Calamagrostis arundinacea

Calamagrostis_arundinacea_wald-reitgras_%284%29 Name Wald-Reitgras
Botanischer Name: Calamagrostis arundinacea
Familie Poaceae
Pflanzen pro qm 3.00
Wikipedia Calamagrostis arundinacea
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort

Das Wald-Reitgras (Calamagrostis arundinacea) ist von Mittel- über Osteuropa bis Sibirien von den Tieflagen bis in montane Höhen verbreitet. In Deutschland kommt die Art zerstreut, in der westdeutschen Tiefebene nur sehr selten vor.

Sie besiedelt vorrangig sonnige bis licht absonnige Stellen/Ränder von Hainsimsen-Buchenwäldern des Berglandes bzw. der subalpin anschließenden Tannenmischwälder. Darüber hinaus kommt sie v.a. in den Mittelgebirgen regelmäßig in standörtlich entsprechenden Schlag- und Waldlichtungsfluren vor.

In tieferen Lagen ist sie vorrangig an lichten Stellen in frischen Auspägungen basenarmer Eichen-Hainbuchenwälder anzutreffen.

Die Substrate sind mäßig nahrhaft und sauer bis schwach alkalisch.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)
Licht (6)  Temperatur (5)  Kontinentalität (4)  Feuchte (5)  Reaktion (4)  Stickstoff (5)



Die luftigen Blütenstände erscheinen leider erst im Herbst, bis dahin machen die Horste des Wald-Reitgrases nicht sonderlich viel her.

Beschreibung

Das Wald-Reitgras ist ein sommergrünes, aufrecht wachsendes Horstgras. Es erreicht Wuchshöhen von 80 bis 100 (130) cm. Die lockeren, grünlich-alt-rosa-farbenen Blütenrispen erscheinen ab Ende August, meist erst ab Mitte September.

Die stroh-gelben Samenstände sind bis in den nächsten Frühling hinein strukturstabil und zierend.

Im Herbst verfärbt sich das Laub ansprechend orange, bevor es in die strohhig-bräunliche Winterfärbung übergeht. Je sonniger die Standorte sind, desto früher setzt die Herbstfärbung ein. Sehr reizvoll ist das ungleichmäßige Einsetzen der Verfärbung, so dass auffällig streifenförmige Kontraste zwischen den noch grünen und den bereits orangenen Blättern entstehen.

Zusammen mit dem Land-Reitgras (Calamagrostis epiggejos) ist es eine der Elternarten des häufig in Staudenbeeten verwendete Garten-Reitgras (Calamagrostis x acutiflora). Beim Garten-Reitgras setzt der Blütenflor etwa 8 Wochen früher ein und ist ähnlich dauerhaft.

Das ähnliche Diamant-Reitgras blüht i.d.R. noch 2-3 Wochen später als das Wald-Reitgras und ist frost- und trockenheitsanfälliger. Die Blütenstände sind dafür besonders apart.

Eine sehr gute Alternative ist das trockenheits- und wurzeldruckverträgliche, schon im Juni aufblühende Berg-Reitgras (Calamagrostis varia) mit noch winterstabileren, straff aufrechten und sehr schlanken Samenständen. Allerdings fehlt ihm die aparte Herbstfärbung, stattdessen ist es weitgehend wintergrün.



Ein neu angelegter Vorgarten im Herbst des ersten Standjahres. Der schöne Farbkontrast zwischen dem Herbstlaub des Wald-Reitgrases und den silbrigen Blättern von Echtem Salbei und Woll-Ziest deutet sich bereits an.

Verwendungshinweise

Calamagrostis arundinacea ist ein ansprechendes Horst-Gras für sonnige bis licht absonnige, frische und nicht zu stickstoffreiche Standorte. Seine aufrechten, eleganten Fruchtstände sind winterzierend. Leider sind die Samenstände windbruchanfällig, so dass mit jedem Wintermonat mehr Samenstände umknicken und gegen Winterende die Horste oft ungepflegt wirken.

Die Art ist als Bestands- und Strukturbildner dennoch sehr vielseitig einsetzbar. Sie kommt sowohl in repräsentativen Staudenpflanzungen als auch in naturhaften, wiesenartigen Unterpflanzungen lichter Baumbestände oder in nicht zu trockenen Felssteppen und Alpinarien gut zur Geltung.

Allerdings ist es nach dem Rückschnitt der Samenstände im März bis zum Blütenansatz Ende August unauffällig, durch das frische Grün des bogig überhängend wachsenden Laubes aber hinreichend zierend.

Wenn es als flächige Matrix eingesetzt werden soll, sollte zwischen den Horsten oder zumindest zwischen kleineren Gruppen Abstände eingehalten werden. Die Flächenstruktur ist weniger monoton, wenn die Individuen erkennbar bleiben. Alternativ oder ergänzend können in Wald-Raeitgras-Flächen auch starke Elemente des gärtnerischen Willens eingebracht werden (z.B. Formschnitt-Gehölze).

In kleineren Anlagen oder in Kübeln eignet es sich auch als Solitär, wobei Auslesen des Garten-Reitgrases oder das Berg-Reitgras wegen des früher einsetzenden Blütenflors meist die bessere Wahl hierfür sind.

Kultur

Auf geeigneten Standorten ist das Wald-Reitgras mit geringem Pflegeaufwand zu kultivieren. Es neigt spürbar zur Selbstaussaat, wird aber keinesfalls lästig.

Auf vollsonnigen und häufiger trockenfallenden Standorten schwächelt es, hält aber durch. Basen- bzw. kalkreiche Substrate sind in Kultur dagegen gänzlich unproblematisch.

Auf sehr nahrhaften und dauerfrischen Böden leidet die Standfestigkeit. Besser sind ärmere Substrate und/oder gelegentlicher, kurzer Trockenstress.

Bilder





Calamagrostis_arundinacea_wald-reitgras_%284%29


Calamagrostis_arundinacea_wald-reitgras_11

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Gras
horstartig
60-100 cm Höhe
gelblich-grün
August
September
Oktober
November
grün
zierende Herbstfärbung
Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
zierend/strukturstark
ungiftig
unbedeutend
mäßig trocken
frisch
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
halbschattig
absonnig
Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
arme Böden
mittlere Böden
reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
alpin
Mitteleuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Sibirien
Zentral-Asien
gut
Gering
strukturbildender Gruppen-Solitär
Gruppen-Verbands-Pflanze
strukturbildende Matrixpflanze
verträglich
Alpine Schuttfluren/Blockhalden Staudenfluren Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit
Silikat
Staudenfluren frischer, nährstoffreicher Standorte
Laubwälder
Buchenwälder
Flattergrasbuchenwälder
Montane Buchenwälder
Eichenwälder
Bodensauere Eichenmischwälder
Zwergstrauchreiche Tannen-Fichtenwälder
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Steingarten/Alpinum
Steppenpflanzung
Waldgarten
für Pflanzgefäße geeignet
öffentliches Grün
Straßenbegleitgrün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Hauptsortiment
Belaubung Lebensbereich
sommergrün
zierende Winterstruktur
Gehölz/Wald
Alpinum
Gehölzrand/Staudenfluren