Actinidia chinensis // Chinesischer Strahlengriffel, Kiwi
Beschreibung
Naturstandort/Herkunft von Actinidia chinensis
Actinidia chinensis besiedelt im südlichen und östlichen Bergregionen Chinas von den Tallagen bis in 2.600 m Höhe sonnige Waldränder, Schlagfluren und Gebüsche.
Der Chinesische Strahlengriffel wächst auf nahrhaften, meist basenreicheren und frischen bis feuchten, gut drainierten Böden.
Actinidia chinensis an einem etwas unterdimensionierten Rankzaun
Beschreibung
Actinidia chinensis ist ein sommergrüner, bis 8 m hoher, schnellwüchsig-windender Kletterstrauch. Die Blätter und Äste sind im Austrieb bronze-braun-rötlich behaart, die Blattstiele ganzjährig rot.
Die creme-weißen Blüten im Juni duften, treten aber unter dem Laubwerk kaum in Erscheinung. Die Art ist zweihäusig getrenntgeschlechtlich. Die Blüten weiblicher Pflanzen haben mehrere, strahlenförmig angeordnete Narben, die den männlichen Blüten fehlen.
Die pelzig behaarten Kiwi-Früchte sind vielsamige Beeren und gelb- oder grünfleischig. In Mitteleuropa reifen die erst im Hochsommer angesetzten Früchte in der Regel nicht richtig aus und die Nachlagerung im Kühlhaus ist bei der Entwicklung einer angenehmen Süße ebenfalls nur bedingt erfolgreich.
Die grünfleischigen Formen werden gelegentlich als Actinidia deliciosa bezeichnet. Diese sind aber lediglich eine Varietät von Actinidia chinensis.
Dieses Exemplar hat es in kürzester Zeit geschafft, aus einem Kübel heraus den dritten Stock dieses Wohnhauses zu erreichen. Eine schöne Idee, im Kübel allerdings mangels ausreichender Winterhärte nicht von Dauer.
Verwendungshinweise
Actinidia chinensis ist eine aparte Erscheinung, die gut in asiatischen Gärten und exotischen Waldrandsituationen eingesetzt werden kann.
In repräsentativen Anlagen kann sie auch an Pergolen und zur Fassadenbegrünung eingesetzt werden.
Für die Fruchternte empfehlen sich eher kleinfruchtige Arten wie Actinidia arguta bzw. insbesondere deren mittlerweile auf hohen Fruchtertrag und hinreichende Winterhärte selektierten Hybriden. Die sogenannten Mini-Kiwis fruchten zeitiger, reifen gut aus und haben zudem schon von Natur aus einen wesentlich höheren Zuckergehalt als ihre großfrüchtigen Verwandten.
In den Subtropen wie hier in Bozen ist die Kiwi besonders vital.
Kultur/Pflege von Actinidia chinensis
Die Kiwi entwickelt sich an wärmebegünstigten, windgeschützten, sonnigen bis licht halbschattigen Standorten am vitalsten und ist hier nach der Etablierung sehr robust. Hier reifen auch die Früchte am ehesten zur Genussreife heran.
Etablierte Exemplare kommen in niederschlagsreichen Regionen auch ohne Bewässerung über die Sommer. Trockenstress ist aber der Vitalität nicht zuträglich.
Das Wurzelwerk ist eher flach- und weitstreichend. Befestigte Flächen sind daher ungünstige Nachbarn für Kiwis.
Für einen Fruchtansatz ist die Bestäubung durch eine männliche Pflanze erforderlich. Hierfür finden sich entsprechende männliche Sorten im Handel. Diese sind auch geeignet, weibliche Mini-Kiwis zu befruchten. Es gibt auch selbstfruchtende Sorten, die jedoch bei Fremdbestäubung deutlich besser tragen.
Sorten:
männliche Sorten:
Atlas: 5-10 m hoch, starkwüchsig
weibliche Sorten:
Abbot: grünfleischige Form, 5-10 m hoch
Alisson: grünfleischige Form, 5-10 m hoch
Bruno: grünfleischige Form, 8-10 m hoch
Haywward: grünfleischige Form, 5-8 m hoch
Jenny: grünfleischige Form, 4-5 m hoch
Mantua: grünfleischige Form, 2 m hoch
Solissimo: gelbfleischige Form, 5-8 m hoch, selbstfruchtend, jedoch ertragreicher bei Fremdbestäubung
Solo: grünfleischige Form, 4-8m hoch, selbstfruchtend, jedoch ertragreicher bei Fremdbestäubung
Tomuri: grünfleischige Form, 5-10 m hoch
var. deliciosa: grünfleischige Wildform, 8-10 m hoch
Blattdetails.