Acer negundo // Eschen-Ahorn

Familie Sapindaceae, Seifenbaumgewächse
Pflanzen pro qm 4.00
Wikipedia Acer negundo
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Acer negundo

Der Eschen-Ahorn ist in ganz Nord-Amerika flächendeckend verbreitet. Ursprünglich ist der Eschen-Ahorn ein Pionierbaum, der nach Hochwasserergeignissen von anderen Gehölzen befreite Stellen besiedelte. Seine enorme Samenproduktion erlaubt ihm die rasche, pionierartige Besiedlung solcher Standorte.

Die menschlichen Landschaftsveränderungen, insbesondere die regelmäßigen Bodenverletzungen haben dem Eschen-Ahorn ein breites Spektrum von Vorkommen bescheert. Er wächst heute auch in Nord-Amerika in Mischwäldern, dringt in Prärien ein und besiedelt ruderalisierten Standorte wie Stadtbrachen und Straßenböschungen.

Die wärmeliebende Art besiedelt natürlicherweise gut wasserversorgte, sehr stickstoffreiche und relativ basenreiche Böden. An gestörten Standorten zeigt er sich aber gegenüber allen ökologischen Parametern sehr tolerant.

In Deutschland ist die Art in urbanen Räumen, dem gesamten ostdeutschen Tiefland und Teilen der mitteldeutschen Wärmeregionen  stark invasiv auf allen gestörten Standorten anzutreffen. Acer negundo ist aber sogar in der Lage, sich in naturnahen Auwäldern zu etablieren. Dass er in Mitteleuropa selbst vor Trockenrasen nicht halt macht, zeigt seine enorme standörtliche Amplitude.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (5)  Temperatur (6)  Kontinentalität (6)  Feuchte (6)  Reaktion (7)  Stickstoff (7)



Acer negundo 'Variegatum' ist die beliebteste Auslese

Beschreibung
Acer negundo ist ein mittelgroßer, oft mehrstämmig wachsender Baum von bis zu 20 m Wuchshöhe und rundlicher, bis 12 m breiter Krone.

Die Art ist ausgsprochen raschwüchsig, aber relativ kurzlebig. Schon nach etwa 30 Jahren ist das Vitalitäts-Optimum überschritten und die Verfallsphase setzt langsam ein.

Die Blüten im März-April erscheinen vor dem Laubaustrieb, sind aber ästhetisch unbedeutend. Auch für die Insektenwelt stellen sie keinen Mehrwert dar, da die Art ausschließlich auf Windbestäubung setzt.

Im Herbst verfärbt sich das Laub blass-gelb.



Die Blüten sind zwar prinzipiell interessante Gebilde, aber nur schwer wahrnehmbar.

Verwendungshinweise
Acer negundo erfreute sich Ende des 17. Jahrhunderts aufgrund seiner rasanten Jugendentwicklung einiger Beliebtheit unter den damaligen Park- und Gartenbesitztenden.

Dennoch: der Eschen-Ahorn ist als Wildtyp im Gartenbau nicht verwendungswürdig und ruft heute starke Assoziationen an gestörte, ruderalisierte Plätze hervor.

Die Art ist im sub- und kontinentalen Klimaten stark invasiv und ohne Verwendungsberechtigung. Die zahlreichen Sämlinge werden schnell zur Plage. Der Typ ist im Handel auch praktisch nicht erhältlich.

Es gibt allerdings Auslesen mit panaschierten Blättern, die recht ansehnlich sind zumindest Liebhaberwert erreichen und z.B. in öffentlichen Grünanlagen eingesetzt werden können.

Auch, wenn man das Rindenschmuck-Thema im winterlichen Garten betonen möchte, sind einige Auslesen - bei unvoreingenommener Betrachtung gilt das sogar für die Wildform - eine ernsthafte Erwägung wert.



Die Wildform des Eschen-Ahorns ist ein eindeutiger Störungsanzeiger.

Kultur
Der Eschen-Ahorn ist extrem anspruchslos, lediglich auf sehr stickstoffarmen Trockenstandorten hat er Schwierigkeiten. Auch die Auslesen sind robust und vollkommen anspruchslos.

Die Selbstversamung fällt oft (sehr) lästig aus.

Die Sorten mit zierender Rinde müssen strauchförmig gehalten werden und jährlich im Frühling zurückgeschnitten werden. Nur an jungen Zweigen zeigt sich die Rindenfärbung.



'Aureo-Variegatum' ist die zweite sehr häufig anzutreffende Form.

Sorten:
  • Aureo-Variegatum: 8/5 m hoch/breit, mittelwüchsig, gelb-grün gefleckte Blätter
  • Flamingo: 7/7 m hoch/breit, mittelwüchsig, grau-grüne, weiß gerandete und gefleckte Blätter
  • Odessanum: 10/8 m hoch/breit, junge Zweige im Austrieb silbrig behaart, bei sonnigem Stand leuchtend gold-gelbe Blätter, in der Jugend wüchsig
  • Variegatum: 8/5 m hoch/breit, mittelwüchsig, häufigste buntblättrige Form mit weißen Rändern (junge Blätter rosa) und grünen Blattmitten

  • rindenzierende Sorten
  • Violaceum: 9/6 m hoch/breit, recht wüchsig, schwarz-rote Zweige mit weißlicher Bereifung
  • Winter Lightning:  8/5 m hoch/breit, mittelwüchsig, Zweige im Winterhalbjahr leuchtend gelb, sonst auffällig intensiv grün



  • Die Rinde junger Triebe ist auch bei Wildformen attraktiv silbrig-grau überlaufen.

    Bilder






    'Variegatum'












    'Aureo-Variegatum'



    'Aureo-Variegatum'



    'Variegatum'



    'Variegatum'

    Attribute

    Lebensform Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung Geniessbarkeit/Giftwirkung
    Strauch
    Großstrauch
    Baum
    Mittelgroße Bäume
    grünlich-weiß
    April
    grün
    dunkel-grün
    grau-grün
    weiß
    gelblich
    panaschiert
    zierende Herbstfärbung
    ungiftig
    Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P)
    unbedeutend
    mäßig trocken
    frisch
    sommertrocken
    feucht
    vollsonnig
    sonnig
    halbschattig
    absonnig
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    salzhaltig
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    Lehm
    humos
    poröser Schotter
    starker Wurzeldruck
    kalk-/basenreich
    mittlere Böden
    reiche Böden
    sehr reiche Böden
    Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich Handelsgängigkeit
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    gemäßigte Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Amerika
    Nordamerika
    Liebhaberpflanze
    Sehr gering
    strukturbildender Solitär
    verträglich
    Repräsentative Gärten
    öffentliches Grün
    Straßenbegleitgrün
    Grünanlagen geringer Pflegestufe
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Hecken
    Freie Blütenhecke
    Hauptsortiment
    Belaubung Lebensbereich
    sommergrün
    Gehölz/Wald
    Gehölzrand/Staudenfluren