Achnatherum calamagrostis (Stipa calamagrostis)

Stipa_calamagrostis_silberhaariges_rauhgras_11 Name Silberhaariges Raugras
Botanischer Name: Achnatherum calamagrostis (Stipa calamagrostis)
Familie Poaceae, Süßgräser
Pflanzen pro qm 5.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte
Sorten

Algäu, Lemperg

Beschreibung

Naturstandort von Achnatherum calamagrostis: Das Silberhaarige Raugras kommt vom französischen Zentralmassiv über den gesamten Alpenraum bis zum Balkan in montanen bis alpinen Höhenlagen vor (Karte der Gesamtverbreitung).

In Deutschland kommt die Art nur in den bayerischen Alpen und mit einer kleinen, isolierten Population im Süden der Schwäbischen Alb vor.



Achnatherum calamagrostis in Vollblüte. Von links dringt ungefragt Calamagrostis epigejos vor.

Achnatherum calamagrostis besiedelt stickstoffarme und relativ trockene Süd-Hänge auf bewegten Kalk-Schotterböden.

In etwas tieferen Lagen ist die Art vereinzelt auch in Schwemmlingsgesellschaften auf Schotterbänken der Gebirgsflüsse anzutreffen. Die Standorte sind vollsonnig bis sonnig.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)   ... zur Legende
Licht (9)  Temperatur (6)  Kontinentalität (4)  Feuchte (3)  Reaktion (8)  Stickstoff (2)




Die Herbstfärbung ist für eine Staude respektabel.


Beschreibungen

Achnatherum calamagrostis ist ein mehr oder weniger wintergrünes Horstgras von 80 bis 100 cm Höhe. Das elegant bogig überhängende Laub treibt im Herbst bläulich-grün aus und bleibt dies zumindest in milden Wintern auch. Gleichzeitig verfärbt sich das alte Laub relativ ansehnlich in gedeckten Orange-Tönen.



Das Erscheinungsbild wandelt sich mit der Samenreife von voluminös-überhängenden Blütenwolken zu kompakt-bogigen Samenständen.

Die lockeren, großen und überhängenden Blütenrispen sind strohfarben und erscheinen ab Ende Juni. Die Samenstände sind bis in das nächste Frühjahr strukturstabil und zierend. Der Habitus wandelt sich nach der Samenreife in eine mehr oder weniger aufrechte Erscheinung.

Im Handel ist die Art auch noch unter der Bezeichnung "Stipa calamagrostis" erhältlich.

Verwendungshinweise

Das Silber-Rauhgras ist eines der ansprechendsten Horstgräser für trocken-warme Felslandschaften, Steppen- und Kiesgärten oder mediterrane Anlagen.

Es kommt v.a. in größeren, aber nicht zu dicht gesetzten Beständen sehr gut zur Geltung und vermittelt stark steppenartige Eindrücke. Da es auch im Winterhalbjahr attraktiv ist, bietet es sich auch als bestandsbildende Matrixpflanze an.

Vom Sommer bis zum nächsten Frühjhar sehr zierend ist z.B. die auch am Naturtandort zu beobachtende Kombination mit dem Berg-Laserkraut (Laserpitium siler). Naturidentische Ergänzungen für trockenere Bedingungen sind z.B. Wiesen-Salbei (Salvia pratensis) und Taubenkropf-Leimkraut (Silene vulgaris) für den Frühsommer-Aspekt, Wimper-Perlgras (Melica ciliata) und Büschel-Haargras (Stipa capillata) als unterstützende Variationen des Berg-Steppen-Themas.

In minimalistischen Ansätzen ist das Rauhgras auch für Pflanzgefäße eine interessante Alternative.

Achnatherum calamagrostis kann auch gut für die intensive Dachbegrünung auf sonnigen Dächern eingesetzt werden. Bei Substratstärken ab etwa 25-30 cm kommt es nach der Etablierung ohne weitere Bewässerung aus.



Achnatherum calamagrostis fält es leichter, seine ästhetischen Qualitäten auszuspielen, wenn es -anders als hier - erhöht stehen darf.

Kultur

Die Standorte sollten vollsonnig, trocken-warm und feinerdearm sein. Auf sehr armen bis armen, gut drainierten Böden benötigt die Art kaum gärtnerische Unterstützung.

Regelmäßige Trockenphasen tun sowohl dem Erscheinungsbild als auch der Konkurrenzfähigkeit sehr gut.

Sie kann aber auch noch auf mäßig nahrhaften Substraten kultiviert werden und mit wenig Aufwand gegen Konkurrenzstauden verteidigt werden. Sie entwickelt sich hier gut und üppiger. Allerdings leidet die Standfestigkeit.



Am sonnigen Gehölzrand mit Iris barbata-nana und Oenothera fruticosa 'Hohes Licht'.

Sorten:

  • Algäu: 50/70 cm hoch, straff aufrecht, zierlicher als der Typ, aber mit größeren, nur leicht bogig überhängenden Blüten-Rispen, die von Juni bis September ausdauernd entwickelt werden. Der etwas verwirrende Verzicht auf ein "L" ist eine Referenz an die althochdeutsche Schreibweise des Allgäus (Handelsstandard)
  • Lemperg: tendenziell etwas niedriger als 'Algäu' und etwas früherer Blütenansatz (nur im Direktbezug)

Bilder





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Algäu


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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Gras
horstartig
60-100 cm Höhe
gelblich-grün
Juni
Dezember
grün
hellgrün
zierende Herbstfärbung
Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
zierend/strukturstark
ungiftig
unbedeutend
mäßig trocken
frisch
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
poröser Schotter
kalk-/basenreich
sehr arme Böden
arme Böden
mittlere Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Mittelgebirge (montan)
alpin
Südeuropa
Süd-Osteuropa
sehr gut
Gering
strukturbildender Gruppen-Solitär
Gruppen-Verbands-Pflanze
strukturbildende Matrixpflanze
Trockenrasen Alpine Schuttfluren/Blockhalden Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
Steppenrasen
Submediterrane Halbtrockenrasen
Kalk
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Steingarten/Alpinum
Steppenpflanzung
für Pflanzgefäße geeignet
Gründächer
Substratstärke über 15 cm
öffentliches Grün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Hauptsortiment
zierende Winterstruktur
winter-/immergrün
Lebensbereich
Alpinum
Felssteppen