Achillea millefolium / Gemeine Schafgarbe

Achillea_millefolium_gemeine_schafgarbe_11 Familie Asteraceae, Kobblütler
Pflanzen pro qm 6.00
Wikipedia Achillea millefolium
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Achillea millefolium

Die Gemeine Schafgarbe ist annähernd kosmopolitisch verbreitet und in Mitteleuropa eine ausgesprochen häufige Art.

Achillea millefolium ist eine schwache Kennart der mäßig trockenen bis frischen, mäßig stickstoffreichen Wirtschaftswiesen und -Weiden. Man findet sie aber auch in leicht ruderaliserter Rasen z.B. an Straßenböschungen. Hier kommt ihr entgegen, dass sie gegenüber leichten Salzgehalten im Boden unempfindlich ist.

Die lichtliebende Gemeine Schafgarbe kommt sowohl auf sauren wie basenreichen Substraten vor.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)   ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (-)  Kontinentalität (-)  Feuchte (4)  Reaktion (-)  Stickstoff (5)



Naturstandort in einer mäßig frischen Extensiv-Wiese mit Färber-Hundskamille und Wolligem Honiggras


Beschreibung

Achillea millefolium ist eine sommergrüne Staude, die durch kriechende Rhizome lockere, etwas flächige Horste bildet. Unter konkurrenzarmen Bedingungen auf Lockerböden kann der Ausbreitungsdrang sogar beträchtlich sein.

Auf nahrhaften Böden erreicht die Art Wuchshöhen von 80 (100) cm, auf armen Standorten oder in Mähwiesen nur 30 bis 50 cm.

Die fein gefiederten, etwas grau-grünen Blätter und die Blüten duften aromatisch. Die weißen, seltener zart-rosa Blütendolden erscheinen in der Hauptblüte ausdauernd von Ende Juni bis Mitte August, bei Rückschnitt werden oft neue Blütenstände bis in den Oktober gebildet.

Die Samenstände sind den Winter über strukturstabil und zierend.



Winterlicher Samenstand auf einer Extensiv-Weide

Verwendungshinweise

Achillea millefolium ist v.a. in urbanen Räumen mit gestörten Plätzen assoziiert. Im ländlichen Raum fehlt sie in kaum einem Wegsaum, Wiese oder Weide, so dass ihr Anblick sicherlich nicht für überraschende Momente sorgt.

In naturnahen, möglichst sonnigen Wiesen und Staudensäumen darf sie aber dennoch eigentlich nicht fehlen. Zumindest als ergänzendes Element sorgt sie für Glaubwürdigkeit. Außerdem ist die Auswahl an Hoch- und Spätsommerblühern ja etwas eingeschränkter, so dass die Art auch unter diesem Aspekt eine wichtigere Rolle einnehmen könnte.

Als traditionelle Heilpflanze hat sie außerdem eine Berechtigung in Bauern- und Klostergärten. Sehr schöne Bilder entstehen z.B. in Kombination mit der Banater Kugeldistel (Echinops bannaticus). Diese wird etwas höher als die Gemeine Schafgarbe und ist bei höhengestaffelten Rabatten ihr idealer Hintergrundpartner.

Hybriden mit Achillea filipendulina werden gerne in Rabatten eingesetzt, die meist pastelligen Farbtöne der Blüten sind von etwas artifiziellem Duktus.



Interessante Anordnung mit Digitalis lamarckii und im Hintergrund Echtem Herzgespann

Kultur

Auf stickstoffreicheren Böden leidet die Standfestigkeit unter der unnatürlichen Höhenentwicklung. Hier schafft allein ein Rückschnitt im Spätfrühling etwas Abhilfe. Besser sind stickstoffarme, gerne auch etwas trockenheitsgeplagte Standorte.

In einschürigen Wiesen und sonnigen Staudenanlagen ist die Art robust und pflegefrei. Sie neigt zudem ausgeprägt zur Selbstversamung bis hin zur Lästigkeit. In Verbindung mit ihrem vegetativen Ausbreitungsvermögen kann sie zuminest konkurrenzschwächeren Begleitern das Leben sehr schwer machen.

Etablierte Exemplare lassen sich nicht sinnvoll verpflanzen. Sie kümmern über Jahre oder sterben ab. Erfolgsversprechender ist es, am gewünschten Ort für günstige Keimbedingungen zu sorgen und im Frühling oder Herbst Samen auszubringen.



Exemplare mit rosafarbenen Blüten treten auch am Naturstandort gelegentlich auf. 'Kirschkönigin' und die noch kräftigere 'Pomgranate' haben dennoch die intensiveren Farbtöne.

Sorten:
  • Kirschkönigin: horstige Sorte mit rosa Blüten
  • Pink Island: breitwüchsige Sorte mit lavendel-rosa aufblühenden, später fliederfarben nachdunkelnden Blpten mit großer creme-weißer Mitte
  • Pink Yarrow: horstige Sorte mit kraftig pinkfarbenen Blüten mit creme-weißer Mitte
  • Pomgranate: horstige Sorte mit tief-rosa-roten Blüten und cremefarbener Mitte

Bilder





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Kirschköniging


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Winterstruktur


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Kirschköniging und Pomgranate


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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
30-60 cm Höhe
weiß
rosa
rosé-weiß
pink
Juli
dunkel-grün
Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
zierend/strukturstark
ungiftig
mäßig trocken
frisch
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
salzhaltig
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Wiesen
arme Böden
mittlere Böden
reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
alpin
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Ostasien/China/Mandschurei
Japan/Korea/Sachalin/Taiwan
Sibirien
Zentral-Asien
Kleinasien
Amerika
Nordamerika
befriedigend
Gering
Gruppen-Verbands-Pflanze
strukturbildende Matrixpflanze
verträglich
Frischwiesen
Trockenrasen Staudenfluren Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
Submediterrane Halbtrockenrasen
Staudenfluren frischer, nährstoffreicher Standorte
Staudenfluren trockenwarmer Standorte
Ländlicher Garten
Repräsentative Gärten
Steppenpflanzung
Duftgarten
Duft ausgeprägt
öffentliches Grün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Insektenweide
Wiese/Prärie
Hauptsortiment
sommergrün
zierende Winterstruktur
Lebensbereich
Wiesen
Felssteppen
Steppen
Gehölzrand/Staudenfluren