Alyssum murale (Odontarrhena muralis) / Mauer-Steinkraut

Alyssum_murale_mauer-steinkraut_2016_1 Familie Brassicaceae, Kreuzblütler
Pflanzen pro qm 15.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Alyssum murale: Das Mauer-Steinkraut hat seinen Verbreitungsschwerpunkt in der weiteren Balkanregion, großen Teilen der Türkei und rund um das Schwarze Meer bis zum Kaukasus.

In Deutschland kommt das eingebürgerte Alyssum murale vereinzelt und meist in direkter Nähe zu Siedlungen in wärmebegünstigten Mittelgebirgsregionen vom Alpenvorland bis zum Harz, dem Thüringischen Becken und dem Erzgebirge vor. Im Tiefland gibt es im Osten Brandenburgs vereinzelte verwilderte Bestände im Siedlungsraum (Verbreitungskarte Deutschland).

Es wächst in extrem stickstoffarmen, vollsonnigen, meist basenreichen Volltrockenrasen.



Mauer-Steinkraut-Bestand im Samenschmuck an einem trockenen Steilhang bei Stolpe (Odertal)

Beschreibung

Alyssum murale ist eine sommergrüne, etwa 20 cm, in Kultur auf günstigeren Standorten auch bis 30 cm hohe Staude, die halb-niederliegende, zur Blütezeit aufsteigende Teppiche bildet.

Die kleinen, gelben, duftenden Einzelblüten stehen in Trauben und erscheinen im April/Mai. Die gelblich-grünen Samenschötchen sind noch einige Wochen dezent zierend.

Das rauh behaarte Laub ist von einem grau-bläulichem Grün. Es besteht eine gewisse Verwechslungsgefahr mit dem Berg-Steinkraut (Alyssum montanum).



Mauer-Steinkraut stilecht an einem trocken-heißen Schotterhang

Möglicherweise ist mittlerweile auch Odontarrhena muralis die korrekte botanische Bezeichnung, unter der sie im deutschsprachigem Raum aber kaum gehandelt wird.

Verwendungshinweise

Das Mauer-Steinkraut wird tendenziell etwas seltener verwendet als das ähnliche, heimische Berg-Steinkraut, das zur Standardausstattung in privaten Steingartenanlagen oder Trockenmauern gehört. Der ansehnlichere Samenschmuck ist aber durchaus ein Argument, dass für das Mauer-Steinkraut spricht.

Beide Arten werden auch gerne in Trögen eingesetzt. Die Ausstrahlung ist hier nicht wirklich aufregend aber grundsolide.

Etwas interessantere Situationen entstehen im Vordergrund naturhafter Kies- und Steppenpflanzungen. Sinnvoll ist die Verwendung individuenreicher Bestände, gerne in Kombination mit einschlägigen, niedrigeren Steppengräsern wie dem Blau-Schillergras  (Koeleria glauca), Engelshaar (Nasella tenuissima) oder einem lockeren Verbund von Blaustrahlhafer (Helictotrichon sempervirens).



Nach der Blüte übernehmen die Samenschötchen und die im Sommer oft rötlich überlaufenen Blätter eine Zierfunktion für den aufmerksamen Betrachter.

Kultur

Auf Extremstandorten ist die Art recht pflegeleicht, wird auf unter normalen Gartenbedingungen aber rasch von wüchsigeren Konkurrenten verdrängt.

Eine Etablierung über Saatgut ist gängig und zuverlässig.



Unter weniger stressgeplagten Kulturbedingungen kann das Mauer-Steinkraut kleine Büsche entwickeln.

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
bodendeckend
horstartig
30-60 cm Höhe
gelb
Mai
blau-grün
grau-grün
Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
zierend/strukturstark
ungiftig
vorhanden
trocken
mäßig trocken
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
poröser Schotter
kalk-/basenreich
sehr arme Böden
arme Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
wintermilde Lage
Warmlagen
Osteuropa/Kaukasus
Asien
Kleinasien
gut
Mittel
Geselligkeit
aspektbildender Flächenfüller
verträglich
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Ländlicher Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Steingarten/Alpinum
Steppenpflanzung
für Pflanzgefäße geeignet
Gründächer
Substratstärke über 15 cm
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sommergrün
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