgen dann Berg-Aster, Stinkende Nieswurz, oder Ästige Graslilie. Etwas exaltiert und nur für erfahrene Gärtner, aber trotzdem stimmig wäre auch die Einbindung einiger Exemplare des Gelben Frauenschuhs.

Auch in Bauerngärten und Klostergärten darf die romantische Art kaum fehlen.


Auslesen wie 'Nora Barlow' haben sich weit von der Wildform entfernt

Kultur: Auf nicht zu nahrhaften, basenreicheren und tiefgründigen Substraten ist die Art recht robust. Sommerlicher Trockenstress stärkt sie im Konkurrenzkampf.

Die einzelnen Pflanzen sind nicht allzu langlebig, in nicht zu dichten Pflanzenbeständen samt sich die Art aber willig aus und ist dauerhaft mit vertretbarem Aufwand zu kultivieren. Es ist allerdings erforderlich, regelmäßig die Keimbedingungen zu optimieren und für offene Bodenstellen zu sorgen.

Die Auslesen sind generell nur bedingt samenecht, d.h. die farbliche Varianz der Sämlinge ist selbst bei sortengleicher Bestäubung hoch und auch die Blütenformen sind nur bedingt stabil. Kommt es zu Bastardisierungen mit anderen in der Nähe kultivierten Sorten, entstehen muntere Mutationen.

Im Jahr 2020 ist in Norddeutschland erstmals der in Großbritannien schon länger grassierene Falsche Mehltau aufgetreten. Der Pilz stammt ursprünglich aus Süd-Ost-Asien und befällt nur die Gattungen Aquilegia und Semiquilegia. Zeigen sich bräunliche bis graue Verfärbungen und Pilzrasen auf der Blattunterseite, müssen alle betroffenen Pflanzen sowie deren Samen und Keimlinge entsorgt werden. Nach einem Befall sollten für mehrere Jahre keine Akeleien kultiviert werden.


Ein dunkel ausgefallener Sämling zusammen mit Salvia pratensis, silbernen Beifüßen und Calamagrostis 'Overdam'.

Sorten:
Es gibt v.a. in Großbritannien eine unübersehbare Auswahl an Sorten, die hier nicht annähernd abgebildet werden kann.

einfache Blüten
  • Alba: rein-weiße Blüten
  • Dunkelblaue Riesen: wüchsige Auslese (bis 60 cm Höhe) mit großen, dunkelblauen Blüten
  • Rosa: rosa-farbene Blüten
  • Wildform: wenn die echte Wildform gewünscht ist, ist wegen der meist im Handel befindlichen Auslesen dieser Zusatz sinnvoll, garantiert aber auch nicht, dass wirklich die Wildform geliefert wird
  • William Guiness: prurpur-braun mit weißer Mitte



  • Unbekannte Schöne

    gefüllte Blüten
  • Black Barlow: 60 - 80 cm hoch, vielfach gefüllte, purpur-braune Blüten, artifizielle Sorte, versamt sich ziemlich zuverlässig sortenecht
  • Blue Barlow: 60 - 80 cm hoch, vielfach gefüllte, blau-violette Blüten, artifizielle Sorte, versamt sich ziemlich zuverlässig sortenecht
  • Bordeaux Barlow: 60 - 80 cm hoch, vielfach gefüllte, bräunlich wein-rote Blüten, artifizielle Sorte, versamt sich ziemlich zuverlässig sortenecht
  • Christa Barlow: 60 - 80 cm hoch, vielfach gefüllte,  blau-violette Blüten mit weißen Spitzen , artifizielle Sorte, versamt sich ziemlich zuverlässig sortenecht
  • Clementine Red: 40 - 50 cm hoch, vielfach gefüllte, bräunlich purpur-rote Blüten, extrem artifizielle Sorte
  • Clementine Salmon Rose: 40 - 50 cm hoch, vielfach gefüllte, apricot-rosa Blüten, extrem artifizielle Sorte
  • Nora Barlow: 60 - 80 cm hoch, vielfach gefüllte, rosa Blüten mit grünlich-weißen Spitzen, artifizielle Sorte, versamt sich ziemlich zuverlässig sortenecht
  • Plena: gefüllte blaue Blüten, extrem artifizielle Sorte
  • White Barlow: 60 - 80 cm hoch, vielfach gefüllte, weiße Blüten mit grünen Spitzen, artifizielle Sorte, versamt sich ziemlich zuverlässig sortenecht
  • Bilder









    William Guiness






    Naturstandort



    Naturstandort






    Alba



    Dunkelblaue Riesen



    Dunkelblaue Riesen



    Nora Barlow



    Rosa



    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    horstartig
    30-60 cm Höhe
    weiß
    rosa
    violett
    blau
    bräunlich/schwarz
    rosé-weiß
    Mai
    Juni
    grün
    blau-grün
    Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit
    mäßig trocken
    frisch
    sommertrocken
    sonnig
    halbschattig
    absonnig
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    durchlässiger Lehm
    Lehm
    humos
    kalk-/basenreich
    arme Böden
    mittlere Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    gemäßigte Klimate
    wintermilde Lage
    Herkunft BEWERTUNGEN Wiesen Trockenrasen Staudenfluren
    Europa
    Tiefland
    Mittelgebirge (montan)
    alpin
    Nordeuropa
    Mitteleuropa
    Südeuropa
    Süd-Osteuropa
    Osteuropa/Kaukasus
    Hügelland (collin)
    sehr gut
    Mittel
    Gruppen-Verbands-Pflanze
    Frischwiesen
    Submediterrane Halbtrockenrasen
    Staudenfluren frischer, nährstoffreicher Standorte
    Gebüsche Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
    Wärmeliebende Trocken-Gebüsche
    Schlehen-Gebüsche
    Laubwälder
    Buchenwälder
    Moderbuchenwälder
    Flattergrasbuchenwälder
    Trockenhang-Kalk-Buchenwälder
    Montane Buchenwälder
    Eichenwälder
    Steppen-Eichenwälder
    Ländlicher Garten
    Repräsentative Gärten
    Steingarten/Alpinum
    Waldgarten
    öffentliches Grün
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Rabatte
    Wiese/Prärie
    Hauptsortiment
    sommergrün
    Lebensbereich
    Gehölz/Wald
    Alpinum
    Wiesen
    Felssteppen
    Gehölzrand/Staudenfluren